Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben in ihren Speisewagen eine neue Preispolitik eingeführt: Wer seine Mahlzeit mit Karte bezahlt, erhält seit dem 19. Juni 2025 einen geringeren Preis. So kostet beispielsweise ein Wiener Schnitzel im Bordrestaurant für Kartenzahler 13,80 Euro statt 14,50 Euro. Während die ÖBB diese Aktion als Erfolg bewerten, üben die Freiheitlichen scharfe Kritik und sprechen von einer Benachteiligung der Barzahler.
Die ÖBB begründen die Einführung des Preisnachlasses unter dem Motto „Karte zücken, Preise drücken“ mit dem Ziel, einen Anreiz für häufigere Kartenzahlungen zu schaffen. Nach Angaben der Bundesbahnen sei das Bargeldmanagement im Zug aufwendiger und verursache höhere Kosten als die Abwicklung von Kartenzahlungen. In den ersten Tagen seit der Einführung sei die Zahl der Kartenzahlungen um etwa zehn Prozent gestiegen. Der Caterer DoN’s betreibt seit 2018 die Bordrestaurants in den ÖBB-Zügen und ist an dieser Neuerung beteiligt.
Der niederösterreichische FPÖ-Landesvize Udo Landbauer, der in seinem Bundesland für Verkehrsfragen zuständig ist, kritisiert das Modell als „Diskriminierung von Barzahlern“. Er betont die Bedeutung von Bargeld als „gelebte Freiheit“ und warnt davor, daß Preisvorteile für Kartenzahlungen in staatlich mitfinanzierten Bereichen wie der ÖBB de facto einem indirekten Aufpreis für Bargeld gleichkämen. Landbauer fordert ein klares Bekenntnis zur Wahlfreiheit beim Bezahlen, insbesondere in staatsnahen Bereichen.
Die Kritik Landbauers findet teilweise Rückhalt in der österreichischen Bevölkerung. Laut der Zahlungsmittelumfrage 2022/2023 der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) ist Bargeld weiterhin das beliebteste Zahlungsmittel in Österreich. Eine Umfrage des Linzer Market-Instituts zeigt zudem, daß 81 Prozent der über 60-Jährigen in der Gastronomie bevorzugt bar bezahlen. Landbauer argumentirt, daß die ÖBB mit diesem Rabatt-Modell insbesondere ältere Fahrgäste und Pensionisten benachteilige, welche die Generation darstellten, die „ihr Leben lang gearbeitet und Steuern bezahlt“ habe.