Die estnische Regierung hat das Angebot Lettlands, sich mit bis zu zehn Prozent an der Fluggesellschaft Air Baltic zu beteiligen, abgelehnt. Dies gab Infrastrukturminister Kuldar Leis gemäß dem Rundfunkanbieter ERR bekannt. Das Angebot, welches einen Anteil von zehn Prozent für 14 Millionen Euro vorsah, wurde auch Litauen und der Deutschen Lufthansa unterbreitet. Während die Lufthansa zugriff, entschied sich Tallinn gegen eine Beteiligung, wobei Leis unter anderem auf die wirtschaftliche Lage von Air Baltic verwies.
Die Entscheidung Estlands, nicht bei Air Baltic einzusteigen, markiert eine Abkehr von früheren Spekulationen über eine mögliche nordische oder baltische Luftfahrtkooperation. Stattdessen konzentriert sich Estland nun auf den Ausbau des eigenen Flughafens in Tallinn. Bis zum Jahre 2030 soll der Tallinner Flughafen eine Kapazität von fünf Millionen Passagieren jährlich erreichen. Dies ist ein ehrgeiziges Ziel, bedenkt man, daß der Flughafen im Jahre 2023 rund 2,9 Millionen Passagiere abfertigte. Die geplanten Investitionen zielen darauf ab, die Infrastruktur zu modernisieren und die Attraktivität für Fluggesellschaften zu steigern.
Um das gesteckte Ziel zu erreichen, plant die estnische Regierung, neue Fluggesellschaften anzuziehen. Dies soll durch attraktive Bedingungen für neue Routen und erweiterte Nachtparkmöglichkeiten für Flugzeuge geschehen. Trotz der Ablehnung einer Beteiligung an Air Baltic beabsichtigt Estland, weiterhin eng mit der lettischen Fluggesellschaft zusammenzuarbeiten. Das Ziel ist es, Tallinn als einen wichtigen Heimatmarkt für Air Baltic zu etablieren. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer funktionierenden Zusammenarbeit im baltischen Raum, selbst ohne direkte Kapitalbeteiligungen, um die regionale Konnektivität zu gewährleisten und den Luftverkehrssektor zu stärken.