Deutscher Reisepass (Foto: Robert Spohr).
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Italien beschleunigt Abfertigung: Ausweiskontrolle entfällt bei Schengen- und Inlandsflügen

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An italienischen Flughäfen tritt eine Neuerung in Kraft, die das Reisen innerhalb Italiens und des Schengenraums erheblich beschleunigen soll: Künftig genügt beim Einstieg in entsprechende Flüge die Bordkarte, eine zusätzliche Vorlage des Ausweises am Gate ist nicht mehr notwendig.

Diese vom italienischen Innenministerium genehmigte und von der Zivilluftfahrtbehörde (Enac) eingeführte Maßnahme zielt darauf ab, die Abläufe an den Flughäfen zu optimieren, ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen. Dieser Schritt könnte ein Vorbild für weitere europäische Länder sein, die ebenfalls unter hohem Passagieraufkommen leiden.

Die neue Regelung: Schnelleres Boarding im Schengenraum

Die Einführung des neuen Verfahrens, das bereits im Vorfeld von der Tageszeitung „Corriere della Sera“ angekündigt wurde, markiert eine signifikante Änderung in der italienischen Flughafenabfertigung. Für Inlandsflüge und Reisen innerhalb des Schengenraums müssen Passagiere ihren Ausweis am Gate nicht mehr vorzeigen. Die Bordkarte allein genügt nun für den Zutritt zum Flugzeug.

Enac-Chef Pierluigi Di Palma begründete diese Entscheidung gegenüber dem „Corriere della Sera“ mit dem Argument, daß Flughäfen geschützte Räume seien und es an der Zeit sei, Flugreisen genauso zu behandeln wie Bahnreisen. Er betonte, wer den Sicherheitsbereich eines Flughafens betrete, habe bereits die üblichen Sicherheitskontrollen, wie Metalldetektoren oder Kontrollschleusen, passiert. Dies deutet darauf hin, daß die italienischen Behörden das Sicherheitsniveau der bereits existierenden Kontrollen als ausreichend erachten, um auf eine zusätzliche Überprüfung am Gate zu verzichten. Die primäre Identitätsprüfung findet somit bereits vor dem Zugang zum Sicherheitsbereich statt, beispielsweise beim Check-in oder der Gepäckaufgabe.

Diese Maßnahme ist eine willkommene Erleichterung für Millionen von Reisenden. Allein im Sommer 2024 wurden rund 6,5 Millionen deutsche Touristen in Italien erwartet. Für sie und andere Schengen-Bürger entfällt künftig der Griff zum Ausweis direkt vor dem Betreten des Flugzeugs, was den Boarding-Prozeß beschleunigen und Wartezeiten reduzieren soll. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es zwar keine generelle Ausweispflicht beim Boarding von Schengen-Flügen, jedoch können Fluggesellschaften selbst eine Ausweiskontrolle durchführen. Die italienische Regelung schafft hier nun eine landesweite Vereinheitlichung und ein höheres Maß an Verläßlichkeit für Reisende.

Sicherheit bleibt Priorität: Die Rolle der vorangegangenen Kontrollen

Trotz der Lockerung bei der Ausweiskontrolle am Gate betonen die Behörden, daß die Sicherheit nicht beeinträchtigt wird. Die Logik dahinter ist, daß die wesentlichen Sicherheitsüberprüfungen bereits vor dem Zugang zum Gatebereich erfolgen. Hierzu gehören:

  • Identitätsprüfung beim Check-in: Bereits beim Einchecken, sei es online oder am Schalter, werden die Personaldaten mit den Reisedokumenten abgeglichen.
  • Sicherheitskontrollen: Alle Passagiere und ihr Handgepäck passieren Metalldetektoren, Körperscanner und Röntgenapparate, um die Mitnahme verbotener Gegenstände zu verhindern.
  • Gepäckkontrollen: Aufgabegepäck wird ebenfalls umfassend durchleuchtet und gegebenenfalls manuell überprüft.

Di Palma mahnt jedoch zur Vorsicht: Reisepässe oder Personalausweise sollten keinesfalls zu Hause bleiben. Wer bei einer zufälligen oder gezielten Kontrolle kein Dokument dabei hat, dürfe nicht an Bord. Dies ist eine wichtige Einschränkung, die sicherstellen soll, daß die Reisenden stets ihre Identität nachweisen können, sollte dies aus operativen oder sicherheitstechnischen Gründen notwendig sein. Zudem kann es bei unvorhergesehenen Umleitungen oder Notlandungen in Ländern außerhalb des Schengenraums essentiell sein, gültige Reisedokumente griffbereit zu haben.

Einschränkungen und Ausnahmen: Flüge außerhalb des Schengenraums

Die neue Regelung gilt nicht universell für alle Flüge. Für Flüge außerhalb des Schengenraums, beispielsweise nach Großbritannien, bleiben die Ausweiskontrollen auch am Gate weiterhin bestehen. Dies ist eine logische Konsequenz aus den unterschiedlichen Einreisebestimmungen und Grenzkontrollen, die außerhalb des Schengenraums gelten. Jedes Land außerhalb des Schengenabkommens hat eigene Anforderungen an die Einreise und benötigt entsprechende Reisedokumente zur Identifizierung der Passagiere.

Darüber hinaus berichtet „Corriere della Sera“ unter Berufung auf das italienische Innenministerium, daß auch auf Verbindungen entlang von Einwanderungsrouten weiterhin Ausweiskontrollen erfolgen könnten. Dazu könnten demnach auch Flüge nach Frankreich zählen. Dies deutet auf eine Flexibilität der Behörden hin, bei spezifischen Routen, die als potentiell risikoreicher eingestuft werden könnten, zusätzliche Kontrollen beizubehalten oder einzuführen. Solche Maßnahmen sind Teil der nationalen Sicherheitsstrategien und dienen der Bekämpfung von illegaler Migration oder anderen grenzüberschreitenden Verbrechen. Dies zeigt, daß die italienischen Behörden eine differenzierte Herangehensweise wählen, um die Effizienz zu steigern, ohne die nationale Sicherheit zu gefährden.

Europäischer Kontext und potentielle Auswirkungen

Die Entscheidung Italiens reiht sich ein in die Bemühungen mehrerer europäischer Länder, die Abfertigungsprozesse an Flughäfen zu optimieren. Viele Flughäfen in Europa leiden unter Kapazitätsengpässen und Personalmangel, was zu langen Wartezeiten für Passagiere führt. Maßnahmen, die den Durchsatz erhöhen, ohne die Sicherheit zu kompromittieren, sind daher hochwillkommen. Länder wie die Niederlande oder skandinavische Staaten haben bereits ähnliche pilotprojekte oder Regelungen eingeführt, um den Reisefluß zu verbessern. Die europäische Luftfahrtbranche und Verbände wie die Airline Operators Committee (AOC) fordern schon länger eine stärkere Digitalisierung und Harmonisierung der Abfertigungsprozesse, um die Passagierzahlen effizienter bewältigen zu können.

Die italienische Maßnahme könnte als Blaupause für andere Schengen-Staaten dienen, die ebenfalls über eine Beschleunigung der Abläufe nachdenken. Eine Vereinheitlichung der Regeln innerhalb des Schengenraums würde die Reiseerfahrung für Millionen von Europäern weiter verbessern und die Attraktivität des Flugverkehrs als Reisemittel steigern. Es bleibt abzuwarten, ob andere Länder dem italienischen Beispiel folgen werden und welche Erfahrungen Italien in den kommenden Monaten mit der neuen Regelung machen wird.

Für Fluggesellschaften bedeutet die Maßnahme eine Vereinfachung des Boarding-Prozesses, was wiederum die Pünktlichkeit der Flüge fördern kann, da weniger Zeit am Gate für manuelle Kontrollen benötigt wird. Dies ist ein wichtiger Faktor in einem Geschäft, in dem jede Minute zählt und Verspätungen hohe Kosten verursachen können.

Italien führt eine bedeutende Änderung an seinen Flughäfen ein, die den Einstieg in Inlands- und Schengenflüge durch den Verzicht auf eine separate Ausweiskontrolle am Gate beschleunigt. Diese Maßnahme, von der Zivilluftfahrtbehörde und dem Innenministerium genehmigt, soll die Effizienz erhöhen, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen, da die Hauptkontrollen bereits früher im Prozeß erfolgen. Während Reisepässe und Personalausweise weiterhin mitgeführt werden müssen, ist diese Lockerung eine spürbare Erleichterung für Millionen von Reisenden. Die Neuerung könnte als Modell für andere europäische Länder dienen, die ähnliche Herausforderungen im Passagierverkehr meistern wollen, während für Flüge außerhalb des Schengenraums die bisherigen Kontrollpflichten bestehen bleiben.

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