Der europäische Luftfahrtverband Airlines for Europe (A4E) hat die politische Führung der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union eindringlich dazu aufgefordert, von der Verhängung von Zöllen auf Flugzeuge und Ersatzteile abzusehen. Angesichts eskalierender Handelsspannungen zwischen den beiden Wirtschaftsblöcken warnt der Verband vor den weitreichenden negativen Konsequenzen für die Luftfahrtindustrie. Ein von den USA vorgeschlagener Dreißig-Prozent-Zoll auf EU-Waren und mögliche Vergeltungsmaßnahmen der EU könnten den Sektor schwerwiegend beeinträchtigen.
Laut A4E würde eine Einführung solcher Zölle die Flottenkosten der Fluggesellschaften um Millionenbeträge erhöhen. Dies könnte nicht nur zu Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Flugzeuge führen, sondern auch Arbeitsplätze und den grenzüberschreitenden Flugbetrieb gefährden. Die Luftfahrtindustrie zeichnet sich durch eine tiefe transatlantische Verflechtung aus: Flugzeuge und deren Komponenten überqueren regelmäßig Grenzen für Produktion, Wartung und Reparaturen. Diese komplexe Wertschöpfungskette wäre durch Zölle massiv gestört.
Ourania Georgoutsakou, Geschäftsführerin von A4E, betonte die Abhängigkeit der Luftfahrt von internationaler Zusammenarbeit statt Konfrontation. Sie appellierte an beide Seiten, die aktuelle Situation zur Deeskalation der Spannungen zu nutzen und die globalen Lieferketten der Industrie zu schützen. Die Branche fürchtet, daß höhere Kosten und logistische Schwierigkeiten direkt an die Passagiere weitergegeben würden, was Reisen verteuern und die Nachfrage dämpfen könnte. Auch der internationale Güterverkehr wäre betroffen, was weitreichende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätte.
Die Luftfahrtbranche ist global vernetzt und auf einen freien Fluß von Waren und Dienstleistungen angewiesen. Protektionistische Maßnahmen wie die Androhung von Zöllen können diese empfindlichen Strukturen empfindlich stören. Der Appell von A4E reiht sich ein in die Stimmen weiterer Wirtschaftsverbände, die vor den Folgen eines ausgewachsenen Handelskonfliktes warnen. Eine solche Entwicklung würde nicht nur die beteiligten Staaten treffen, sondern auch die Stabilität des weltweiten Luftverkehrs gefährden und die Erholung der Branche nach jüngsten Krisen bremsen.