Schlange (Foto: David Clode/Unsplash).
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Gefahren: Richtige Reaktion bei Schlangenbissen, Insektenstichen und Zeckenbefall

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Die österreichische Natur lockt mit ihrer Schönheit zu vielfältigen Aktivitäten im Freien. Doch sie birgt auch Gefahren in Form von Tieren, deren Biße oder Stiche eine unmittelbare Reaktion erfordern können. Ob Schlangen, Insekten oder Zecken – das Wissen um die richtige Erste Hilfe und Präventionsmaßnahmen ist entscheidend, um ernsthafte gesundheitliche Komplikationen zu vermeiden.

Jährlich werden in Österreich etwa 40 Personen nach einem Schlangenbiß in Krankenhäuser eingeliefert, während Insektenstiche, insbesondere im Mund- und Rachenraum, oder Zeckenbisse mit dem Risiko der Übertragung von Krankheiten verbunden sein können. Experten des Österreichischen Roten Kreuzes und andere Mediziner betonen die Wichtigkeit von Ruhe, raschem Handeln und der Verständigung von Rettungskräften im Notfall.

Schlangenbiße in Österreich: Ruhe bewahren ist oberstes Gebot

Obwohl die Wahrscheinlichkeit eines Schlangenbisses in Österreich gering ist – jährlich landen etwa 40 Personen im Krankenhaus –, ist die richtige Reaktion im Falle eines Falles von großer Bedeutung. Heimische Giftschlangen wie die Kreuzotter oder die Sandviper sind in der Regel nicht lebensbedrohlich, dennoch ist eine ärztliche Konsultation stets ratsam. Eine weit verbreitete Fehlannahme, oft durch Filme genährt, ist das Absaugen oder Abbinden der Bißwunde. Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes, warnt ausdrücklich davor: „Beim Absaugen gelingt es nicht, Gift aus dem Körper zu entfernen. Auch Abbinden verhindert nicht, daß sich das Gift im Körper verteilt.“ Solche Maßnahmen können im schlimmsten Falle mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.

Die korrekten Schritte nach einem Schlangenbiß sind stattdessen auf Ruhe und Immobilisierung ausgelegt. Zunächst gilt es, Ruhe zu bewahren, um die Ausbreitung des Giftes im Körper zu verlangsamen. Die betroffene Körperstelle sollte möglichst ruhig gestellt werden, idealerweise tiefer als das Herz, um den Blutfluß zu minimieren. Unverzüglich sind die Rettungskräfte unter dem Notruf 144 zu verständigen. Für die spätere Behandlung kann es äußerst hilfreich sein, wenn ein Foto der Schlange gemacht werden kann – jedoch nur, wenn dies gefahrlos und ohne Zeitverlust möglich ist. Die genaue Identifizierung der Schlange ist entscheidend für die Auswahl des richtigen Gegengiftes, sollte ein solches notwendig sein.

Im Rahmen von Auslandsreisen ist eine sorgfältige Vorbereitung unerläßlich. Reisende sollten sich im Vorfeld über die in der jeweiligen Region heimischen Schlangenarten und andere potenziell gefährliche Tiere informieren. Im Falle eines „tierischen Notfalls“ im Ausland ist es von höchster Priorität, sofort die nächstgelegene Gesundheitseinrichtung aufzusuchen oder den entsprechenden lokalen Notruf zu wählen. Hierbei ist zu beachten, daß die Fauna und damit auch die Risiken in anderen Klimazonen erheblich von den Verhältnissen in Österreich abweichen können und Bisse von nicht-heimischen Schlangen oft eine wesentlich höhere Gefahr darstellen.

Insektenstiche: Wann aus Harmlosigkeit eine Gefahr wird

Die meisten Insektenstiche, sei es von Mücken oder harmlosen Bienen, sind zwar lästig, aber meistens ungefährlich. Kühle Umschläge auf der Stichstelle helfen in der Regel, Schwellungen schnell abklingen zu lassen. Doch es gibt Situationen, in denen ein Insektenstich schnell zu einem medizinischen Notfall werden kann, insbesondere bei Stichen im Mund oder Rachenraum. „Gefährlich wird es aber bei Stichen im Mund oder Rachen“, warnt Dr. Schreiber eindringlich. „Setzen Sie in diesen Fällen sofort den Notruf ab!“

Die unmittelbare Gefahr bei Stichen in diesen sensiblen Bereichen liegt in der schnellen Schwellung, die die Atemwege blockieren kann. In solchen Fällen sind rasche und gezielte Maßnahmen gefragt:

  • Wenn möglich, sollte der Stachel entfernt werden.
  • Die betroffene Person ist in eine aufrechte Position zu bringen, um die Atmung zu erleichtern und dem Entstehen von Atemnot entgegenzuwirken.
  • Ein kalter Umschlag oder ähnliches ist um den Hals und auf die Einstichstelle zu legen, um die Schwellung zu reduzieren.
  • Das Lutschen von Eiswürfeln oder kaltem Wasser kann von innen kühlen und die Schwellung im Rachenbereich hemmen.

Diese Sofortmaßnahmen dienen der Überbrückung, bis professionelle medizinische Hilfe eintrifft. Die Gefahr einer Atemwegsverlegung ist ernst zu nehmen und erfordert höchste Aufmerksamkeit.

Allergischer Schock: Schnelles Handeln rettet Leben

Noch kritischer wird die Situation, wenn eine Person allergisch auf Wespen- oder Bienenstiche reagiert. Ein allergischer oder anaphylaktischer Schock kann im schlimmsten Falle zu einem Atem-Kreislauf-Stillstand führen und erfordert sofortiges Handeln. Typische Anzeichen, die auf einen allergischen Schock hindeuten, sind „ausgeprägte Hautrötungen, Schwellungen, Ausschläge und Juckreiz auf große Teile des Körpers“, wie der Rotkreuz-Chefarzt erklärt. Treten solche Symptome auf, muß umgehend reagiert werden.

Für Ersthelfer ist es entscheidend, die Anzeichen zu erkennen und schnell zu handeln. Allergiker führen oft Notfallmedikamente mit sich, wie beispielsweise einen Adrenalin-Autoinjektor. Als Ersthelfer sollte man die betroffene Person bei der Einnahme dieser Medikamente unterstützen. Ist der oder die Betroffene nicht mehr ansprechbar, aber die Atmung ist normal, ist die stabile Seitenlage die richtige Maßnahme. Sollte jedoch keine oder keine normale Atmung mehr festzustellen sein, muß sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden. Schulungen in Erster Hilfe, die regelmäßig aufgefrischt werden sollten, sind hierbei von unschätzbarem Wert.

Die Anaphylaxie ist eine schwere, potentiell lebensbedrohliche, systemische allergische Reaktion, die plötzlich auftritt und sich rasch verschlimmern kann. Sie wird durch eine Überreaktion des Immunsystems auf einen harmlosen Stoff (Allergen) ausgelöst. Bei Insektenstichen ist das Allergen das Gift des Insekts. Die Symptome können von juckendem Hautausschlag über Atemnot und Herz-Kreislauf-Probleme bis hin zum Schock reichen. Jede Sekunde zählt bei einem anaphylaktischen Schock.

Sicher durch die Zecken-Zeit: Vorsorge und richtige Entfernung

Österreich ist bekannt als „Zecken-Land“, und die kleinen Spinnentiere sind aufgrund milder Winter zunehmend aktiver. Zecken lauern überall im Grünen, in Wäldern, auf Wiesen und in Gärten. Sie sind Überträger von ernsthaften Krankheiten wie der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und der Borreliose.

Der einzig wirksame Schutz gegen die FSME-Virusinfektion ist die Impfung. Diese wird ab dem vollendeten ersten Lebensjahr empfohlen und besteht aus einer dreiteiligen Grundimmunisierung im ersten Jahr. Die erste Auffrischung sollte drei Jahre danach erfolgen, weitere Auffrischungsimpfungen folgen dann im 5-Jahres-Abstand. Dr. Schreiber empfiehlt dringend: „Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt, Ihrer Hausärztin beraten.“ Die FSME-Impfung ist eine wichtige Vorsorgemaßnahme, um sich vor dieser viralen Erkrankung, die zu einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung führen kann, zu schützen.

Wird man von einer Zecke gebissen, ist es entscheidend, schnell und korrekt zu handeln. Die Zecke sollte sofort und vorsichtig mit einer Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernt werden. Dabei ist darauf zu achten, auch den Kopf samt Beißwerkzeugen vollständig zu entfernen, da sonst Infektionen entstehen können. Nach der Entfernung ist die Einstichstelle zu desinfizieren und zu markieren. Dies ist wichtig, denn sollte sich – auch Wochen später – ein roter Kreis um die Stelle bilden, die sogenannte Wanderröte, kann dies ein Hinweis auf eine Borreliose-Infektion sein. Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die verschiedene Organe befallen kann und im Gegensatz zur FSME nicht durch Impfung verhindert, aber mit Antibiotika behandelt werden kann. Eine frühzeitige Erkennung der Wanderröte ist daher entscheidend für eine erfolgreiche Therapie.

Neben der Impfung und der korrekten Entfernung der Zecke sind auch allgemeine Schutzmaßnahmen ratsam: das Tragen von langer Kleidung bei Aufenthalten im Grünen, das Absuchen des Körpers nach Zecken nach dem Aufenthalt im Freien und das Vermeiden von hochnäsiger Vegetation. Die bewußte Auseinandersetzung mit den potenziellen Gefahren in der österreichischen Natur ist essentiell für die Sicherheit beim Aufenthalt im Freien. Ob Schlangenbisse, Insektenstiche oder Zeckenbefall – das Wissen um Prävention und Erste-Hilfe-Maßnahmen kann im Notfall Leben retten oder ernsthafte Gesundheitsschäden verhindern. Die Ratschläge von Experten des Roten Kreuzes zur Ruhebewahrung bei Schlangenbissen, zur schnellen Reaktion bei Stichen in Mund und Rachen sowie zur Vorbeugung und korrekten Entfernung bei Zeckenbissen sind unerläßlich. Regelmäßige Auffrischung von Erste-Hilfe-Kenntnissen und die Nutzung von Impfangeboten sind dabei wichtige Säulen für einen sicheren und unbeschwerten Naturgenuß.

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