Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer (AK) Steiermark hat erhebliche Preisunterschiede bei Getränken in der Gastronomie der Steiermark aufgedeckt. Die Untersuchung zeigt teilweise eine Preisspanne von über 60 Prozent für gängige Getränke. Die AK-Marktforschung untersuchte wie in den Vorjahren die Kosten für Kaffee, Bier, Spritzer, Fruchtsäfte und Aufspritzgetränke in Grazer Innenstadtlokalen und weitete die Erhebung heuer erstmals auf die steirischen Bezirke aus. Insgesamt wurden die Preise von 43 Lokalen – 22 in Graz und 21 in den Bezirken – mit über 600 Einzeldaten erfaßt.
Die erhobenen Daten zeigen deutliche Preisdifferenzen zwischen den einzelnen Gastronomiebetrieben. Für einen Cappuccino zahlt man in Graz zwischen 3,5 und 4,9 Euro, während der Preis außerhalb der Landeshauptstadt zwischen 3,1 und 4 Euro liegt. Ein halber Liter Bier kostet in Graz zwischen 4,6 und 5,9 Euro, in den Bezirken hingegen zwischen 4,2 und 5,3 Euro. Für ein kleines Bier (0,3 Liter) müssen Gäste in Graz zwischen 3,9 und 4,9 Euro ausgeben, außerhalb fallen 3,7 bis 4,4 Euro an. Alkoholfreies Bier (0,5 Liter) ist in Graz zwischen 4,20 und 5,60 Euro erhältlich, in den Bezirken zwischen 4,1 und 5,2 Euro.
Besonders auffällig ist die Preisspanne bei einem weißen Spritzer (0,25 Liter), die steiermarkweit zwischen 2,4 und 4,6 Euro variiert. Bei einem Fruchtsaft oder -nektar, mit Leitungswasser auf einen halben Liter verlängert, bewegen sich die Preise zwischen 2,2 und 5,1 Euro, abhängig auch von der jeweiligen Marke. Andrea Büdenbender, AK-Marktforscherin, betonte, es lohne sich, genau auszusuchen, wo man etwas trinke, da die Preisspannen zwischen dem teuersten und billigsten Angebot teilweise sehr groß seien. Als Beispiel nannte sie den „Verlängerten“ (Kaffee), bei dem die Preise steiermarkweit zwischen 2,9 und 4,7 Euro liegen – eine Differenz von über 60 Prozent.
Interessanterweise sei Leitungswasser in vielen Getränkekarten kostenpflichtig aufgeführt, werde aber bei sonstigem Konsum nirgends tatsächlich verrechnet. Bemerkenswert ist auch, daß in Graz bei knapp der Hälfte der untersuchten Lokale, nämlich zehn von 22, die Getränkepreise kaum oder gar nicht angehoben wurden. Trotzdem zeige eine Betrachtung der gesamten Preissteigerung in Graz, daß diese bei rund 3,4 Prozent liege und somit über der allgemeinen Inflationsrate liege, so Büdenbender. Die Studie bietet Konsumenten eine wertvolle Orientierungshilfe in der steirischen Gastronomielandschaft.