Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika plant eine umfassende Anhebung der Gebühren für internationale Besucher. Besonders betroffen sind Touristen aus Ländern, die nicht am sogenannten Visa-Waiver-Programm teilnehmen und ein US-Touristenvisum beantragen müssen. Für diese Gruppe soll künftig eine zusätzliche „Integrity Fee“ von mindestens 250 US-Dollar erhoben werden, was die Reisekosten für eine vierköpfige Familie, beispielsweise aus Brasilien, auf bis zu 1.876 Dollar steigen lassen könnte, wie das US-Portal Skift berichtet.
Die „Integrity Fee“ ist zwar Teil eines kürzlich verabschiedeten Haushaltsgesetzes, ist jedoch noch nicht in Kraft getreten. Das Heimatschutzministerium ist ermächtigt, diese Abgabe im laufenden Fiskaljahr einzuführen. Ab dem Haushaltsjahr 2026, welches am 1. Oktober 2025 beginnt, soll die Gebühr zudem jährlich an die Inflation angepaßt werden. Besucher aus über 40 Ländern, die unter das Visa-Waiver-Programm fallen, sind von dieser neuen Abgabe ausgenommen. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit einer rückwirkenden Rückerstattung der Gebühr für Einreiseberechtigte, sofern sie ihren Aufenthalt nicht um mehr als fünf Tage überziehen und keine nicht genehmigte Arbeit aufnehmen. Die genaue Umsetzung und der Zeitpunkt der Einführung bleiben jedoch noch abzuwarten.
Zusätzlich zu dieser neuen Visumgebühr sind auch andere Einreiseabgaben von Erhöhungen betroffen. Die Gebühr für das I-94-Formular, das bei der Einreise über Landgrenzen erforderlich ist, steigt von 6 auf 24 Dollar. Diese Erhöhung betrifft unter anderem Reisende aus Visa-Waiver-Staaten, nicht jedoch US-Bürger, Inhaber von Einwanderungsvisa und die meisten Kanadier. Auch diese Gebühr soll künftig inflationsbedingt steigen. Die Kosten für die elektronische Reisegenehmigung ESTA, die für visafreie Einreisen notwendig ist, erhöhen sich, wie bereits bekannt, von 21 auf 40 Dollar. Dieser neue Satz gilt voraussichtlich mindestens bis zum Jahre 2034, wodurch sich auch kurzfristige Aufenthalte für Gäste aus Ländern wie Deutschland, Österreich oder der Schweiz erheblich verteuern.
Befürworter der neuen Abgaben argumentieren mit dem Nutzen für den Staatshaushalt. So fließen beispielsweise 20 Prozent der I-94-Gebühren an die Landgrenzkontrolle, weitere 20 Prozent an den Zoll- und Grenzschutz, und der Rest geht in die Staatskasse. Von den ESTA-Einnahmen sind zehn Dollar für die Kosten des Heimatschutzministeriums, 13 Dollar für den Schuldenabbau und 17 Dollar für die Tourismusförderung durch Brand USA vorgesehen. Die US-Reisebranche zeigt sich hingegen besorgt über die neuen Hürden. Branchenvertreter befürchten, daß höhere Gebühren potentielle Gäste abschrecken könnten, insbesondere vor internationalen Großereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen. Erik Hansen, Vizepräsident der US Travel Association, äußerte sich laut Skift kritisch: „Wir brauchen klügere Regelungen, die unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken – nicht solche, die die USA als Reiseziel unattraktiver machen.“