Ein rücksichtsloser Passagier hat am Flughafen Edinburgh (EDI) für Aufregung und eine erhebliche Flugverspätung gesorgt. Kurz vor dem Abflug eines Ryanair-Fluges nach Alicante wurde der Mann von der Crew dabei erwischt, wie er in einer Flugzeugtoilette eine E-Zigarette benutzte.
Der Verstoß gegen die strengen Sicherheitsbestimmungen löste den Rauchmelder aus und führte dazu, daß der Mann von sechs Polizisten von Bord gebracht und verhaftet wurde. Der Vorfall, der sich am 3. Juli 2025 ereignete, hatte eine Verzögerung von anderthalb Stunden zur Folge. Er reiht sich in eine Reihe ähnlicher Vorfälle ein, die zeigen, wie unbelehrbare Passagiere den Flugbetrieb stören und die Sicherheit an Bord gefährden.
Ein riskanter Dampfstoß: Der Vorfall in Edinburgh
Der Flug, eine Boeing 737 Max 8, sollte um 07:05 Uhr vom schottischen Flughafen Edinburgh nach Alicante in Spanien abheben. Doch kurz vor dem Start wurde die Crew auf den Passagier aufmerksam, der es sich in einer der Toiletten des Flugzeugs bequem gemacht hatte, um eine E-Zigarette zu rauchen. Obwohl Vaping im Flugzeug offiziell nicht als Brandgefahr wie herkömmliche Zigaretten eingestuft wird, ist das Benutzen von E-Zigaretten an Bord, insbesondere in den Toiletten, strikt verboten. Der Grund dafür ist, daß der Dampf die Rauchmelder auslösen kann, was in der Tat auch geschah. Die Auslösung des Melders führt zu einem Sicherheitsalarm, der in der Regel die sofortige Alarmierung der Rettungsdienste zur Folge hat.
Als der Passagier ertappt wurde, eskalierte die Situation. Ein Zeuge, Tristan James Walker, berichtete der „New York Post“, daß der Mann „sehr ruhig war, nicht stritt oder sonst ein Drama veranstaltete“. Er wurde dennoch von sechs Polizeibeamten von Bord gebracht. Der Pilot informierte die verbleibenden 196 Passagiere über den Vorfall und erklärte, daß die Startverzögerung notwendig sei, um die Sicherheit zu gewährleisten. Der Flug konnte schließlich um 08:28 Uhr starten, anderthalb Stunden nach der ursprünglich geplanten Abflugzeit. Trotz der Verzögerung erreichten die Passagiere ihr Ziel am selben Morgen.
Als Konsequenz wurde der „dampfende“ Passagier Berichten zufolge von Ryanair auf die schwarze Liste gesetzt. Diese Maßnahme bedeutet, daß er auf unbestimmte Zeit nicht mehr mit der Fluggesellschaft reisen darf.
Konsequenzen für rücksichtslose Passagiere: Von Geldstrafen bis Gefängnis
Der Vorfall in Edinburgh ist kein Einzelfall. Ähnliche Geschehnisse haben sich bereits im vergangenen Sommer ereignet und zeigen, daß das Problem der sogenannten „unruly passengers“ (ungebührliche Passagiere) in der Luftfahrtindustrie weit verbreitet ist.
- Im August 2024 wurden drei Frauen auf einem Ryanair-Flug vom Flughafen Manchester (MAN) aufgefordert, das Trinken von Alkohol und das Vapen vor dem Start einzustellen. Da sie die Warnung ignorierten, wurden auch sie von Bord gebracht.
- Ein weiterer Passagier wurde im Sommer des letzten Jahres auf einem Ryanair-Flug nach Ibiza (IBZ) beim Vapen erwischt und ebenfalls aus dem Flugzeug entfernt.
Die Fluggesellschaften und die Luftfahrtbehörden reagieren auf solche Vorfälle mit zunehmender Strenge. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) und die britische Civil Aviation Authority (CAA) haben klare Richtlinien und Strafen für störendes Verhalten an Bord. Die CAA sieht für solche Vergehen eine Reihe von Sanktionen vor, darunter Verhaftung und strafrechtliche Verfolgung. Dies kann zu hohen Geldstrafen und sogar zu Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren führen.
Ein weiteres Risiko für Passagiere, die solche Vorfälle verursachen, ist die finanzielle Haftung. Wird ein Flug aufgrund des Verhaltens eines Passagiers umgeleitet, kann die CAA die vollen Kosten für die Flugumleitung dem verantwortlichen Passagier in Rechnung stellen. Dies kann schnell eine Summe von mehreren zehntausend Euro erreichen. Die Möglichkeit, von einer Fluggesellschaft auf die schwarze Liste gesetzt zu werden, ist eine weitere Konsequenz, die die Reisemöglichkeiten des Einzelnen dauerhaft einschränkt.
Ryanairs Sommerflüge 2025: Die Rolle der Boeing 737 Max
Der Flug nach Alicante wurde mit einer Boeing 737 Max 8 durchgeführt, einem Flugzeugtyp, der für Billigfluggesellschaften wie Ryanair eine zentrale Rolle spielt. Die neuen Jets der 737 Max Familie wurden speziell für Betreiber wie Ryanair entwickelt. Sie bieten eine höhere Passagierkapazität als frühere Modelle, was zu einer Reduzierung der Kosten pro Sitzplatz führt. Mit bis zu 200 Sitzplätzen in der 737-8200-Version kann Ryanair mehr Passagiere befördern und die Betriebskosten auf eine größere Anzahl von Tickets verteilen.
Die 737 Max 8 zeichnet sich zudem durch eine modernere Ausstattung aus. Die Kabine ist geräumiger, und die verstellbare LED-Beleuchtung, ähnlich der des 787 Dreamliners, soll eine entspannte Atmosphäre schaffen. Diese Merkmale sind Teil der Strategie von Ryanair, den Flugverkehr für die Passagiere komfortabler zu gestalten, ohne die niedrigen Preise zu gefährden.
Die Vorfälle mit störenden Passagieren werfen jedoch ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen auch Fluggesellschaften wie Ryanair konfrontiert sind. Trotz moderner Flugzeuge und optimierter Betriebsabläufe bleibt das menschliche Verhalten an Bord ein unberechenbarer Faktor, der zu erheblichen Störungen führen kann.
Ein Fall mit Symbolcharakter
Der Vorfall am Flughafen Edinburgh hat Symbolcharakter. Er zeigt, wie die rücksichtslosen Handlungen eines einzelnen Passagiers weitreichende Folgen für fast 200 andere Reisende und die betrieblichen Abläufe einer Fluggesellschaft haben können. Die konsequente Reaktion der Behörden und der Fluggesellschaft, die von der Verhaftung des Täters bis hin zur Verhängung eines Flugverbots reicht, unterstreicht die Ernsthaftigkeit, mit der die Luftfahrtindustrie Verstöße gegen die Sicherheitsregeln ahndet.
Die Einhaltung der Regeln an Bord eines Flugzeugs ist nicht nur eine Frage des Anstands, sondern vor allem der Sicherheit aller Passagiere und der Besatzung. Die aktuellen Vorfälle sind eine Mahnung an alle Reisenden, die strikten Anweisungen der Fluggesellschaften zu respektieren. Die Luftfahrt ist ein sicheres Transportmittel, weil die Regeln konsequent eingehalten werden. Dieser Fall zeigt, daß die Behörden und die Fluggesellschaften nicht davor zurückschrecken, hart durchzugreifen, um diese Sicherheit zu gewährleisten.