Die Fernverkehrsgesellschaft Flixtrain hat ihre Gepäckbestimmungen verschärft und verlangt seit Juli 2025 Zusatzgebühren für größere Koffer. Wie aus den neuen Regelungen des Unternehmens hervorgeht, fallen nun für Gepäckstücke mit den Maßen 50 mal 30 mal 80 Zentimeter und einem Gewicht von bis zu 20 Kilogramm zusätzliche Kosten an. Verkehrsexperten sehen in dieser Maßnahme eine faktische Preiserhöhung, die besonders bei Kurzstreckenreisen ins Gewicht fallen könnte.
Die neuen Gebühren betragen, je nach Strecke und Buchungszeitpunkt, mindestens 5,49 Euro. Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Flixtrain können die Preise variieren. Werden die größeren Koffer nicht vorab gebucht, drohen den Reisenden Strafen in Höhe von mindestens 60 Euro oder dem doppelten Ticketpreis. Handgepäck bis sieben Kilogramm und kleinere Reisetaschen bis zehn Kilogramm bleiben weiterhin kostenfrei. Für spezielles Gepäck wie Musikinstrumente oder Sportausrüstung gelten gesonderte Tarife. Kinderwagen und Mobilitätshilfen sind von den neuen Bestimmungen ausgenommen.
Als Begründung für die Einführung der Gebühren nannte Flixtrain die effizientere Nutzung der Abstellflächen in den Waggons. Das Unternehmen verfolgt damit eine Strategie, die bereits von vielen Fluggesellschaften praktiziert wird, bei der für Zusatzleistungen extra bezahlt werden muß. Interessanterweise bleiben im Angebot der Schwestermarke Flixbus größere Gepäckstücke im Fahrpreis inbegriffen, was zu unterschiedlichen Regelungen innerhalb desselben Konzerns führt.
Mit dieser Entscheidung positioniert sich Flixtrain ähnlich wie einige seiner Mitbewerber, die ebenfalls auf Zusatzkosten für Gepäck setzen, um die Grundpreise niedrig zu halten. Die deutsche Deutsche Bahn hat hingegen in ihren Tarifen bisher keine separaten Gepäckgebühren. Die neuen Regelungen von Flixtrain könnten dazu führen, daß Reisende ihre Wahl zwischen den Anbietern stärker von den jeweiligen Gepäckbestimmungen abhängig machen.