Eine aktuelle Analyse eines Energieunternehmens, basierend auf Daten der European Severe Weather Database (ESWD), zeigt eine kontinuierliche Zunahme der Zahl registrierter Unwetterereignisse in Europa seit 2020. Für die Untersuchung wurden über 173.000 bestätigte Meldungen aus 37 Ländern ausgewertet, die sich auf die Monate Mai bis September der vergangenen 15 Jahre bezogen. Im Fokus standen dabei Kategorien wie Hagel, Starkregen, Tornados, schwere Windböen, starke Schneefälle und Schadensblitze.
Die Auswertung der Gesamtzahl der gemeldeten Unwetterereignisse zeigt, daß Polen mit 38.157 registrierten Fällen an der Spitze liegt, gefolgt von Deutschland mit 34.911. Demgegenüber verzeichneten populäre Reiseländer wie Frankreich (15.222) und Italien (15.219) deutlich weniger Fälle. Auch in Österreich (8.653), Tschechien (7.057) und Spanien (4.751) wurden geringere Zahlen ermittelt. Die Analyse zeigt somit eine Konzentration von Wetterereignissen in bestimmten Regionen Europas, während andere Länder vergleichsweise ruhigere Sommerwetterlagen aufweisen.
Bei der Betrachtung der Unwetterarten über alle Länder hinweg sind schwere Windböen mit 34,78 Prozent am häufigsten. Starkregen folgt mit 28,85 Prozent, dicht dahinter liegt großer Hagel mit 26,86 Prozent. Seltene Ereignisse waren Schadensblitze (6,37 Prozent) und Tornados (3,07 Prozent). Auf nationaler Ebene gibt es deutliche Unterschiede: In Irland dominiren Windböen mit einem Anteil von 88,29 Prozent, während in Belgien Starkregen (58,02 Prozent) und in Armenien großer Hagel (88,44 Prozent) die häufigsten gemeldeten Unwetterereignisse darstellen.
Die Entwicklung über die Jahre zeigt einen klaren Trend: Waren es 2020 noch 9.525 registrierte Fälle, so stieg die Zahl bis 2024 auf 24.954 an. Der Negativrekord wurde jedoch im Jahre 2023 mit 30.331 Meldungen erreicht. Diese Zahlen liegen deutlich über dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre und verdeutlichen eine steigende Zahl an registrierten Unwetterereignissen in den Sommermonaten.