Die Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH hat einen Mitarbeiter beurlaubt, der im Verdacht steht, Kontakte zu russischen Institutionen zu unterhalten und der sogenannten Reichsbürger-Szene nahezustehen. Das Unternehmen, das Bauteile für die Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie herstellt, hat eine interne Untersuchung des Falls eingeleitet.
Auf Nachfrage bestätigte das Unternehmen, daß die Situation ernst genommen werde und der betreffende Mitarbeiter für die Dauer der Untersuchung beurlaubt sei. Nach Angaben von Liebherr-Aerospace, die auf eine Rechercheanfrage in der vergangenen Woche hin erfolgten, hatte der Mann in seinen bisherigen Funktionen als strategischer Einkäufer und in der Kostenanalyse keinen Zugriff auf strategische oder sicherheitsrelevante Daten. Er ist seit 2011 im Unternehmen beschäftigt.
Liebherr-Aerospace betonte, daß keine geheimhaltungspflichtigen Projekte bearbeitet werden und daher auch keine behördlichen Sicherheitsüberprüfungen vorgesehen seien. Alle Arbeitsverträge würden jedoch eine strenge Verschwiegenheitsverpflichtung beinhalten.
Weder der bayerische Verfassungsschutz, der für das Bundesland zuständig ist, noch die russische Botschaft in Berlin wollten sich zu dem Fall äußern. Der Verfassungsschutz verwies auf die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen, während die Botschaft erklärte, bei ihren öffentlichen Veranstaltungen keine personenbezogenen Daten der Besucher zu erfassen.