Speiseeis (Foto: Gurkerl).
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Vom Twinni bis zur Pistazie: Die heimischen Eis-Vorlieben im Sommer 2025

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Nach einem eher verregneten Sommeranfang hat die Hitze des Augustes in Österreich die Nachfrage nach Eis in die Höhe getrieben. Eine Analyse des Online-Supermarktes Gurkerl gibt Aufschluß über die aktuellen Vorlieben der Konsumenten.

Die Daten des Sommers 2025 zeigen eine spannende Mischung aus Nostalgie für klassische Kindheitssorten, einem starken Wachstum bei pflanzlichen Produkten und der ungebrochenen Dominanz von Pistazieneis. Dieser Überblick über die Eistrends bietet tiefe Einblicke in das Konsumverhalten der Österreicher, welches zwischen Tradition, bewußter Ernährung und dem Wunsch nach neuen Geschmackserlebnissen schwankt. Die Ergebnisse zeichnen das Bild eines Marktes, der sowohl von altbekannten Favoriten als auch von aufstrebenden Nischenprodukten geprägt ist.

Eine Ode an die Kindheit: Das Comeback der Klassiker

Die Analyse der meistbestellten Eissorten im Zeitraum von Juni bis August 2025 bei Gurkerl zeigt ein klares Bild: Die Österreicher sehnen sich nach ihren Kindheitserinnerungen. Die Liste der meistverkauften Sorten wird von Klassikern dominiert, die seit Generationen in den heimischen Gefriertruhen zu finden sind. Angeführt wird das Ranking vom Eskimo Twinni Multipack, einem zweiteiligen Eis am Stiel mit Zitrone und Himbeere, das für viele ein Symbol unbeschwerter Sommerferien ist. Auf den Plätzen folgen das Eskimo Jolly Multipack, der Eis-Klassiker mit Schokoladenüberzug, und der vielteilige Eskimo Eis Legenden Multipack, eine Sammlung der beliebtesten Sorten der Marke. Auch das traditionelle Cornetto Classico Multipack hat es in die Top 5 geschafft.

Dieses „Retro-Revival“ ist kein Zufall, sondern ein bemerkenswertes Phänomen des modernen Konsumverhaltens. In einer schnelllebigen und komplexen Welt greifen viele Menschen gerne auf Produkte zurück, die ihnen ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrautheit vermitteln. Die Marketingstrategien der großen Eishersteller wie Unilever, zu denen die Marke Eskimo gehört, haben diese Entwicklung erkannt. Sie setzen gezielt auf die Kraft der Nostalgie, um die emotionalen Bindungen der Kunden zu ihren Marken zu reaktivieren. Was früher ein Kiosk-Hit war, ist heute wieder ein Sommer-Must-have, das über den Online-Supermarkt bequem nach Hause geliefert wird.

Der überraschende Aufstieg des veganen Eises

Ein besonders auffälliger Trend, den die Daten von Gurkerl offenlegen, ist der Boom bei pflanzlichen Eissorten. Zwischen Juni und August 2025 wurden rund 142 Prozent mehr vegane Eissorten bestellt als im Vorjahr. Dieser Anstieg mag auf den ersten Blick eine gezielte Kaufentscheidung der Kunden für eine bestimmte Ernährungsform vermuten lassen. Die Analyse der meistverkauften veganen Eissorten zeigt jedoch ein überraschendes Bild: Ein Großteil des Zuwachses entfällt auf Produkte wie den Calippo oder den Flutschfinger, die von Natur aus keine Milchprodukte enthalten.

Dieses Phänomen deutet darauf hin, daß die Verbraucher diese Produkte oft gar nicht explizit als „vegan“ wahrnehmen, sondern sie aufgrund ihres Geschmacks, ihrer Form oder ihrer Tradition kaufen. Das pflanzliche Eis wird somit „unabsichtlich“ zum Mainstream. Dieser Trend gibt Einblicke in das Kaufverhalten einer breiten Masse, die in erster Linie nach Erfrischung und Genuss sucht und weniger auf die genaue Kennzeichnung achtet. Es zeigt aber auch, daß die Hersteller mit einer breiteren Palette an pflanzlichen Eissorten auf dem Vormarsch sind, sei es durch neue Produkte oder durch die gezielte Positionierung von Klassikern.

Die grüne Königin und das wachsende Bewußtsein

Neben den Klassikern gibt es einen Geschmack, der sich in den letzten Jahren an die Spitze der Beliebtheit katapultiert hat: Pistazie. Was im Jahr 2024 ein regelrechter Hype war, hat sich im Sommer 2025 als Dauerbrenner etabliert. Die Bestellungen für Pistazieneis stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 134 Prozent. Die grüne Nuss gilt längst nicht mehr als exotische Nische, sondern als ein Symbol für moderne Kulinarik und einen hochwertigen Geschmack. Ihre Popularität ist so groß, daß sich die kleine grüne Nuss auch in vielen anderen Produktkategorien, von Keksen über Croissants bis hin zu Milchprodukten, wiederfindet.

Parallel dazu verzeichnet die Kategorie der Bio-Eissorten einen deutlichen Bestellzuwachs von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung geht einher mit einem allgemeinen Trend hin zu einem bewußteren Konsum. Konsumenten legen heute Wert auf die Herkunft ihrer Lebensmittel und die Qualität der Zutaten. Diese Motive gelten längst nicht mehr nur für den täglichen Einkauf, sondern erstrecken sich auch auf den Genuss von Desserts. Besonders beliebt sind hier die Alnatura Vanille-Eiscreme und das Bio Himbeere-Hibiskus-Eis von NICE. Das Wachstum in diesem Segment zeigt, daß für eine wachsende Kundschaft die Entscheidung für ein Eis nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Qualität und des persönlichen Wohlbefindens ist.

Die Zukunft im Eisfach: Nischenprodukte erobern den Markt

Während die Dominanz der Massenprodukte und Klassiker im Online-Supermarkt weiterhin spürbar ist, zeigt die Analyse von Gurkerl auch, daß sich das Tiefkühlfach im Wandel befindet. Eine Vielzahl neuer, spezialisierter Marken und Kreationen erobert langsam aber stetig den Markt. Produkte wie Eis auf A2-Milch-Basis, die für ihre bessere Verdaulichkeit beworben wird, High-Protein-Ice-Cream-Bars vom Wiener Start-up FRO ZEN oder ausgefallene Kreationen wie die Eisknödel von Der Eismacher und die veganen Eiskreationen von CUTZ vom Wiener Naschmarkt gewinnen an Aufmerksamkeit.

Noch sind diese Produkte eine Nische, doch mit der wachsenden Neugier der Konsumenten auf neue Ernährungstrends und spezialisierte Produkte könnten sie bald größere Bedeutung erlangen. Diese Entwicklung spiegelt eine zunehmende Fragmentierung des Marktes wider, bei der Unternehmen mit innovativen Ideen und Konzepten auf spezifische Bedürfnisse und Wünsche der Konsumenten eingehen. Der Online-Handel, mit seiner Fähigkeit, auch kleinere Hersteller zu präsentieren und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Die Analyse des österreichischen Eis-Marktes zeigt, daß Konsumenten ein vielschichtiges Verhältnis zu ihrer kalten Sommer-Erfrischung haben. Während der Wunsch nach bekannten Kindheitserinnerungen ungebrochen ist, steigt gleichzeitig die Neugier auf neue Geschmäcker und die Nachfrage nach Produkten, die spezifische Ernährungsbedürfnisse oder Qualitätsansprüche erfüllen. Die Entwicklung des Eiskonsums im Sommer 2025 ist somit ein Spiegelbild moderner Konsumgewohnheiten, die sowohl von Tradition als auch von Innovation geprägt sind. Die Eishersteller stehen vor der Herausforderung, ihre klassischen Sorten weiterhin zu pflegen, gleichzeitig aber auf die neuen Trends zu reagieren, um die wechselnden Vorlieben der Konsumenten zu bedienen.

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