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Wiens Luftbrücke zum Wachstum: Der Flughafen profiliert sich als Frachtdrehkreuz in Zentraleuropa

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Der Flughafen Wien hat im ersten Halbjahr 2025 eine bemerkenswerte Bilanz im Frachtgeschäft vorgelegt. Mit einer abgefertigten Gesamttonnage von 154.001 Tonnen verzeichnete der Airport ein kräftiges Wachstum von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieser Aufschwung ist das Ergebnis einer strategischen Ausrichtung und der Anpassung an die dynamischen Entwicklungen im globalen Handel.

Vor allem der florierende E-Commerce-Sektor und die Aufnahme neuer interkontinentaler Flugverbindungen haben das Wachstum angetrieben und die Position des Flughafens als wichtiges Drehkreuz zwischen den großen Handelsregionen der Welt weiter gefestigt. Die positive Entwicklung im Frachtbereich steht stellvertretend für die wirtschaftliche Vitalität der Region und die Bedeutung des Luftverkehrs als Transportweg für hochwertige Güter.

Ein Aufschwung im Frachtgeschäft: Die Zahlen des ersten Halbjahres

Die detaillierten Zahlen, die von der Flughafen Wien AG veröffentlicht wurden, zeugen von einem robusten Wachstum. Von Jänner bis einschließlich Juni 2025 konnte das Volumen der abgefertigten Fracht um 12.822 Tonnen gesteigert werden. Besonders stark war das Wachstum in den Monaten April und Mai, die mit einem Plus von 13 beziehungsweise 15 Prozent herausragten. Diese Zuwächse sind umso bemerkenswerter, da sie in einem von globalen Handelsflüssen geprägten Umfeld erzielt wurden.

Mag. Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG, hob die Rolle des Airports als Frachtdrehkreuz hervor: „Mit einem Plus von 9% legte die Luftfracht am Flughafen Wien im ersten Halbjahr 2025 deutlich zu. Treiber dafür sind vor allem der E-Commerce-Bereich und die Aufnahme neuer Langstrecken-Verbindungen ab Wien. Vor allem als Fracht-Hub zwischen Asien und Südosteuropa ist der Flughafen Wien hier ausgezeichnet etabliert.“

Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt auch die Stärke des Flughafens im Import- und Exportgeschäft. Während die importierte Tonnage um vier Prozent auf 81.162 Tonnen wuchs, stiegen die Export-Zahlen sogar um 15 Prozent auf 72.839 Tonnen. Das deutliche Plus bei den Exporten unterstreicht die wachsende Bedeutung des Flughafens als Tor für österreichische und europäische Produkte auf dem Weltmarkt.

E-Commerce als Katalysator: Die strategische Rolle der schnellen Lieferung

Einer der Haupttreiber für das dynamische Wachstum im Frachtgeschäft ist der anhaltende Boom im Online-Handel. Im Zuge der Digitalisierung des Konsums hat sich die Nachfrage nach schnellen und zuverlässigen Transportwegen für Kleinsendungen und Pakete dramatisch erhöht. Im Gegensatz zur traditionellen Stückgutfracht, bei der große Paletten transportiert werden, besteht der E-Commerce-Verkehr aus einer Vielzahl von kleineren Gütern, die in kurzer Zeit an den Endkunden gelangen müssen. Flughäfen, die sich auf die Abfertigung dieser Sendungen spezialisiert haben, profitieren von diesem Trend.

Der Flughafen Wien hat diese Entwicklung erkannt und seine Infrastruktur gezielt ausgebaut. Mag. Michael Zach, Senior Vice President Ground Handling & Cargo Operations, bestätigte dies: „Der Flughafen Wien sieht im E-Commerce weiteres Wachstumspotenzial, vor allem im Bereich der reinen Cargo-Verbindungen. Für dieses Wachstum sind wir gerüstet.“ Er verwies auf die bereits vorhandene Abfertigungsausrüstung, eigens errichtete Frachter-Positionen und das qualifizierte Personal, das für einen effizienten Umschlag dieser Frachtarten unerläßlich ist. Das rasante Wachstum im E-Commerce-Segment ist ein klares Signal, daß die Strategie des Flughafens aufgeht und er in der Lage ist, die Nachfrage des Marktes zu bedienen.

Die Stärke der Beiladefracht: Ein Spiegelbild des Passagierverkehrs

Ein besonders auffälliger Trend in der Frachtbilanz des ersten Halbjahres ist das überdurchschnittliche Wachstum der sogenannten Beiladefracht, die in den Laderäumen von Passagierflugzeugen transportiert wird. Diese Tonnage stieg um 16 Prozent auf 67.070 Tonnen. Diese Entwicklung ist ein klarer Indikator für die Erholung des Passagierverkehrs, insbesondere auf den Langstreckenverbindungen ab Wien. Mit dem Anstieg der Zahl der Passagierflüge erhöht sich automatisch auch die Kapazität für die Fracht, die im Bauch der Maschinen transportiert werden kann.

Dieser Zuwachs bei der Beiladefracht ist von besonderer Bedeutung, da er die leicht rückläufigen Tonnagen der reinen Luftfracht, die von speziellen Frachtflugzeugen befördert wird, mehr als ausgleichen konnte. Die Zahlen zeigen, daß das Geschäftsmodell des Flughafens Wien, das sowohl auf Passagier- als auch auf Frachtverkehr setzt, erfolgreich ist. Die Synergien zwischen den beiden Bereichen ermöglichen es, die Gesamtkapazität zu maximieren und die Auslastung der Flüge zu optimieren.

Spezialisierung als Erfolgsfaktor: Die Bedeutung des Pharma-Sektors

Ein weiteres Feld, in dem der Flughafen Wien seine Expertise unter Beweis stellte, ist die Abfertigung von Spezialfracht. Die Tonnage im Pharma Handling Center legte ebenfalls zu – und zwar um 12,0 Prozent auf insgesamt 2.040 Tonnen. Der Transport von pharmazeutischen Produkten ist mit besonders hohen Anforderungen verbunden. Die Güter, zu denen Impfstoffe und Medikamente gehören, müssen unter streng kontrollierten Bedingungen und in einer ungebrochenen Kühlkette befördert werden.

Der Flughafen Wien hat sich als einer der wenigen Flughäfen in Mittel- und Osteuropa auf diese hochsensible Fracht spezialisiert. Er verfügt über ein eigens eingerichtetes Zentrum, das die Einhaltung der strengen Standards gewährleistet. Diese Fähigkeit, komplexe und hochwertige Fracht abzufertigen, verschafft dem Flughafen einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. In einer globalisierten Welt, in der die Nachfrage nach Medikamenten und medizinischen Geräten ständig steigt, ist dieser Sektor ein Wachstumssegment, von dem Wien weiterhin profitieren wird.

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