Boeing 787-9 (Foto: Jan Gruber).
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ihad Airways meldet Rekordgewinn und festigt seine Position in der Luftfahrt

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Die Fluggesellschaft Etihad Airways aus Abu Dhabi hat in der ersten Hälfte des Jahres 2025 einen bemerkenswerten finanziellen Turnaround vollzogen und meldet einen Rekordgewinn. Mit einem Nettogewinn von 306 Millionen US-Dollar und einer signifikanten Steigerung der Passagierzahlen um 17 Prozent auf 10,2 Millionen hat sich das Unternehmen von seinen einstigen Sanierungsjahren erholt und präsentiert sich nun als eine der profitabelsten Fluglinien in der Golfregion.

Der Erfolg ist das Resultat einer tiefgreifenden strategischen Neuausrichtung unter der Führung von CEO Antonoaldo Neves, der die Fluggesellschaft von einer Phase aggressiven Wachstums und riskanter internationaler Investitionen zu einem fokussierten, rentablen Geschäftsmodell geführt hat. Dieses neue Kapitel des Unternehmenserfolges scheint auch die Pläne für einen möglichen Börsengang in den Hintergrund rücken zu lassen, da das Unternehmen seine geplanten Investitionen nun aus eigenen Mitteln finanzieren kann.

Vom Sanierungsfall zur Gewinnschmiede

Vor einigen Jahren war Etihad Airways in eine tiefe Krise geraten, die vor allem auf eine überambitionierte Expansionspolitik und kostspielige Beteiligungen an anderen Fluggesellschaften zurückzuführen war. Investitionen in Unternehmen wie Air Berlin, Alitalia und Jet Airways endeten in finanziellen Katastrophen und führten zu hohen Verlusten, welche das Unternehmen an den Rand des Zusammenbruchs brachten. Die strategische Neuausrichtung in den letzten Jahren bedeutete eine Abkehr von diesem Modell der aggressiven Expansion und eine Konzentration auf Kernmärkte, die eigene Rentabilität und eine effiziente Flottenplanung. Diese Wende hat sich nun ausgezahlt. Mit einer Auslastung von 87 Prozent, was einer Steigerung um zwei Prozentpunkte entspricht, hat Etihad nicht nur mehr Passagiere befördert, sondern dies auch mit höherer Effizienz getan. Der Rekordgewinn bestätigt, daß die strategische Entscheidung, sich auf das eigene Geschäft zu konzentrieren, der richtige Weg war.

Die Passagierzahlen, die um 17 Prozent gestiegen sind, zeigen, daß die Fluggesellschaft wieder das Vertrauen der Reisenden gewinnen konnte. Obwohl die Passagierzahlen von Etihad im Vergleich zu den Konkurrenten Emirates oder Qatar Airways noch kleiner sind, ist das prozentuale Wachstum ein deutliches Zeichen für die dynamische Entwicklung. Die Fluggesellschaft hat in den letzten zwölf Monaten ihr Netzwerk um nahezu 30 neue Routen erweitert oder angekündigt, was die strategische Ausrichtung auf gezieltes Wachstum und die Erschließung neuer Märkte unterstreicht.

Flottenstrategie und neue Routen

Ein zentraler Pfeiler der neuen Strategie von Etihad Airways ist die Modernisierung und Optimierung der Flotte. Die Fluggesellschaft setzt verstärkt auf kompakte Langstreckenflugzeuge wie den Airbus A321LR. Diese Maschinen, die mit einer vollwertigen Business Class ausgestattet sind, ermöglichen es Etihad, rentable Routen mit geringerem Passagieraufkommen zu bedienen, die sich für die größeren Boeing 787 Dreamliner oder Airbus A350 nicht eignen würden. Die A321LR ist somit ein wichtiger Baustein, um das Netzwerk weiter zu diversifizieren und flexibler auf die Nachfrage zu reagieren. Die neuen Flugzeuge stärken die Verbindungen zu wichtigen Netzwerkknoten in Indien, Asien und Europa.

Im Winterflugplan 2025/2026 ist der Einsatz des A321LR auch auf der Strecke nach Düsseldorf geplant, was die Bedeutung dieser europäischen Destination für Etihad unterstreicht. Die strategische Flottenplanung ermöglicht es der Fluggesellschaft, ihre operativen Kosten zu senken und gleichzeitig den Reisekomfort auf ihren Langstreckenflügen aufrechtzuerhalten. Dieses Vorgehen steht im klaren Gegensatz zur früheren Strategie, bei der die Flotte schneller wuchs als die Rentabilität des Unternehmens.

Ein Börsengang ohne Eile

Angesichts der starken finanziellen Ergebnisse hat Etihad Airways nach Medienberichten die geplante Börsennotierung vorerst auf Eis gelegt. Der Staatsfonds ADQ, der die Mehrheit der Anteile an Etihad hält, hatte ursprünglich über einen Börsengang (IPO) von 20 Prozent der Anteile nachgedacht. Die starken Zahlen aus dem ersten Halbjahr, die es der Fluggesellschaft ermöglichen, geplante Investitionen von über 20 Milliarden US-Dollar in den nächsten Jahren aus eigener Kraft zu finanzieren, mindern jedoch den Druck für eine sofortige Kapitalbeschaffung am Markt.

CEO Antonoaldo Neves betonte, daß die Entscheidung über einen Börsengang letztlich beim staatlichen Eigner ADQ liegt, doch die aktuellen Ergebnisse zeigten, daß Etihad keine Eile habe. Diese Haltung sendet ein starkes Signal an den Markt: Etihad steht finanziell auf soliden Füßen und ist nicht auf externe Finanzierung angewiesen. Der Aufschub des Börsengangs gibt dem Unternehmen die Flexibilität, seinen Wachstumskurs ohne den Druck und die kurzfristigen Anforderungen des Kapitalmarktes fortzusetzen. Es unterstreicht die gewachsene Autonomie und die verbesserte finanzielle Situation der Fluggesellschaft, die sich von den turbulenten Jahren der Sanierung erholt hat und nun wieder in der Lage ist, ihre eigene Zukunft zu gestalten.

Die Erfolgsgeschichte von Etihad Airways ist bezeichnend für die dynamische Entwicklung der Luftfahrtindustrie in der Golfregion. Sie zeigt, wie strategische Umstrukturierung, eine Fokussierung auf die Rentabilität und eine kluge Flottenplanung eine Fluggesellschaft aus einer tiefen Krise führen können. Der jüngste Erfolg ist nicht nur ein Triumph für das Management, sondern auch ein Signal für die gesamte Branche, daß gezieltes Wachstum über bloße Größe triumphieren kann.

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