Airbus A320 (Foto: Frontier Airlines).
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Frontier Airlines revolutioniert das Reiseerlebnis mit einem Paß für unbegrenzte Flüge

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In einer beispiellosen Marketingoffensive hat die amerikanische Billigfluggesellschaft Frontier Airlines einen Jahrespaß für unbegrenzte Flüge eingeführt. Unter dem Namen „Go Wild!“ bietet die Airline diesen Paß für kurze Zeit zum halben Preis an, was Reisenden eine nahezu grenzenlose Mobilität verspricht. Das Angebot, das normalerweise 599 US-Dollar kostet, ist bis zum 5. September 2025 für nur 299 US-Dollar erhältlich.

Der Paß, der eine Gültigkeit bis Ende 2027 hat, bietet Käufern sofortigen Zugang zu den Vergünstigungen und ermöglicht ihnen, die Vorteile des Paßes für zusätzliche acht Monate zu nutzen. Diese offensive Strategie zielt darauf ab, Kunden langfristig an die Fluggesellschaft zu binden und ihre Position auf dem wettbewerbsintensiven Markt der Billigfluglinien zu stärken.

Die Details des „Go Wild!“-Passes

Der „Go Wild!“-Paß von Frontier Airlines erlaubt seinen Inhabern, unbegrenzt zu über 100 Destinationen zu fliegen, die das Streckennetz der Fluggesellschaft umfassen, einschließlich Zielen in Lateinamerika, der Karibik und Puerto Rico. Um die unbegrenzten Flüge nutzen zu können, müssen jedoch bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Für Inlandsflüge muß die Buchung mindestens einen Tag vor dem Abflug getätigt werden. Bei internationalen Flügen ist eine Vorlaufzeit von zehn Tagen erforderlich. Es wird zudem darauf hingewiesen, daß die Verfügbarkeit von Sitzplätzen nicht garantiert ist, was bedeutet, daß der Paß nicht in der Hauptreisezeit oder auf besonders gefragten Flügen die erste Wahl sein könnte.

Die Nutzung des Paßes ist auch nicht vollständig kostenfrei. Zwar beträgt der Flugpreis selbst nur einen Cent, doch fallen bei jeder Buchung zusätzlich anwendbare Steuern, Gebühren und sonstige Abgaben an. Diese variablen Kosten können je nach Flugstrecke und Destination unterschiedlich hoch ausfallen. Was der Paß ebenfalls nicht beinhaltet, sind zusätzliche Serviceleistungen wie aufgegebenes Gepäck, Handgepäck oder die freie Wahl eines Sitzplatzes. Diese Extras müssen, wie bei Billigfluglinien üblich, separat erworben werden. Bobby Schroeter, der Chief Commercial Officer von Frontier Airlines, bezeichnete das Angebot als das bislang aufregendste und betonte, daß es für Kunden die beste Möglichkeit sei, über einen Zeitraum von fast zwei Jahren unbegrenzt zu reisen.

Kundenbindung und Loyalitätsprogramme im Billigflugsegment

Die Einführung des „Go Wild!“-Passes ist ein weiteres Beispiel für eine Entwicklung, die sich in den Vereinigten Staaten im Segment der Billigfluggesellschaften (sogenannte „Low-Cost Carrier“) abzeichnet. Immer mehr dieser Fluglinien setzen auf Loyalitätsprogramme, um Kunden langfristig an sich zu binden. Im Gegensatz zu ihren europäischen Pendants, die oft auf ein minimalistisches Geschäftsmodell setzen, haben fast alle amerikanischen Billigfluglinien ein eigenes Vielfliegerprogramm. Frontier Airlines selbst betreibt das „Frontier Miles“-Programm, das es den Kunden ermöglicht, durch Flüge Meilen zu sammeln und diese für Extras wie Gepäck oder Sitzplatzauswahl einzulösen.

In diesem Kontext hat Frontier Airlines kürzlich auch ein sogenanntes Status-Match-Programm ins Leben gerufen, um Kunden von Wettbewerbern abzuwerben. Reisende, die Mitglied in den Loyalitätsprogrammen von Southwest Airlines, JetBlue Airways, Spirit Airlines oder Alaska Airlines sind, können für eine begrenzte Zeit einen Elite Gold Status bei Frontier Airlines erhalten. Für eine einmalige Zahlung von 69 US-Dollar erhalten sie die Vorzüge dieses Status für nahezu 18 Monate. Zu den Vorteilen des Elite Gold Status gehören ein kostenloses Handgepäckstück, bevorzugtes Einsteigen und die Möglichkeit, kostenfrei bessere Sitzplätze zu wählen.

Der Markt der Vielfliegerprogramme in den USA

Die zunehmende Bedeutung von Loyalitätsprogrammen bei Billigfluggesellschaften in den USA ist ein bemerkenswertes Phänomen. Fluglinien wie Southwest Airlines mit ihrem „Rapid Rewards“-Programm oder Allegiant Air mit „Allways Rewards“ haben ähnliche Ansätze. Auch Spirit Airlines und Sun Country Airlines haben eigene Vielfliegerprogramme. Während diese Programme in ihrer Struktur den Systemen der klassischen Full-Service-Fluggesellschaften ähneln, sind sie in der Regel weniger komplex. Sie bieten oft nur die Möglichkeit, Meilen für Flüge, Gepäck oder Sitzplätze einzulösen und verfügen nicht über die breite Palette an Partnern wie große Allianzen, denen die Full-Service-Airlines angehören.

Der „Go Wild!“-Paß von Frontier Airlines ist insofern eine innovative Erweiterung dieser Strategie. Anstatt Kunden mit komplexen Stufensystemen oder Bonuspunkten zu binden, bietet der Paß eine einfache, aber radikale Lösung: unbegrenzte Flüge gegen eine einmalige Gebühr. Dieses Modell spricht insbesondere Vielreisende an, die flexibel sind und häufig innerhalb des Frontier-Netzwerks unterwegs sind. Es ist eine direkte Antwort auf die wachsende Nachfrage nach einfachen, kostengünstigen Reisemöglichkeiten.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die Entscheidung von Frontier Airlines, einen unbegrenzten Flugpaß zu einem stark reduzierten Preis anzubieten, ein mutiger Schritt ist, um sich im Markt zu differenzieren und neue Kundengruppen zu erschließen. Die Strategie verbindet eine aggressive Preisgestaltung mit einem Loyalitätsprogramm, das auf Einfachheit und klaren Vorteilen aufbaut. Der Erfolg dieses Konzepts wird sich zeigen, aber es ist bereits jetzt eine bemerkenswerte Entwicklung im amerikanischen Luftverkehrsmarkt.

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