Flugzeug von IndiGo (Foto: Praveen Thirumurugan).
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Nach der Expansion im Inland: IndiGo startet Langstreckenoffensive und peilt globale Präsenz an

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Die größte indische Fluggesellschaft IndiGo läutet eine neue strategische Ära ein. Mit der geplanten Aufnahme von Nonstop-Flügen von Mumbai und Delhi nach Athen ab Januar 2026 wagt sich der Carrier erstmals auf die Langstrecke.

Das neue Flugangebot, das mit dem neuesten Flugzeugtyp Airbus A321XLR realisiert wird, ist ein wesentlicher Bestandteil der ambitionierten Pläne des Unternehmens, sich bis 2030 zu einer global agierenden Fluggesellschaft zu entwickeln. Unter der Führung ihres Chief Executive Officers (CEO) Pieter Elbers, dem ehemaligen Chef der niederländischen Fluggesellschaft KLM, verfolgt IndiGo eine zweigleisige Strategie, die den Einsatz geleaster Langstreckenflugzeuge und neue Partnerschaften mit globalen Airlines umfaßt.

Der Airbus A321XLR als Brücke zur Langstrecke

Die neue Langstreckenoffensive von IndiGo wird durch die Auslieferung ihres ersten Airbus A321XLR ermöglicht, die gegen Jahresende 2025 erwartet wird. Das Flugzeug, dessen Kürzel XLR für „extra lange Reichweite“ steht, ist ideal für die geplante Strecke nach Athen. Ab Januar 2026 soll es für je drei wöchentliche Umläufe von Mumbai und Delhi in die griechische Hauptstadt eingesetzt werden. Mit diesem Flugzeugtyp, der bis zu 4.700 Meilen nonstop fliegen kann, kann IndiGo Ziele in Südeuropa direkt erreichen, ohne auf größere und weniger effiziente Großraumflugzeuge angewiesen zu sein. Nach Angaben der Fluggesellschaft sollen weitere Ziele in Südeuropa folgen.

Der A321XLR ist ein entscheidender Baustein in der Expansionsstrategie von IndiGo. Er dient als perfekte Ergänzung für das bereits bestehende nationale und regionale Streckennetz, das primär mit Flugzeugen des Typs A320 und A321neo betrieben wird. Die Flexibilität des A321XLR erlaubt es der Fluggesellschaft, neue Märkte zu erschließen und direkte Verbindungen zu europäischen Zielen anzubieten, was die Attraktivität für Reisende aus Indien erhöht.

Flottenstrategie: Leasing, Großbestellungen und Partnerschaften

Die Langstreckenstrategie von IndiGo ist sorgfältig geplant und umfaßt mehrere Phasen. Als Übergangslösung, bis die ersten Großraumflugzeuge eintreffen, hat IndiGo bereits sechs Boeing 787-9 Flugzeuge von Norse Atlantic Airways geleast. Diese Flugzeuge dienen als Brücke, um das Interkontinentalgeschäft zügig aufzubauen. Seit Juli 2025 wird eine dieser Maschinen bereits auf der Strecke von Mumbai nach Amsterdam eingesetzt.

Für die längerfristige Flottenplanung hat IndiGo 60 Airbus A350-900 bestellt, deren Auslieferung ab 2027 beginnen soll. Die A350-Familie gilt als eines der effizientesten Großraumflugzeuge auf dem Markt und wird es IndiGo ermöglichen, noch längere Strecken zu bedienen und in direkten Wettbewerb mit etablierten Langstrecken-Airlines zu treten. Mit dieser massiven Investition in die Flotte untermauert IndiGo-Chef Pieter Elbers sein Ziel, IndiGo bis 2030 zu einer globalen Airline zu machen.

Ein weiterer Pfeiler der Strategie sind neue Partnerschaften. Pieter Elbers nutzt seine frühere Erfahrung als KLM-Chef und verdrahtet IndiGo gezielt mit Mitgliedern der globalen Luftfahrtallianz SkyTeam. Ein Codeshare-Abkommen mit KLM ermöglicht es Passagieren von IndiGo, über Amsterdam hinaus Ziele in Kontinentaleuropa und Großbritannien zu erreichen. Weitere Partnerschaften mit Delta Air Lines, Air France und Virgin Atlantic sind ebenfalls geplant, was das buchbare Netzwerk von IndiGo erheblich erweitern und die Präsenz der Fluggesellschaft auf dem internationalen Markt stärken würde.

Indiens wachsender Luftfahrtmarkt und globaler Wettbewerb

Die Langstreckenoffensive von IndiGo spiegelt das enorme Wachstum des indischen Luftfahrtmarktes wider. Mit einer stark wachsenden Mittelschicht und einer zunehmenden Zahl von Reisenden, sowohl innerhalb des Landes als auch international, ist Indien einer der dynamischsten Luftfahrtmärkte der Welt. IndiGo hat sich als dominierender Akteur im Inland etabliert, nun strebt das Unternehmen die Führung im internationalen Geschäft an.

Die Strategie von IndiGo ist vergleichbar mit der einiger großer Billigfluggesellschaften, die nach der Dominanz auf ihren Heimatmärkten in das Langstreckengeschäft expandiert sind. Beispiele wie Norwegian Air Shuttle und AirAsia X zeigen jedoch, daß der Übergang vom Kurz- zum Langstreckengeschäft mit Herausforderungen verbunden ist, insbesondere im Hinblick auf die Kostenkontrolle und den Wettbewerb mit etablierten Netzwerk-Carriern.

Mit Pieter Elbers an der Spitze, der über jahrzehntelange Erfahrung im globalen Luftverkehr verfügt, scheint IndiGo jedoch gut aufgestellt zu sein, um diese Herausforderungen zu meistern. Die Kombination aus einem starken Heimatmarkt, neuen Flugzeugtechnologien wie dem A321XLR und strategischen Allianzen mit globalen Partnern könnte IndiGo helfen, sich erfolgreich als global agierende Fluggesellschaft zu positionieren und das Ziel zu erreichen, das interkontinentale Geschäft auszubauen.

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