Ein Flug von American Airlines von Charlotte nach Las Vegas wurde am 16. September 2025 zum Schauplatz eines dramatischen Vorfalls, bei dem eine Passagierin randalierte und die Besatzung bedrohte. Die 47jährige Ketty Dilone mußte von der Crew mit sogenannten Flex-Cuffs und Duct Tape (Panzerband) fixiert werden, nachdem sie verbal aggressiv wurde und sich handgreiflich zeigte.
Der Vorfall, der sich auf Flug AA2470 ereignete, ist ein weiteres Beispiel für die anhaltende Problematik renitenter Passagiere im Luftverkehr. Die Frau wurde nach der Landung in Las Vegas festgenommen und sieht sich nun mit schweren Bundesklagen konfrontiert. Das Problem der sich mißbräuchlich verhaltenden Passagiere, das 2021 einen Höhepunkt erreichte, bleibt trotz eines Rückgangs der Zahlen eine ernste Herausforderung für Fluggesellschaften und Behörden.
Ablauf des Vorfalls: Von verbaler Aggression zur körperlichen Gewalt
Der Flug AA2470 von Charlotte Douglas International Airport (CLT) zum Harry Reid International Airport (LAS) in Las Vegas verlief zunächst ohne Zwischenfälle. Etwa auf halbem Weg änderte sich die Situation jedoch schlagartig, als die Passagierin Ketty Dilone ihren Platz verließ und schreiend den Gang entlangging. Laut einer eidesstattlichen Erklärung des FBI filmte sie dabei andere Passagiere mit ihrem Mobiltelefon. Als sie von der Crew aufgefordert wurde, das Filmen einzustellen, eskalierte die Situation. Dilone reagierte wütend und bedrohte mehrere Besatzungsmitglieder, Berichten zufolge soll sie gerufen haben: „Ich werde dich umbringen, du Schlampe!“.
Die Flugbegleiter versuchten vergeblich, die Frau zu beruhigen. Als ihr Verhalten immer aggressiver wurde, entschloß sich die Crew, sie auf ihrem Sitz zu fixieren. Zunächst wurden Flex-Cuffs und ein Sicherheitsgurt verwendet. Um zu verhindern, daß sie sich aus den Fesseln befreite, wickelte ein Flugbegleiter ihren Oberkörper mit Duct Tape an den Sitz. Trotz dieser Maßnahmen gelang es Dilone noch, den Crew-Mitglied zweimal gegen die Beine zu treten, woraufhin dieses zu Boden stürzte.
Der Vorfall störte den Flugbetrieb erheblich. Die Flugbegleiter mußten nicht nur die Passagierin festhalten, sondern auch Reisende, die in der Nähe saßen, verlegen. Freiwillige Passagiere wurden gebeten, in der Nähe von Dilone zu sitzen, um die Crew zu unterstützen. Die eidesstattliche Erklärung des FBI führt weiter aus, daß die Crewmitglieder aufgrund des Vorfalls während des Sinkflugs am Platz von Dilone bleiben mußten und ihre regulären Vorbereitungen für die Landung nicht durchführen konnten.
Juristische Folgen und die Statistik renitenter Passagiere
Nach der sicheren Landung in Las Vegas wurde das Flugzeug von Polizeibeamten erwartet. Die Frau wurde von Beamten des Las Vegas Metropolitan Police Department in Gewahrsam genommen und später vom FBI, das für Verbrechen an Bord von US-Flugzeugen zuständig ist, unter Anklage gestellt. Ihr werden Bundesvergehen wie die „Behinderung einer Flugbesatzung“ und „Körperverletzung“ zur Last gelegt. Berichten zufolge droht ihr bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren für die erste Anklage und ein weiteres Jahr für die Körperverletzung. Gerichtsdokumente zeigen, daß Dilone bereits zuvor wegen häuslicher Gewalt verhaftet wurde.
Der Vorfall reiht sich ein in eine beunruhigende Statistik. Laut der Federal Aviation Administration (FAA), der US-Luftfahrtbehörde, sind Fälle von renitenten Passagieren seit der Pandemie stark angestiegen. Im Jahr 2021 erreichte die Zahl mit fast 6.000 Vorfällen einen Höchststand. Obwohl die Zahlen seitdem um mehr als 80 Prozent gesunken sind, bleibt das Problem virulent. Bis Mitte September 2025 hat die FAA bereits 1.154 Fälle untersucht. Die Strafen für solches Verhalten können drakonisch sein, von hohen Geldstrafen über Gefängnisstrafen bis hin zu lebenslangen Flugverboten.
Die FAA hat ihre Befugnisse im Rahmen des jüngsten Gesetzgebungsentwurfs gestärkt. Die Behörde kann nun Geldstrafen von bis zu 37.000 Dollar pro Verstoß verhängen, wobei ein einziger Vorfall zu mehreren Verstößen führen kann. Auch die Fluggesellschaften selbst gehen härter gegen renitente Passagiere vor. Solche Vorfälle können teure Umleitungen und zusätzliche Kosten verursachen, die sich auf Millionen von Dollar belaufen können. Um dieses Verhalten zu unterbinden, haben viele Fluggesellschaften hohe Geldstrafen eingeführt.