Dertour Group in Frankfurt (Foto: DER Touristik).
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Sommerbilanz im Reisegeschäft: Dertour trotzt dem Wettbewerb und verzeichnet leichte Zuwächse

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Die DER Touristik Group und ihre Schwestermarken ITS, Meiers Weltreisen und Travelix Last Minute haben den Sommer 2025 mit einem stabilen bis leicht wachsenden Ergebnis abgeschlossen. Trotz des intensiven Wettbewerbs konnte die Zahl der Gäste im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent gesteigert werden.

Die Analyse des Buchungsverhaltens offenbart einen klaren Trend hin zu frühen Planungen, entgegen den Erwartungen eines ausgeprägten Last-Minute-Sommers. Während die Türkei ihre Position als wichtigstes Reiseziel verteidigte, verzeichneten günstigere Destinationen wie Ägypten und Bulgarien ein überdurchschnittlich starkes Wachstum. Auch im Luxussegment und bei Familienreisen gab es bemerkenswerte Zuwächse, die die Nachfrage nach planbaren und hochwertigen Urlaubsangeboten unterstreichen.

Verschiebung im Buchungsverhalten: Frühbucher dominieren den Markt

Entgegen vieler Prognosen, die einen „sehr ausgeprägten Last-Minute-Sommer“ voraussagten, hat die DER Touristik Group einen deutlichen Anstieg der Frühbuchungen registriert. Geschäftsführer Sven Schikarsky spricht von einer durchschnittlichen Vorausbuchungsfrist von 135 Tagen, was eine signifikante Zunahme gegenüber dem Vorjahr darstellt. Diese Entwicklung deutet darauf hin, daß Reisende wieder mehr Wert auf Planungssicherheit und Frühbucherrabatte legen. Gleichzeitig wurden auch kurzfristige Last-Minute-Entscheidungen beobachtet, jedoch war der Trend zum frühen Buchen deutlich stärker ausgeprägt. Dieses Verhalten könnte ein Indiz für die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit und den Wunsch der Verbraucher nach kalkulierbaren Kosten sein.

Die stabilen Gästezahlen, die Sven Schikarsky als „bemerkenswertes Ergebnis“ bezeichnete, sind im Kontext des hohen Wettbewerbsdrucks zu sehen. Die Branche sah sich in diesem Jahr mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, darunter die Insolvenz großer Reiseveranstalter und die damit verbundenen Marktverschiebungen.

Die beliebtesten Reiseziele: Türkei bleibt Spitzenreiter

Rund 90 Prozent der Reisenden der DER Touristik Group wählten Ziele auf der Kurz- und Mittelstrecke. Die Türkei behauptete erneut ihre Vormachtstellung und zog 23 Prozent aller Gäste an. Spanien und Griechenland folgten auf den Plätzen zwei und drei, was ihre Position als klassische Favoriten bestätigt.

Ein auffälliger Trend war das Wachstum bei eher preisgünstigen Reisezielen. Ägypten verzeichnete einen bemerkenswerten Zuwachs von 23 Prozent und verdrängte Deutschland auf den fünften Platz. Bulgarien erwies sich mit einem Wachstum von 38 Prozent als der absolute Gewinner unter den europäischen Reisezielen. Dieses Wachstum ist nicht zuletzt auf die Preissteigerungen in der Türkei zurückzuführen, was Reisende dazu veranlaßt hat, nach attraktiven Alternativen zu suchen.

Auf der Fernstrecke gab es ebenfalls eine deutliche Verschiebung. Der Indische Ozean übernahm die Spitzenposition von Nordamerika. Thailand verzeichnete ein zweistelliges Wachstum und rückte auf Platz drei vor, ebenso wie Japan, Vietnam und Sri Lanka, die zu den Gewinnern zählten. Der Rückgang bei Nordamerika könnte unter anderem mit den negativen Schlagzeilen zur US-Einreisepolitik zusammenhängen, die viele Reisende verunsichert haben.

Wachstum in speziellen Segmenten: Familien und Luxusreisen

Das Familienreise-Segment verzeichnete laut Sven Schikarsky ein Wachstum von sechs Prozent. Familien bevorzugten vor allem preislich attraktive Ziele wie Ägypten, Bulgarien und Tunesien. Auch Thailand profitierte von einem Anstieg der Familienbuchungen. Trotz dieser Entwicklungen blieben die klassischen Mittelmeerziele Türkei, Spanien und Griechenland in diesem Segment weiterhin führend.

Ein regelrechter Boom fand im Luxussegment statt, das um 15 Prozent wuchs. Hier waren Griechenland, Spanien und Deutschland besonders gefragt. Die Nachfrage reichte von exklusiven Resorts bis hin zu regional geprägten Hideaways. Das stärkste Wachstum im Luxusbereich verzeichneten die Vereinigten Arabischen Emirate, während Italien im Ranking zurückfiel.

Der Trend zu All-inclusive und Fünf-Sterne-Hotels

Der Wunsch nach Planungssicherheit und einer sorgenfreien Urlaubsgestaltung spiegelt sich auch in der wachsenden Beliebtheit von All-inclusive-Angeboten wider. 57 Prozent der Gäste entschieden sich für diese Verpflegungsart. Dieser Trend sei eine direkte Reaktion auf das Bedürfnis der Reisenden nach einem entspannten Urlaub ohne unerwartete Zusatzkosten. Parallel dazu stieg der Anteil der Gäste, die Fünf-Sterne-Hotels buchten, auf ein Drittel an. Dies unterstreicht die Bereitschaft der Urlauber, für hohe Qualität und erstklassigen Service mehr auszugeben.

Das Reisebüro als wichtiger Vertriebspartner

Trotz der zunehmenden Digitalisierung bleibt das Reisebüro ein entscheidender Vertriebskanal. 62 Prozent der Gäste der DER Touristik Group buchten ihren Urlaub dort. Obwohl dieser Wert unter dem durch die FTI-Insolvenz verzerrten Vorjahreswert liegt, liegt er über dem Niveau von 2023. Nach Angaben des Unternehmens war die Zufriedenheit der Kunden nach einer Buchung im Reisebüro signifikant höher. Sven Schikarsky betont, daß die „persönliche Beratung dazu beiträgt, individuelle Wünsche besser zu berücksichtigen und Buchungsfehler zu vermeiden“.

Die DER Touristik Group äußerte sich in ihrer Mitteilung nicht zu den konkreten Umsatzzahlen des auslaufenden Sommers. Angesichts der Preisanstiege in wichtigen Destinationen wie der Türkei dürften die Umsätze höher liegen als im Vorjahr. Allerdings könnte das starke Wachstum bei den preisgünstigeren Zielen Ägypten und Bulgarien dieser Tendenz entgegenwirken. Der stabile Gästezuwachs und die Verschiebung im Buchungsverhalten zeigen jedoch, daß die Gruppe ihren Platz in der sich wandelnden Reisebranche behaupten konnte.

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