Cockpit Boeing 787-9 (Foto: Jan Gruber).
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Piloten beklagen lange Wartezeiten für Flugtauglichkeitszeugnisse

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Die Vereinigung Cockpit (VC), der Berufsverband der Linienpiloten in Deutschland, hat in einem offenen Brief an das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) scharfe Kritik an den Abläufen bei der Erteilung von Flugtauglichkeitszeugnissen geübt. Eine Umfrage unter 343 Piloten zeichnet demnach ein besorgniserregendes Bild von langen Bearbeitungszeiten und mangelnder Transparenz. Die VC fordert eine dringende Verbesserung der Verfahren, die für die Berufsausübung der Piloten von existentieller Bedeutung sind.

Laut der Umfrage, deren Ergebnisse die VC nun öffentlich gemacht hat, mußten mehr als zwei Drittel der betroffenen Piloten länger als drei Monate auf eine Entscheidung des LBA warten. Fast zehn Prozent der Befragten warteten sogar über ein Jahr. Andreas Pinheiro, der Präsident der Vereinigung, bezeichnete diese Verzögerungen als „strukturell relevantes Phänomen“, nicht als Einzelfälle. Er betonte, daß solche langen Wartezeiten für eine Berufsgruppe, deren Einkommen und Existenz direkt von der Gültigkeit ihres ärztlichen Zeugnisses abhängen, nicht tragbar seien.

Die Vergabe von Tauglichkeitszeugnissen obliegt in Deutschland dem LBA, das für die Aufsicht und Zertifizierung der Piloten zuständig ist. Die Flugtauglichkeit, in der Fachsprache als Medical bezeichnet, wird bei Piloten in regelmäßigen Abständen durch spezielle Fliegerärzte geprüft und muß vom LBA bestätigt werden. Ein befristetes oder ruhendes Medical kann für Piloten, die vorübergehend nicht voll flugtauglich sind, zu erheblichen finanziellen und persönlichen Belastungen führen, da sie in dieser Zeit nicht arbeiten dürfen. Die VC sieht in den langen Bearbeitungszeiten des LBA eine zusätzliche Belastung für die Betroffenen. Neben den Verzögerungen kritisierte die VC auch die mangelnde Transparenz der Prozesse. Es mangele an klarer Kommunikation zwischen den Behörden und den Piloten, was das Vertrauensverhältnis zusätzlich belaste. VC-Vizepräsidentin Katharina Dieseldorff äußerte zudem Sorgen über Berichte, die auf Vorbehalte innerhalb des LBA gegenüber der Pilotenschaft hindeuten. Trotz der Kritik bekundet die Vereinigung Cockpit die Absicht, den Dialog mit der Behörde konstruktiv fortzusetzen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Das LBA selbst hat sich zu den spezifischen Vorwürfen noch nicht geäußert.

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