Airbus hat an seinem Standort in Augsburg eine neue, hochautomatisierte Produktionshalle eingeweiht, die eine zentrale Rolle bei der Fertigung des Rear-Centre-Tanks (RCT) für das neue Langstreckenflugzeug A321XLR (eXtra Long Range) spielen wird. Die Eröffnung fand im Beisein des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder und lokaler Würdenträger statt.
Die neue Halle ist Teil einer umfassenden Modernisierungs- und Digitalisierungsstrategie des Airbus-Konzerns und soll die Kapazitäten zur A320-Familienproduktion bis zum Jahre 2027 auf 75 Flugzeuge pro Monat steigern. Der Augsburger Standort wird damit zu einem Schlüsselstandort für die Realisierung der erweiterten Reichweite der A321XLR, einem Verkaufsschlager mit derzeit über 500 Bestellungen.
Augsburg als Technologiezentrum für die A321XLR
Der Airbus-Standort Augsburg nimmt mit der neuen Fertigungsstätte eine Schlüsselposition innerhalb des Airbus-Verbundes ein. André Walter, Chef der zivilen Flugzeugproduktion von Airbus in Deutschland, betonte die strategische Bedeutung der Investition: „Der Airbus-Standort Augsburg ist maßgeblich an der Fertigung der A321XLR beteiligt. Mit unserer neuen hochmodernen Fertigungshalle für den RCT bauen wir nun die Kapazitäten zur Herstellung von A321-Flugzeugrümpfen aus und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung unseres Ratenhochlaufs.“
Die neue Produktionshalle erstreckt sich über nahezu 12.000 Quadratmeter und bietet Arbeitsplätze für mehr als 250 Beschäftigte. Sie ist mit modernster Technologie, einem hohen Grad an Automatisierung und Digitalisierung ausgestattet. Hier werden vorgefertigte Unterbaugruppen zu einem vollständigen RCT-Modul verbunden und abgedichtet. Anschließend erfolgt die Installation von elektrischen Komponenten, dem Kraftstoffsystem, der Hydraulik, Pumpen und Ventilen, bevor das Modul einem Dichtigkeitstest unterzogen wird. Der fertige RCT wird danach zum Airbus-Standort Hamburg transportiert, wo er fest in die hintere Sektion des A321XLR-Rumpfes integriert wird.
Der Rear-Centre-Tank als Reichweiten-Enabler
Der Rear-Centre-Tank (RCT) ist das technologische Herzstück der A321XLR. Mit einem Volumen von rund 13.000 Litern ermöglicht er dem Flugzeug seine deutlich gesteigerte Reichweite von bis zu 8.700 Kilometern. Diese Fähigkeit erlaubt es Fluggesellschaften, Langstrecken mit einem Schmalrumpfflugzeug zu bedienen, was neue direkte Flugverbindungen zwischen kleineren Städten weltweit eröffnet.
Der RCT ist so konzipiert, daß er die bestehende Struktur des Flugzeugs optimal nutzt und den gesamten Rumpfquerschnitt des Frachtraums im hinteren Teil des Rumpfes unterhalb des Fußbodens maximal ausfüllt. Diese effiziente Raumausnutzung ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit des Flugzeugs auf Langstrecken. Die A321XLR ist damit ein wichtiger Bestandteil der Airbus-Strategie, den Markt für Langstreckenflüge mit Schmalrumpfflugzeugen zu dominieren.
Politisches Bekenntnis zum Hightech-Standort Bayern
Die Anwesenheit des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder unterstrich die regionale und politische Bedeutung der Airbus-Investition. Söder lobte das Engagement und die Innovationskraft des Unternehmens: „Airbus ist eine Weltmarke. Hier wird Zukunft gebaut. Die A321XLR zeigt: Es ist eine super Idee, kleinere Flugzeuge weiter fliegen zu lassen – effizienter, schneller, günstiger […]. Mit modernster Hightech-Fertigung setzt Airbus Maßstäbe für die Luftfahrt der Zukunft und stärkt mit 250 Arbeitsplätzen den Standort Augsburg und Bayern. Der Freistaat ist Hightech-Land.“
Die Schaffung von mehr als 250 Arbeitsplätzen in der neuen Halle, die neben der RCT-Produktion auch Büroflächen und eine neue Kantine beherbergt, ist ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Stärkung der Region Augsburg. Die Investition gilt als ein klares Bekenntnis von Airbus zum deutschen Produktionsstandort und zur Zukunftstechnologie in der Luftfahrt. Der Regierungsbesuch unterstreicht die Wertschätzung für die hohe Fertigungskompetenz in Bayern und Deutschland.