Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat ihre Enttäuschung über die ausbleibende Reaktion der österreichischen Regierung auf ihren Wachstumsplan in Höhe von einer Milliarde US-Dollar zum Ausdruck gebracht. Obwohl eine Antwort bis Ende September 2025 zugesagt worden sei, habe die Regierung nicht reagiert. Nach Ansicht der Airline schadet diese Verzögerung dem österreichischen Flugverkehr und Tourismus, da Flugzeuge, Strecken und Arbeitsplätze an kostengünstigere Standorte in der Slowakei und in Italien verlagert würden.
Die Ryanair weist darauf hin, daß Österreich als einer der wenigen EU-Märkte sein Vorkrisenniveau im Flugverkehr noch nicht wieder erreicht habe. Die Situation verschärfe sich durch die hohe Luftverkehrssteuer von zwölf Euro je Passagier und die Flughafengebühren in Wien, welche zu den höchsten in Europa zählten. Als Reaktion auf die Kostenstruktur mußte Ryanair bereits drei stationierte Flugzeuge aus Wien abziehen und drei Strecken im Winterflugplan 2025 einstellen. Zuvor hatten bereits andere Billigfluglinien wie Wizz Air und Easyjet ihre Basen in Wien geschlossen.
Um das Wachstum wiederherzustellen, hat Ryanair der Bundesregierung den besagten Wachstumsplan vorgelegt. Dieser sieht vor, das Passagieraufkommen in Österreich von derzeit sieben Millionen auf zwölf Millionen Fluggäste jährlich bis 2030 zu steigern. Dafür sollen zehn neue Boeing 737 „Gamechanger“-Flugzeuge in Österreich stationiert werden, was auch ein Wachstum an den Regionalflughäfen von 150 Prozent zur Folge hätte und 300 neue Arbeitsplätze schüfe. Ryanair-CEO Michael O’Leary forderte die Regierung Stocker ultimativ zur Abschaffung der Luftverkehrssteuer und zur Senkung der Gebühren auf, um das Land wettbewerbsfähig zu machen.