Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) wird zum Schauplatz einer militärischen Verteidigungsübung der Luftwaffe. Unter dem Namen «Richthofen Shield 2025» trainiert die Bundeswehr vom 8. bis zum 10. Oktober Abläufe, die für den Verteidigungsfall vorgesehen sind. Die Übung unterstreicht die Rolle des zivilen Flughafens als kritische Infrastruktur, die im Ernstfall zur Unterstützung der Luftwaffe und der NATO benötigt wird.
Die Wahl des FMO für eine solche Übung reflektiert seine strategische Bedeutung für die militärische Logistik und Einsatzfähigkeit in Deutschland. Zivile Flughäfen werden als kritische Infrastrukturen betrachtet, die im Falle einer nationalen Verteidigungslage oder zur Unterstützung von NATO-Operationen reibungslos funktionieren müssen. Die Luftwaffe trainiert mit «Richthofen Shield» das Zusammenspiel mit den zivilen Betreibern und die Nutzung des Flughafens unter Stressbedingungen. Obwohl der Name auf das Taktische Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ hinweist, das in Wittmund stationiert ist und dessen Eurofighter im Juli 2025 nach umfangreichen Baumaßnahmen zurückkehren, dient die Übung am FMO primär der Überprüfung der Einsatzbereitschaft in einem zivilen Umfeld.
Trotz der militärischen Aktivitäten stellt der Flughafen Münster/Osnabrück klar, dass der reguläre Flugbetrieb durch die dreitägige Verteidigungsübung nicht beeinträchtigt wird. Die Kooperation zwischen Bundeswehr und ziviler Luftfahrt ist ein zentraler Aspekt solcher Manöver, um die Interoperabilität und die Sicherheitsvorkehrungen für den Ernstfall zu optimieren. Solche Übungen gewinnen vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage an Bedeutung, da die NATO insgesamt ihre Fähigkeit zur kollektiven Verteidigung des europäischen Luftraums intensiviert, wie beispielsweise bei der großangelegten NATO-Übung «Ramstein Flag 2025» im Frühjahr.
Die Durchführung von «Richthofen Shield 2025» am FMO ist ein sichtbares Zeichen für die gestiegene Relevanz der Landes- und Bündnisverteidigung und die Einbindung ziviler Einrichtungen in die militärischen Planungen. Ziel ist es, die Abläufe zu verfeinern, damit die kritische Infrastruktur eines Verkehrsflughafens auch unter außergewöhnlichen Umständen zur Verfügung steht und die Luftstreitkräfte des Bündnisses ihre Verteidigungsaufgaben effektiv wahrnehmen können.