Die Flugreisen im süddeutschen Raum waren während des diesjährigen Oktoberfests von einer erhöhten Zahl an Störungen betroffen. Eine Analyse des Travel-Tech-Unternehmens AirHelp zeigt, dass mehr als ein Drittel – konkret 36,3 Prozent – der über drei Millionen Passagiere, die an den Flughäfen München, Stuttgart, Nürnberg und Memmingen starteten oder landeten, von Verspätungen oder Ausfällen betroffen waren. Damit stieg die Störungsquote im Vergleich zum Vorjahr (34,9 Prozent) erneut an.
Der Flughafen München blieb das wichtigste Drehkreuz für Wiesnbesucher. Rund 1,14 Millionen Fluggäste trafen dort im Oktoberfestzeitraum ein, was einem Anteil von 21,1 Prozent aller Deutschland-Reisenden entsprach – ein leichter Zuwachs gegenüber den 1,10 Millionen Fluggästen im Vorjahr. Der Flughafen meldete zudem, dass er während der gesamten Wiesnzeit mehr als 16.000 Starts und Landungen erwartete. Trotz der höchsten Passagierzahlen schnitt München im regionalen Vergleich der Störungsquote noch am besten ab, mit 35,4 Prozent betroffenen Reisenden (rund 404.200 Fluggäste). Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 34,5 Prozent. Die Zahl der vollständig gestrichenen Flüge in München stieg von 1,4 Prozent auf 3,8 Prozent der betroffenen Passagiere.
Die massiven Flugunterbrechungen am Münchner Airport wurden vor allem durch mehrere Drohnensichtungen ausgelöst, die eine Sperrung der Start- und Landebahnen durch die Flugsicherung nötig machten. Mehrere tausend Passagiere waren von den dadurch bedingten 17 Flugausfällen sowie 32 Flugunterbrechungen betroffen, wobei 15 Maschinen umgeleitet werden mussten. Reisende berichteten von überlangen Wartezeiten und notwendigen Übernachtungen auf Feldbetten in den Terminals. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen des Verdachts auf Spionage ein. Parallel dazu wurde ein 44-jähriger Georgier angezeigt, der eine Drohne unerlaubt über dem Festgelände des Oktoberfests steigen ließ. Die regionalen Flughäfen verzeichneten unterschiedliche Störungsgrade. Stuttgart war mit 41 Prozent betroffenen Passagieren am stärksten von Flugausfällen oder Verspätungen betroffen. In Nürnberg lag die Quote bei 36,7 Prozent (40.600 Fluggäste) und in Memmingen bei 35,7 Prozent (28.900 Fluggäste). In Bezug auf die ankommenden Passagiere konnten Nürnberg und Memmingen ihre Anteile an den Deutschland-Reisenden leicht auf 2,1 Prozent beziehungsweise 1,5 Prozent steigern, während der Anteil Stuttgarts auf 4,1 Prozent sank. AirHelp wies darauf hin, dass Störungen aufgrund von Drohnensichtungen als höhere Gewalt gelten und für die betroffenen Passagiere in diesen Fällen kein Anspruch auf Entschädigung besteht.