Flughafen München (Foto: Flughafen München).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Feldbetten-Rückbau nach Drohnen-Chaos am Münchner Flughafen

Werbung

Die wiederholten Drohnensichtungen am Flughafen München am Donnerstag, den 2. Oktober, und erneut am Freitag, den 3. Oktober 2025, führten zu einem erheblichen Chaos im Flugverkehr. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) sah sich gezwungen, den Betrieb an Deutschlands zweitgrößtem Flughafen aus Sicherheitsgründen mehrfach vorübergehend einzustellen. Betroffen von den Ausfällen, Streichungen und Umleitungen waren an beiden Abenden zusammen nahezu 10.000 Reisende. Allein in der Nacht auf Freitag mussten rund 3000 Passagiere im Terminal ausharren, in der Nacht auf Samstag waren es sogar 6500 Betroffene, die am Airport strandeten.

Für die gestrandeten Passagiere richtete der Flughafen provisorische Notunterkünfte in den Terminals ein. Der Flughafenbetreiber verteilte Decken, Getränke und Snacks. Hunderte Reisende verbrachten die Nacht auf aufgestellten Feldbetten. Um die Versorgung zu gewährleisten, blieben auch einige Geschäfte über Nacht geöffnet. Wie ein Flughafensprecher am Dienstag (7. Oktober) mitteilte, verfügte der Flughafen zwar über eigene Kapazitäten an Feldbetten und Luftmatratzen, erhielt jedoch zusätzliche Unterstützung durch freiwillige Helfer von Maltesern und dem Technischen Hilfswerk (THW). Die Sichtung dieser Betten am Dienstag sei auf den sukzessiven Abbau und die Rückführung des Materials durch diese Hilfsorganisationen zurückzuführen.

Die Drohnensichtungen führten in der Nacht auf Freitag zu 17 Flugausfällen und 15 Umleitungen nach Stuttgart, Nürnberg, Wien und Frankfurt. In der Nacht auf Samstag mussten 46 geplante Starts annulliert, 23 ankommende Maschinen umgeleitet und weitere zwölf Flüge gestrichen werden. Der Flugbetrieb konnte am Freitag um 5:00 Uhr und am Samstag mit Verzögerungen schrittweise wieder aufgenommen werden, normalisierte sich aber erst im Laufe des Tages. Die Hintergründe der Drohnenflüge blieben unklar; eine konkrete Gefahr für den Flugverkehr konnte nicht abschließend bestätigt werden. Es konnte weder ein Verursacher identifiziert, noch die Flugobjekte dingfest gemacht werden, obwohl Bundes- und Landespolizei das Gelände auch mit Polizeihubschraubern absuchten. Die Polizei ermittelt wegen des Anfangsverdachts einer Straftat.

Die Vorfälle in München, die sich am Wochenende des Oktoberfests ereigneten, sind Teil einer bundesweiten Zunahme an Drohnenstörungen im Jahr 2025. Als Reaktion auf die wiederholten Vorfälle forderte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ein konsequenteres Vorgehen gegen die unbemannten Flugobjekte. Er sprach sich dafür aus, Drohnen im Zweifelsfall sofort abzuschießen und forderte einen besseren Schutz kritischer Infrastruktur. Zudem wurde bekannt, dass nach den Vorkommnissen am Flughafen auch eine Drohne über einer Bundeswehreinrichtung nahe dem Airport gesichtet wurde.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung