Hacker - Symbolfoto (Foto: Unsplash/Nahel Abdul Hadi).
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Hackerangriff und Streiks bremsen Passagierwachstum am Flughafen Brüssel

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Der Flughafen Brüssel verzeichnete im September 2025 mit 2,27 Millionen Fluggästen zwar ein leichtes Wachstum von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, musste aber aufgrund eines schweren Cyberangriffs und wiederholter nationaler Streiks deutliche Einbußen hinnehmen. Besonders betroffen war der Zeitraum vom 20. bis 28. September, als ein Cyberangriff auf das Check-in-System des Dienstleisters Collins Aerospace zu zahlreichen Flugstreichungen und -verspätungen führte.

Collins Aerospace, ein globaler Anbieter von Passagierabfertigungssystemen, der über 170 Flughäfen weltweit beliefert, geriet ins Visier, was auch andere europäische Drehkreuze wie London Heathrow und Berlin Brandenburg traf. Der Angriff auf die MUSE (Multi-User System Environment) Software zwang die Flughäfen zur manuellen Abfertigung, wobei die Mitarbeiter in Brüssel sogar handschriftliche Bordkarten ausstellen mussten.

Trotz der Beeinträchtigungen im Passagierverkehr zeigte sich der Frachtbereich als robuster Wachstumsträger. Das Gesamtfrachtvolumen stieg im September 2025 um bemerkenswerte 11 Prozent auf fast 66.000 Tonnen. Dabei legte insbesondere die Luftfracht um 17 Prozent zu, angetrieben durch ein starkes Wachstum im Bereich der Integratordienste (+29 Prozent), was auf den steigenden E-Commerce-Verkehr hindeutet. Die wichtigsten Handelsregionen für Import und Export blieben Asien, Afrika und Nordamerika. Die positive Entwicklung im Frachtbereich unterstreicht die Rolle des Flughafens Brüssel als zentrales europäisches Logistik-Drehkreuz.

Zur Bewältigung der Cyberkrise reagierte der Flughafen Brüssel mit der vorzeitigen Einführung eines neuen, eigentlich erst für November 2025 geplanten Check-in-Systems. Diese Maßnahme, kombiniert mit verstärktem Personal und alternativen Abfertigungsmethoden wie Self-Service-Kiosken und Online-Check-in, verhinderte einen vollständigen Zusammenbruch. Dennoch musste der Flughafen am härtesten unter der Störung leiden und forderte an den Tagen nach dem Angriff Fluggesellschaften auf, Hunderte Flüge zu annullieren. Die europäische Cybersicherheitsagentur ENISA bestätigte später, dass es sich um einen Ransomware-Angriff handelte.

Kumuliert über die ersten drei Quartale des Jahres 2025 verzeichnete der Flughafen Brüssel insgesamt 19 Millionen Passagiere, was einem Wachstum von 3 Prozent entspricht. Dieses Ergebnis wurde zusätzlich zum Hackerangriff durch insgesamt fünf nationale Streiktage beeinträchtigt, die die Reisepläne von über 230.000 Passagieren durchkreuzten. Die Reiseländer mit dem höchsten Passagieraufkommen im September waren Spanien, Italien und Griechenland, gefolgt von Deutschland, der Türkei, Portugal, Marokko, den USA, Frankreich und der Schweiz. Die Ereignisse des Septembers 2025 verdeutlichen die kritische Abhängigkeit der Luftfahrt von zentralisierten IT-Drittanbietern und die Notwendigkeit robuster Sicherheitsvorkehrungen gegen digitale Bedrohungen.

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