"The Sound of Salzburg" Buch (Foto: SalzburgerLand Tourismus).
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„The Sound of Music“: Salzburg feiert 60 Jahre Filmmagie und Kulturelles Erbe

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Salzburg und das Salzburger Land ehren den legendären Musicalfilm „The Sound of Music“, der vor 60 Jahren Premiere feierte. Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltet die Region die Festwoche „The Sound of Salzburg – The Hills Are Still Alive“, die die weitreichenden kulturellen, historischen und touristischen Dimensionen des Filmklassikers beleuchtet.

Der Film, der zwar in Österreich selbst historisch wenig bekannt ist, hat Salzburg international zu einem Sehnsuchtsort gemacht und prägt das globale Image der Region wie kaum ein anderes Werk. Die Feierlichkeiten würdigen die ungebrochene Strahlkraft der Geschichte rund um die Familie Trapp und zeigen, wie Musik, Landschaft und Geschichte zu einem zeitlosen Phänomen verschmelzen.

Die feierliche Eröffnung der Jubiläumswoche fand im historischen Ambiente von Schloss Leopoldskron statt, einem der ikonischen Originaldrehorte des Films. Vertreter der SalzburgerLand Tourismus GmbH (SLTG) und Kulturschaffende unterstrichen die identitätsstiftende Bedeutung des Films für das Bundesland. Hans Scharfetter, Aufsichtsratsvorsitzender der SLTG, betonte, dass „The Sound of Music“ weit mehr sei als nur ein Film – es sei Teil der kulturellen DNA Salzburgs und eine Brücke zwischen Kultur, Geschichte und Tourismus. Die Jubiläumswoche zelebriert diesen Erfolg als ein kulturelles Phänomen, das weltweit Emotionen weckt und besondere Werte transportiert.

Touristische Anziehungskraft und Wirtschaftsfaktor

Die touristische Dimension von „The Sound of Music“ ist für Salzburg von immenser wirtschaftlicher Bedeutung. SLTG-Geschäftsführer Leo Bauernberger hob hervor, dass der Film das Bundesland weltweit so stark geprägt habe, dass rund 300.000 Fans jährlich gezielt zu den Originalschauplätzen reisen. Diese Zahl belegt eindrücklich, dass der Mythos 60 Jahre nach der Veröffentlichung ungebrochen lebendig ist und eine verlässliche und konstante Besucherzahl in die Region zieht.

Die Originaldrehorte wie der Mirabellgarten (Schauplatz der berühmten „Do-Re-Mi“-Szene), die Felsenreitschule, das Schloss Leopoldskron und die Abtei Nonnberg sind dadurch zu integralen Bestandteilen der Salzburger Tourismusangebote geworden. Ein Großteil dieser Orte, darunter der Mirabellgarten oder der Friedhof St. Peter, sind zudem weltberühmte Sehenswürdigkeiten und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe, wodurch sie ohnehin eine hohe Besucherfrequenz aufweisen. Die im Film gezeigten malerischen Salzkammergut-Seen und die umliegende Bergwelt, die als atemberaubende Kulisse dienen, profitieren ebenfalls von dem anhaltenden internationalen Interesse. Spezielle „Sound of Music“-Touren, die seit Jahrzehnten angeboten werden, führen Gäste aus aller Welt zu diesen ikonischen Plätzen und tragen wesentlich zur Wertschöpfung im regionalen Tourismussektor bei.

Glanzpunkte des Jubiläumsprogramms

Zentrale Höhepunkte der Jubiläumswoche zielen darauf ab, die Filmerfahrung mit der lokalen Kultur und der wahren Familiengeschichte zu verbinden. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildet die Jubiläumsgala am 23. Oktober in der Felsenreitschule. Bei diesem hochkarätigen Ereignis treten das Salzburger Landestheater und das Mozarteumorchester gemeinsam mit internationalen Stargästen auf. Intendant Carl Philip von Maldeghem beschreibt die Gala als ein „Familientreffen der Sound of Music Community“, bei dem Darsteller des Originalfilms auf Mitglieder der echten Familie von Trapp und Darsteller der Musicalproduktion treffen.

Ein weiteres wichtiges Element ist das internationale Fachsymposium am 24. Oktober im Schloss Leopoldskron. Unter dem Titel „Is the Sound of Music still alive in Salzburg today?“ diskutieren Experten, Zeitzeugen und Touristiker über die anhaltende Faszination des Films und seine aktuelle Relevanz. Peter Husty, Chefkurator des Salzburg Museum, betonte die Bedeutung des Films als weltweites Kulturerbe, das auch 60 Jahre nach seiner Premiere nichts an Relevanz verloren habe. Solche Veranstaltungen festigen die wissenschaftliche und touristische Auseinandersetzung mit dem Filmphänomen.

Zwischen Filmythos und Realität

Die Geschichte des Films, basierend auf der Autobiografie von Maria von Trapp, unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von der wahren Historie der Familie Trapp. Die Neuveröffentlichung des Buches „The Sound of Salzburg“ der Autorin Franziska Lipp greift diesen Sachverhalt auf und bietet Gästen einen Blick hinter die Kulissen, um den Bogen zwischen filmischer Fiktion und Realität zu spannen. Während der Film in den Vereinigten Staaten und anderen englischsprachigen Ländern einer der erfolgreichsten Produktionen der Filmgeschichte ist und fünf Oscars gewann, war seine Aufnahme in Österreich selbst historisch verhalten. Viele Österreicher hatten Vorbehalte gegen die Darstellung ihres Landes und die historische Ungenauigkeit.

Trotz dieser Diskrepanz hat der Film seine weltweite Strahlkraft nie verloren und gilt als zeitloses Symbol für Hoffnung, Zusammenhalt und die Kraft der Musik. Die Tatsache, dass die Familie Trapp tatsächlich vor den Nationalsozialisten fliehen musste und in Amerika als „Trapp Family Singers“ Ruhm erlangte, verleiht der Geschichte einen ernsten historischen Hintergrund, der im Film vor der Kulisse der Vorkriegszeit in Salzburg inszeniert wird.

Neben den Feierlichkeiten kehrt das Musical „The Sound of Music“ in deutscher Sprache mit englischen Übertiteln im November und Dezember 2025 auf die Bühne des Salzburger Landestheaters zurück, was die lokale Wertschätzung für die Bühnenadaption des Stoffes unterstreicht.

Künftiges Zentrum der Filmgeschichte: Das neue Museum

Ein zentrales Zukunftsprojekt stellt die geplante Eröffnung des neuen, immersiven „Sound of Music Salzburg“-Museums dar, die für Sommer 2026 im Areal von Schloss Hellbrunn vorgesehen ist. Das Salzburg Museum widmet sich mit dieser neuen Ausstellung erstmals umfassend dem kulturellen Phänomen. Es wird sowohl den Mythos des Films als auch die wahre Geschichte der Familie Trapp beleuchten. Das Museum wird in den historischen Wirtschaftsgebäuden des Schlosses Hellbrunn, wie der Remise und dem Jägerhaus, entstehen. Das Herzstück der Ausstellung soll der Original-Gazebo (Pavillon) sein, der als bekannter Drehort im Schlosspark Hellbrunn steht und einen zentralen Filmschauplatz darstellt. Die Stadt und das Land Salzburg investieren beträchtliche Mittel in die Sanierung der historischen Gebäude und die Gestaltung der Ausstellung, was das anhaltende und wachsende Engagement der Region für dieses touristische Alleinstellungsmerkmal verdeutlicht. Das Museum wird als weiterer Museumsstandort unter der Trägerschaft des Salzburg Museum geführt und soll jährlich Hunderttausende Besucher anziehen und die kulturelle sowie touristische Verflechtung von Film und Stadtgeschichte dauerhaft etablieren.

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