Die Schweizer Bundesstadt Bern, deren Altstadt zum weltbekannten Unesco-Kulturerbe zählt, beginnt die feierliche Jahreszeit 2025 mit einer bemerkenswerten zeitlichen Vorverlegung. Dank der erstmaligen Durchführung der „Berner Novemberfenster“ hält die vorweihnachtliche Stimmung bereits im elften Monat Einzug.
Dieses neue Format, das sich an der traditionellen ländlichen Adventsfenster-Aktion orientiert, soll den traditionell trüben November aufhellen und die gesamte festliche Saison in der Stadt verlängern. Ergänzt wird dieser frühe Auftakt durch eine Vielzahl etablierter und neuer Weihnachtsmärkte sowie saisonaler Pop-up-lokale, die das gesellschaftliche und kommerzielle Leben bis zum Jahresende prägen werden.
Die Initiativen von Akteuren wie Bern Welcome und BernCity zielen darauf ab, die Attraktivität der Hauptstadt in der kälteren Jahreszeit zu steigern und sowohl Einheimische als auch Besucher frühzeitig in eine stimmungsvolle Atmosphäre zu versetzen. Die Verbindung des mittelalterlichen Stadtbildes mit modernen, emotionalen Inszenierungen schafft ein einzigartiges winterliches Erlebnis, das die kulturelle Bedeutung und die kommerzielle Vielfalt Berns hervorhebt.
Die neue Tradition: Berner Novemberfenster erstrahlen
Das Herzstück der neuen Saison-Eröffnung ist die Aktion der Berner Novemberfenster. Vom 1. bis zum 30. November 2025 wird an jedem Abend ein neues, liebevoll dekoriertes Schaufenster in Bern enthüllt. Insgesamt beteiligen sich 30 lokale Geschäfte an diesem Projekt. Die Idee des täglichen, feierlichen Enthüllens ist von den bekannten Adventsfenstern im ländlichen Raum adaptiert worden, jedoch bewusst auf den Vormonat vorgezogen.
Die Schaufensterinszenierungen, die oft von kleinen Eröffnungsevents mit stimmungsvoller Beleuchtung oder Musik begleitet werden, verteilen sich über verschiedene Quartiere der Stadt. Sie bleiben über den gesamten November sichtbar und viele auch bis in den Dezember hinein, wodurch eine verlängerte, festliche Spazierroute für Besucher und Anwohner entsteht. Berner Organisationen betrachten die überwältigende Resonanz auf die Aktion als Erfolg, der die Begeisterung für dieses gemeinschaftliche, vorweihnachtliche Format unter den lokalen Betrieben belegt. Die Novemberfenster nutzen dabei auf einzigartige Weise die architektonische Besonderheit der Berner Altstadt: die sechs Kilometer langen Lauben (Arkaden). Diese unesco-geschützte Passagenlandschaft, die Einkaufen und Flanieren wettergeschützt ermöglicht, bietet die ideale Bühne für die Inszenierung der festlichen Fenster. Die Lauben, in denen sich zahlreiche kleine Geschäfte, Ateliers und auch die typischen Gewölbekeller befinden, bilden so einen charmanten Rahmen für die Entdeckung besonderer „shoppingperlen“ in einem historischen Ambiente.
Die Vielfalt der Berner Weihnachtsmärkte
Mit dem 20. November beginnt die eigentliche Hochsaison der Berner Weihnachtsmärkte, die sich durch ihre unterschiedlichen Schwerpunkte und Standorte auszeichnen. In der historischen Altstadt eröffnen vier zentrale Märkte fast zeitgleich, jeder mit einem eigenen Charakter und in bequemer Gehdistanz zueinander gelegen.
Der Berner Sternenmarkt auf der Kleinen Schanze, der bereits ab dem 20. November öffnet und bis zum 28. Dezember dauert, ist der jüngste Markt in der Stadt. Er hat sich in kürzester Zeit mit seiner dichten, schönen Lichtdekoration und dem weitreichenden Blick auf das Bundeshaus und die Alpen als Publikumsmagnet etabliert. Neben einem breiten Angebot an köstlichem Essen und Getränken bietet der Markt in seinen rund 80 Holzhütten auch wechselnde Designer und Händler. Eine Besonderheit ist das große Gstaader Fondue-Chalet, das mit 200 Plätzen ganztägig Käse-Spezialitäten und Drinks in beheizter Lounge-Atmosphäre anbietet, sowie das cashless Zahlungssystem des Marktes.
Der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Waisenhausplatz hingegen, der vom 28. November bis zum 24. Dezember stattfindet, ist für seinen klassischen Charme und die jahrzehntelange Tradition bekannt. Hier finden Besucher das volle Spektrum der Weihnachtsartikel und kulinarischen Klassiker.
Gleichzeitig öffnet am 29. November der Weihnachtsmarkt vor dem imposanten Münster seine Pforten, der eine Ruheoase im vorweihnachtlichen Treiben darstellt. Dieser Markt legt Wert auf lokales Kunsthandwerk und Qualität, wobei die Produkte oft direkt aus lokalen Ateliers stammen – ein starker Kontrast zur Massenware. Er wird an den Wochenenden, insbesondere am 6./7. Dezember und 20./21. Dezember, durch einen Handwerkermarkt auf der Münsterplattform ergänzt, der weitere regionale Handwerkskunst präsentiert.
Die touristische Bedeutung der Unesco-Altstadt und regionalen Erlebnisse
Die Berner Altstadt ist seit 1983 ein Unesco-Weltkulturerbe und bildet mit ihrer erhaltenen mittelalterlichen Struktur, den Sandsteingebäuden, den markanten Figurenbrunnen aus dem 16. Jahrhundert und dem Zytglogge (Zeitglockenturm) die unverwechselbare Kulisse für die festlichen Aktivitäten. Die sechs Kilometer Lauben sind nicht nur ein architektonisches Merkmal, das Einkaufen bei jedem Wetter ermöglicht, sondern auch ein Symbol für das gemütliche und entspannte Lebensgefühl der Stadt.
Die Vorverlegung der festlichen Saison durch die Novemberfenster und der geballte Auftakt der Märkte sind strategische Schritte, um dieses historische Zentrum als attraktive Winterdestination zu positionieren. Die Konzentration von vier unterschiedlichen Märkten in Gehdistanz steigert den Erlebniswert für die Besucher.
Über die Stadtgrenzen hinaus zelebrieren auch die umliegenden Dörfer und Städtchen der Region Bern die Adventszeit mit eigenen, charmanten Veranstaltungen. Dazu gehören weitere Weihnachtsmärkte, aber auch spezielle Inszenierungen wie eine 16 Meter lange Krippe oder ein 1,5 Kilometer langer Weihnachtsweg, der mit Wollfiguren dekoriert ist. Auch saisonale Pop-up-lokale wie Oscar Elch im Ringgenpärkli bieten ab Mitte November wärmende Speisen und Getränke in festlicher Atmosphäre an und runden das vielfältige Winterangebot ab. Die Saison endet in Bern nicht abrupt, sondern wird durch Veranstaltungen wie den Altjahresmarkt und den Neujahrsmarkt fortgeführt, die den Übergang ins neue Jahr begleiten.