Embraer 195 (Foto: Jan Gruber).
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Austrian Airlines gibt demnächst ersten Embraer an Air Dolomiti ab

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Die Lufthansa Group setzt ihre Strategie der Flottenkonsolidierung und Spezialisierung der Tochtergesellschaften konsequent fort. Ein zentraler Schritt in diesem Prozess ist die geplante Übergabe der gesamten Embraer E195-Flotte von Austrian Airlines an die italienische Regionalfluggesellschaft Air Dolomiti. Dieser umfangreiche Flottentransfer soll schrittweise bis Ende 2028 abgeschlossen werden und führt zu einer deutlichen Vereinfachung der Kurz- und Mittelstreckenflotte von Austrian Airlines, während er Air Dolomiti zu einem erheblichen Kapazitätswachstum und einer gestärkten Rolle im europäischen Zubringerverkehr verhilft.

Die erste von insgesamt 14 Maschinen dieses Typs wird Austrian Airlines bereits im Dezember 2025 an ihre Konzernschwester übergeben, wie Brancheninformationen bestätigen. Air Dolomiti plant den kommerziellen Einsatz dieses Flugzeugs ab März 2026. Die vollständige Umstellung markiert das Ende der Embraer-Ära bei Austrian Airlines, die sich in Zukunft auf eine homogenisierte Airbus-Flotte auf der Kurz- und Mittelstrecke konzentrieren wird. Bei Air Dolomiti hingegen wächst die Embraer E195 zur zentralen und einzigen Regionaljet-Klasse und bildet die Basis für den geplanten Netzausbau.

Konsolidierung zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung

Die Entscheidung von Austrian Airlines, ihre gesamte Flotte von 17 Embraer E195 bis 2028 auszumustern, ist ein fundamentaler Bestandteil der internen Strategie zur Reduzierung der Flottenkomplexität. Der Betrieb mehrerer Flugzeugmuster mit unterschiedlichen Anforderungen an Wartung, Ersatzteillogistik und Besatzungsschulung verursacht höhere Betriebskosten. Durch die Eliminierung des Embraer-Typs und die Konzentration auf Flugzeuge aus der Airbus A320-Familie – einschließlich des Zukaufs moderner Airbus A320neo – strebt Austrian Airlines eine Optimierung ihrer Kostenstruktur und eine Steigerung der operativen Flexibilität an. Die restlichen drei der 17 Embraer E195, die nicht an Air Dolomiti gehen, sollen zu einem späteren Zeitpunkt aus der Flotte genommen werden.

Im Gegenzug positioniert die Lufthansa Group Air Dolomiti als Spezialisten und Wachstumsvektor für den Regionalverkehr in Südeuropa. Die italienische Tochter, die bereits zuvor Regionaljets von der Lufthansa Cityline übernommen hatte, baut ihre Expertise mit der Embraer E195 weiter aus. Dieser Typ wird der künftige Flottenstandard der Airline sein, wodurch die derzeit noch betriebenen, kleineren Embraer E190 schrittweise abgelöst werden. Die Größe der Air Dolomiti-Flotte wird nach Abschluss des gesamten Prozesses auf beachtliche 30 Embraer E195 anwachsen.

Air Dolomiti: Kapazitätsausbau und neue Streckenoptionen

Die massive Aufstockung der Flotte von Air Dolomiti ist nicht nur eine interne Verlagerung von Vermögenswerten, sondern schafft die Voraussetzung für einen deutlichen Kapazitätszuwachs und die Ausweitung des Streckennetzes. Ein Sprecher von Air Dolomiti bestätigte, dass die vergrößerte Flotte „höchstwahrscheinlich“ zu einem Ausbau des Flugangebots führen wird. Konkrete Details zu neuen Routen oder der geografischen Ausrichtung des Wachstums in den kommenden drei Jahren sind zwar noch nicht bekanntgegeben worden, jedoch ist die strategische Rolle der Airline innerhalb der Lufthansa Group klar definiert.

Air Dolomiti fungiert traditionell primär als Zubringer zu den großen Drehkreuzen der Lufthansa, insbesondere am Flughafen München, und übernimmt auch zunehmend Flüge für andere Konzern-Airlines, wie bereits durch Wet-Lease-Einsätze für Austrian Airlines, besonders in den Wintermonaten, ersichtlich wird. Die vereinheitlichte und vergrößerte E195-Flotte ermöglicht es der italienischen Regionalfluggesellschaft, ihr Angebot an diesen Hubs zu festigen und zusätzliche, dünner frequentierte europäische Strecken effizient zu bedienen. Die Größe des Flugzeugtyps ist dabei für die Anbindung von regionalen Flughäfen an die internationalen Drehkreuze der Gruppe optimal dimensioniert.

Die Rolle von Wet-Lease und konzerninterner Zusammenarbeit

Die intensive Zusammenarbeit zwischen Austrian Airlines und Air Dolomiti manifestiert sich bereits vor der offiziellen Flottenübergabe in Form von Wet-Lease-Abkommen. Air Dolomiti unterstützt Austrian Airlines bereits durch das Einfliegen eigener Embraer E195 auf Strecken ab Wien, was die Flexibilität der österreichischen Airline in Zeiten von unvorhergesehenen Kapazitätsengpässen erhöht. Ein solcher konzerninterner Austausch von Flugzeugen und Kapazitäten dient der Stabilisierung des Flugbetriebs und ist ein typisches Merkmal von Airline-Gruppen, die eine enge operative Verzahnung anstreben.

Die Übergabe der Embraer-Flugzeuge an Air Dolomiti und deren Betrieb als Zubringer oder im Wet-Lease für andere Konzern-Airlines unterstreicht die Tendenz der Lufthansa Group, regionale Dienste zunehmend in spezialisierten, kosteneffizienten Einheiten zu bündeln. Während Austrian Airlines in der Zukunft ihre volle Konzentration auf eine modernisierte Mainline-Flotte von Airbus-Flugzeugen und die Langstreckenflotte legen wird, übernimmt Air Dolomiti die Verantwortung für einen bedeutenden Teil des Regionalverkehrs, der für die Anbindung der Drehkreuze an den europäischen Markt unerlässlich ist. Dieser koordinierte Schritt ist ein Beispiel für das konzernweite Flottenmanagement, das darauf abzielt, die Gesamtleistung und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmensgruppe zu stärken.

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