Die Fluggesellschaft Emirates hat am Dubai International Airport (DXB) eine umfangreiche technologische Aufrüstung ihres Heimat-Terminals 3 abgeschlossen. Mit einer Investition von insgesamt 85 Millionen VAE-Dirham (rund 23,1 Millionen US-Dollar) hat die Airline über 200 biometrische Kameras installiert, um die gesamte Passagierabfertigung – von Check-in bis zum Boarding – mittels Gesichtserkennung zu beschleunigen und zu vereinfachen.
Diese massive Investition markiert den jüngsten und größten Schritt in einer Entwicklung, bei der biometrische Verfahren eine immer zentralere Rolle in der kommerziellen Luftfahrt spielen. In Zusammenarbeit mit der Generaldirektion für Identität und Ausländerangelegenheiten Dubai (General Directorate of Identity and Foreigner Affairs Dubai, GDRFAD) bietet Emirates registrierten Passagieren nun einen nahezu dokumentenfreien und kontaktlosen Transit durch den Flughafen. Das Hauptziel der Initiative ist die signifikante Reduzierung der Wartezeiten und die Steigerung der Prozesseffizienz für Passagiere und Flughafenpersonal.
Der biometrische Pfad: Ein durchgängiges Reiseerlebnis
Die installierten intelligenten Kameras sind strategisch im Emirates Terminal 3 an allen wichtigen Berührungspunkten der Passagierreise positioniert: am Check-in, bei der Passkontrolle, an den Emirates-Lounges sowie an den Flugsteigen. Das System ist darauf ausgelegt, das biometrische Profil eines Kunden aus bis zu einem Meter Entfernung zu erkennen.
Ein Schlüsselvorteil dieser umfassenden Einführung ist, dass die Passagiere ihre Bordkarte oder ihr Ausweisdokument an den Kontrollpunkten nicht mehr physisch vorzeigen müssen. Stattdessen erfolgt die Verifizierung der Identität automatisch und im Vorbeigehen durch den Gesichtsscan. Mohammed Ahmed Al Marri, Generaldirektor der GDRFAD, hob die Bedeutung der Kooperation hervor: „Im Laufe der Jahre haben wir künstliche Intelligenz und biometrische Technologien integriert, um das Reisen durch Dubai schneller, sicherer und intuitiver zu gestalten. Unsere Partnerschaft mit Emirates setzt diesen Weg der Exzellenz fort.“
Der Dienst steht Emirates Skywards-Treueprogramm-Mitgliedern ab 18 Jahren offen, unabhängig davon, ob sie Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate oder Besucher sind. Zukünftig plant Emirates, diesen Service auch für Transitpassagiere am Drehkreuz Dubai verfügbar zu machen. Nach dem Check-in können registrierte Gäste die biometrischen Smart Gates der GDRFAD nutzen, um die Warteschlangen bei der Einreise zu umgehen, indem sie sich lediglich fotografieren lassen, anstatt den Reisepass zu überprüfen.
Registrierung und Datensicherheit
Die Nutzung der beschleunigten biometrischen Abfertigung erfordert eine einmalige Registrierung über die Emirates App. Hierbei müssen interessierte Passagiere ihren Reisepass in die App scannen, um die Daten mit ihrem Skywards-Profil abzugleichen. Die für die biometrische Identifizierung relevanten Informationen werden anschließend in einer zentralen Datenbank der GDRFAD gespeichert, die mit den Systemen von Emirates am Dubai International Airport verknüpft ist. Die Registrierung und die Zustimmung zur Datennutzung sind freiwillig.
Die enge Kooperation zwischen Emirates und der GDRFAD, die laut Adel al Redha, Deputy President & Chief Operating Officer der Fluggesellschaft, bis ins Jahr 2017 zurückreicht, ist die Grundlage für die nahtlose Integration von Airline- und staatlichen Kontrollprozessen. Diese Partnerschaft ermöglicht die Einhaltung strenger behördlicher Anforderungen bei gleichzeitiger Optimierung der Kundenreise. Die Nutzung der Smart Gates für die Passkontrolle ist ein Beispiel für diese Integration, bei der die biometrischen Daten zur Beschleunigung hoheitlicher Prozesse eingesetzt werden.
Globale Entwicklung der Biometrie in der Luftfahrt
Die Investition von Emirates in Dubai reiht sich in einen globalen Trend ein, bei dem die Gesichtserkennung zur dominierenden Technologie für das Passagiermanagement an Flughäfen avanciert. Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber weltweit setzen zunehmend auf Biometrie, um die „Passenger Journey“ zu revolutionieren. Die International Air Transport Association (IATA) fördert mit ihrem Konzept „One ID“ die Vision einer integrierten Identitätsmanagementlösung. Ziel ist es, den Passagieren zu ermöglichen, sich durch eine einzige biometrische Registrierung am gesamten Flughafen – vom Check-in über die Sicherheitskontrolle bis zum Boarding – zu identifizieren und dabei papierbasierte Dokumente zu eliminieren.
Andere große Luftfahrtallianzen und Flughäfen haben ebenfalls umfassende Biometrie-Programme eingeführt:
- Star Alliance Biometrics ermöglicht Passagieren der Allianz-Fluggesellschaften, darunter Lufthansa und Austrian Airlines, an wichtigen europäischen Drehkreuzen wie Frankfurt, München und Wien, die Nutzung von Gesichtserkennung für den Zugang zu Lounges und Boarding Gates.
- Flughäfen wie der Flughafen Frankfurt nutzen die Technologie, um das Durchlaufen der Prozessstellen zu vereinfachen und die Notwendigkeit des ständigen Vorzeigens von Ausweisdokumenten und Bordkarten zu minimieren.
Die Gesichtserkennung hat sich gegenüber anderen biometrischen Methoden, wie der Fingerabdruck- oder Iriserkennung, in der Luftfahrt durchgesetzt, da sie berührungslos, nicht-invasiv und schnell ist. Angesichts der weltweit steigenden Passagierzahlen und der Notwendigkeit, komplexe Sicherheitsanforderungen mit maximalem Komfort in Einklang zu bringen, gilt die Biometrie als Schlüsseltechnologie zur Erhöhung der Effizienz. Die Investition in Dubai ist ein klares Zeichen dafür, dass die größten globalen Drehkreuze und Fluggesellschaften die Digitalisierung des Reiseerlebnisses als entscheidenden Wettbewerbsvorteil sehen. Emirates und die GDRFAD setzen auf Künstliche Intelligenz und moderne Biometrie, um das Dubai International Airport als führendes Zentrum für innovative und reibungslose Passagierabfertigung zu positionieren und damit die Rolle des Terminals 3 als globales Luftverkehrsdrehkreuz weiter zu stärken.