CRRC Demu 2 (Foto: CRRC).
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Chinesische Züge der Westbahn fordern Nachschärfung europäischer Vergaberichtlinien

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Der Einsatz von Triebzügen des chinesischen Herstellers China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC) durch den privaten Bahnbetreiber Westbahn sorgt in Österreich weiterhin für Diskussionen auf politischer Ebene. Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) äußerte sich im Verkehrsausschuss des Nationalrats erneut kritisch und forderte eine umfassende Risikobewertung sowie die Nachschärfung europäischer und nationaler Vergaberichtlinien. Der erstmalige Einsatz chinesischer Züge in der Europäischen Union (EU) markiere Neuland und berühre die kritische Infrastruktur.

Hanke betonte, dass die Anschaffung chinesischer Züge, die dem Vernehmen nach vier sogenannte „Panda“-Doppelstockzüge des Herstellers CRRC für die Strecke Wien-Salzburg umfasst, auch eine volkswirtschaftliche Dimension habe. Er warnte davor, dass massive Subventionen und Billiglöhne den Markt verzerren und damit den heimischen Industriestandort sowie europäische Arbeitsplätze gefährden könnten. Diese Bedenken werden von SPÖ und Grünen geteilt, die einen fairen Wettbewerb zur Sicherung der europäischen Wertschöpfung fordern. Die EU-Kommission hat bereits Prüfverfahren gegen CRRC eingeleitet, um den Verdacht unfairen Wettbewerbs zu untersuchen.

Die NEOS zeigten sich weniger alarmiert: Obwohl der „Rumpf“ der Züge aus China stamme, sei die Innenausstattung stark europäisch geprägt – mit High-Tech-Komponenten aus Ländern wie Österreich, Deutschland (Bremsen) und Spanien. Darüber hinaus wurde argumentiert, dass die europäischen Zughersteller derzeit ausgelastet seien, was der Westbahn kaum Alternativen für eine schnelle Flottenerweiterung gelassen habe, um den steigenden Fahrgastzahlen gerecht zu werden und ihr Angebot auszubauen.

Die Debatte fand vor dem Hintergrund des Jahresberichts 2024 der Schienen-Control statt, der einen anhaltenden Boom im Personenverkehr der Bahn in Österreich aufzeigte. Die Fahrgastzahlen stiegen demnach um sechs Prozent auf 348,7 Millionen und die zurückgelegten Personenkilometer erreichten mit 15 Milliarden einen neuen Höchstwert. Österreich liegt mit dieser Entwicklung an der Spitze der EU-Länder. Demgegenüber steht der Güterverkehr, der stagniert und mit wachsenden Herausforderungen zu kämpfen hat, insbesondere im Bereich der Trassenvergabe und des Baustellenmanagements, wofür die Schienen-Control dringende Verbesserungen auf europäischer Ebene fordert. Im Schienengüterverkehr bleibt die Rail Cargo Austria Marktführer, verlor jedoch im Jahr 2024 leicht an Marktanteil an die Mitbewerber, die vor allem auf den Haupttransitachsen wie der Westachse und dem Brenner dominieren.

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