Ein Routineflug zwischen Chicago und Washington, D.C., nahm am Abend des Dienstags, den 10. November 2025, eine unerwartete Wendung, als die Besatzung des American Eagle Fluges AA4435 eine planmäßige Umleitung zum John Glenn Columbus International Airport (CMH) in Ohio beschloss.
Grund für die Diversion war ein festgestellter mechanischer Defekt an der Windschutzscheibe des Flugzeugs kurz nach dem Start. Der Vorfall, der zu einer erheblichen Verzögerung der Reise für die Passagiere führte, reiht sich ein in eine Reihe von Vorkommnissen in der Luftfahrt, bei denen Risse in der Cockpitscheibe zur Sicherheitsmaßnahme der Umkehr oder außerplanmäßigen Landung zwingen.
Die Reise und der plötzliche Abbruch
Der von Republic Airways im Auftrag von American Airlines (als American Eagle) durchgeführte Flug AA4435 sollte die Passagiere vom Chicago O’Hare International Airport (ORD) zum Ronald Reagan Washington National Airport (DCA) bringen. Bereits der Abflug gestaltete sich verzögert: Die geplante Startzeit von 19:30 Uhr konnte nicht eingehalten werden; die Maschine verließ das Gate erst um 21:26 Uhr, fast zwei Stunden hinter dem Zeitplan.
Nach dem Start nahm das Flugzeug eine östliche, dann südöstliche Route in Richtung der Hauptstadt. Nur 44 Minuten nach dem Abheben identifizierte die Flugbesatzung den Riss in der Windschutzscheibe. Aus Gründen der Vorsicht und unter Einhaltung der Sicherheitsprotokolle wurde daraufhin entschieden, den Flug umzuleiten. Die Wahl fiel auf Columbus, Ohio, ein in der Nähe gelegener Flughafen, der die notwendige Infrastruktur für solche Zwischenfälle bietet.
Sicherheitsmaßnahme in Columbus
Um 22:44 Uhr, eine Stunde und 18 Minuten nach dem Start in Chicago, setzte die Maschine sicher auf dem John Glenn Columbus International Airport auf. Die Passagiere wurden umgehend aus dem Flugzeug gebracht und in das Flughafenterminal geleitet, um die Organisation eines Ersatzfluges abzuwarten.
Ein Sprecher von American Airlines bestätigte den Vorfall in einer Stellungnahme: „American Airlines Flug 4435 von Chicago (ORD) nach Washington (DCA) hatte ein mechanisches Problem mit der Windschutzscheibe und wurde nach Columbus (CMH) umgeleitet. Der Flug landete sicher, und das Flugzeug wurde zur Inspektion durch unser Wartungsteam außer Betrieb genommen. Die Kunden reisten mit einem Ersatzflugzeug nach DCA ab.“ Die umgeleitete Maschine, eine Embraer E175 mit der Registrierung N127HQ, wurde umgehend dem Bodenwartungsteam zur Überprüfung übergeben und blieb nach Daten von Flugverfolgungsdiensten zunächst am Flughafen Columbus stehen.
Den Passagieren an Bord wurde die Situation durch eine Durchsage des Kapitäns erklärt, wobei mitgeteilt wurde, dass das Flugzeug als nicht mehr lufttüchtig erachtet wurde, was die Notwendigkeit der Landung unterstrich.
Protokolle bei Schäden an der Cockpitscheibe
Risse in der Windschutzscheibe eines Flugzeugs lösen spezifische Verfahren aus, die auf die Maximierung der Sicherheit abzielen. Flugzeugwindschutzscheiben sind in der Regel aus mehreren Schichten aufgebaut, um selbst bei einem Schaden an einer Schicht die strukturelle Integrität und den Kabinendruck aufrechterhalten zu können. Diese Konstruktion ist entscheidend, da in Reiseflughöhe erhebliche Druckunterschiede zwischen Kabine und Außenluft bestehen.
Wird ein Riss festgestellt, liegt es zunächst im Ermessen der Besatzung, das Ausmaß des Schadens zu beurteilen und festzustellen, welche der Schichten betroffen ist. Ist eine unmittelbare Gefahr für die Integrität nicht auszuschließen oder ist der Riss im primären Sichtfeld des Piloten, kann eine Reduzierung der Flughöhe notwendig werden. Dies dient dazu, den Kabinendruck zu senken und die Belastung der Scheibe zu minimieren. Die Umleitung zu einem geeigneten Flughafen ist die gängigste und sicherste Vorsichtsmaßnahme, um eine detaillierte technische Prüfung am Boden zu ermöglichen und das Risiko eines weiteren Schadens in der Luft auszuschließen.
Solche Vorkommnisse sind in der Luftfahrt keine Seltenheit. Erst kürzlich, im Oktober desselben Jahres, musste beispielsweise ein Flugzeug mit dem damaligen US-Verteidigungsminister an Bord wegen eines Risses in der Windschutzscheibe außerplanmäßig in Großbritannien landen. Ebenso mussten Verkehrsflugzeuge in der Vergangenheit, beispielsweise eine Boeing 737 Max 8 von United Airlines, wegen Scheibenschäden notlanden, was die kontinuierliche Notwendigkeit strenger Sicherheitsprotokolle unterstreicht.
Details zum betroffenen Fluggerät
Bei dem Flugzeug, das die Umleitung notwendig machte, handelt es sich um eine 17 Jahre alte Embraer E175LR. Die Maschine mit der Seriennummer 206 und der Registrierung N127HQ wurde am 14. Februar 2008 an Republic Airways ausgeliefert. Republic Airways, ein wichtiger regionaler Partner in der US-Luftfahrt, betreibt unter anderem Dienste für American Airlines unter der Marke American Eagle.
Die Embraer E175 ist ein weit verbreitetes Regionalflugzeug, das in der Konfiguration für American Eagle 76 Passagieren Platz bietet, aufgeteilt in eine Erste Klasse mit 12 Sitzen und eine Hauptkabine mit 64 Sitzen. Sie wird von zwei General Electric CF34-8E Triebwerken angetrieben. Angesichts des Alters des Flugzeugs und des intensiven Einsatzes im Regionalverkehr ist die regelmäßige und gründliche Wartung aller Komponenten, einschließlich der Cockpitverglasung, von zentraler Bedeutung für den fortlaufenden sicheren Betrieb.
Weiterreise mit Verspätung
Nach der Landung in Columbus war es die Priorität der Fluggesellschaft, die Passagiere schnellstmöglich an ihr Ziel zu bringen. Ein Ersatzflugzeug, ebenfalls eine Embraer E175 (Registrierung N124HQ), wurde bereitgestellt. Dieses Ersatzflugzeug hob in den frühen Morgenstunden des Mittwochs, des 11. November, um 02:18 Uhr in Columbus ab. Die Passagiere erreichten den Ronald Reagan Washington National Airport um 03:11 Uhr, mit einer Gesamtverspätung von mehreren Stunden gegenüber der ursprünglich geplanten Ankunftszeit von 22:41 Uhr des Vorabends. Dieser Vorfall beleuchtet die akribische Einhaltung von Sicherheitsstandards und die Bedeutung proaktiver Entscheidungen der Flugbesatzungen, um die Sicherheit der Passagiere jederzeit zu gewährleisten.