Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer in Österreich liegt im Jahr 2025 auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr. Bis zum 10. November 2025 kamen 77 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben, verglichen mit 82 Getöteten im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der ÖAMTC (Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring Club) weist darauf hin, dass Motorradfahrer damit fast 25 Prozent aller Verkehrstoten ausmachen. Das Durchschnittsalter der Verunglückten beträgt 46 Jahre, wobei neun von zehn Betroffenen Männer sind.
Die Analyse der Unfallstatistik zeigt eine Verschiebung der Unfallschwerpunkte. Während die Zahl der Unfälle an Kreuzungen in den letzten zwei Jahrzehnten zurückging, stieg die Zahl der Alleinunfälle sowie der Unfälle im Richtungsverkehr (etwa beim Überholen) um jeweils mehr als 50 Prozent an. In 88 Prozent der Fälle waren die Motorradfahrer selbst Hauptverursacher des tödlichen Unfalls. Falsche Einschätzung des eigenen Fahrkönnens, erhöhte Risikobereitschaft und nicht angepasstes Tempo spielen bei 40 Prozent der Alleinunfälle und 27 Prozent der Unfälle im Begegnungsverkehr eine tragende Rolle, so die Analyse der ÖAMTC-Experten.
Besonders gefährdet sind Wiedereinsteiger und Fahrer mit wenig Routine. Ein kleiner Fahrfehler kann aufgrund der fehlenden schützenden Karosserie zu Unfällen mit schwersten Folgen führen. Der Mobilitätsclub betont, dass im Gegensatz zu anderen Mobilitätsformen, bei denen die Zahl der Verkehrstoten sinkt, die Unfallzahlen im Motorradverkehr stagnieren. Obwohl die absolute Zahl der getöteten Motorradfahrer seit dem Höchstwert im Jahr 2000 leicht gesunken ist, hat sich der Anteil der getöteten Motorradfahrer an allen Verkehrstoten von sieben Prozent (1995) auf aktuell fast 25 Prozent vervierfacht. Der ÖAMTC empfiehlt daher dringend, die Fahrtechnik regelmäßig durch Fahrsicherheitstrainings zu verbessern, um Notmanöver zu beherrschen und Risikosituationen besser einschätzen zu können.