Airbus A319 (Foto: Beond).
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Beond und New Pacific Airlines schmieden Allianz: Neue Marke Beond America zielt auf den US-Markt ab

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Die auf Luxusreisen spezialisierte Fluggesellschaft Beond mit Hauptsitz auf den Malediven hat eine strategische Partnerschaft mit der US-amerikanischen New Pacific Airlines geschlossen, um ihre Präsenz auf dem nordamerikanischen Markt auszubauen. Unter der neuen Marke Beond America soll ein Betrieb mit bis zu acht Flugzeugen der Airbus A320-Familie unter dem bestehenden US-Flugbetriebszertifikat (Air Operator’s Certificate, AOC) von New Pacific Airlines etabliert werden. Mit diesem Schritt verfolgt Beond das Ziel, die Vereinigten Staaten als zentralen Pfeiler in ihrem globalen Netzwerk zu etablieren. Die Markteinführung und der geplante Betrieb des Netzwerks stehen noch unter dem Vorbehalt der endgültigen Genehmigung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA.

Der Vorstoß in den US-Markt ist Teil der aggressiven Expansionsstrategie von Beond, die darauf abzielt, ihre Flotte bis zum Ende des Jahrzehnts auf insgesamt 27 Flugzeuge zu erweitern. Das Konzept von Beond stützt sich auf einen reinen All-Business-Class-Service mit Schmalrumpfflugzeugen, die Malé mit globalen Luxus-Hubs verbinden. Durch die Partnerschaft mit New Pacific Airlines sichert sich Beond die notwendige operative Tiefe und eine etablierte Zertifizierung auf dem komplexen US-amerikanischen Luftfahrtmarkt. Die Allianz signalisiert einen wachsenden Wettbewerb im Segment der Premium-Charterflüge und der Luxus-Schmalrumpf-Langstrecken.

Die Struktur der neuen Allianz: Beond America

Die strategische Partnerschaft zwischen Beond (Malé, Malediven) und New Pacific Airlines (Anchorage Ted Stevens, USA) zielt auf die Schaffung einer neuen operativen Einheit unter dem Namen Beond America ab. Tero Taskila, CEO von Beond, hob die Bedeutung der Kooperation hervor: „New Pacific als Partner bringt operative Tiefe in den Vereinigten Staaten und stärkt unsere Mehrebenen-Struktur.“

New Pacific Airlines wird im Rahmen der Partnerschaft ihr bestehendes Geschäft – das aus drei im Premium-Segment konfigurierten Boeing 757-200 für den Charterverkehr in den USA besteht – sowie ihren Kundenstamm beibehalten. Der Deal sieht vor, dass New Pacific Airlines ihre Flotte um acht zusätzliche Flugzeuge der Airbus A320- und A321-Familie erweitert, die dann im Auftrag von Beond America betrieben werden. Diese Flugzeuge werden in einer reinen Premium-Konfiguration gehalten sein: Die A320-Varianten sollen mit 56 Sitzen und die A321-Varianten mit 68 Sitzen ausgestattet werden. Die extrem geringe Sitzdichte ist charakteristisch für das All-Business-Class-Konzept von Beond und verspricht einen hohen Reisekomfort.

Die Nutzung des bestehenden US-AOC von New Pacific Airlines ist ein entscheidender Faktor, da die Erlangung eines neuen Zertifikats in den USA ein langwieriger und kapitalintensiver Prozess ist. Die Partnerschaft ermöglicht es Beond, unter einem multi-AOC-Netzwerk schnell in den US-Markt einzutreten, was das Wachstum in einem der wirtschaftlich wichtigsten Märkte der Welt beschleunigen soll.

Beond’s globaler Footprint: Luxus-Nische und Expansion

Beond hat sich seit dem Start ihrer Geschäftstätigkeit auf das Luxus- und Premium-Segment konzentriert. Die derzeitige Flotte besteht aus einem A319-100 und einem A321-200, die beide in einer exklusiven All-Business-Class-Konfiguration betrieben werden. Die Fluggesellschaft verbindet derzeit Malé, das Hauptziel für hochpreisigen Tourismus, mit wichtigen internationalen Hubs.

Das aktuelle Streckennetz umfasst:

  • Direktflüge von Malé nach Dubai World Central, Riad und zum Red Sea International Airport in Saudi-Arabien.
  • Geplante Linienflüge von Dubai nach München und Zürich.
  • Die derzeit einzige europäische Verbindung für den Red Sea International Airport, die nach Mailand Malpensa führt.

Die ehrgeizigen Pläne von Beond sehen vor, die Flotte bis zum Ende des Jahrzehnts auf 27 Flugzeuge zu vergrößern. Um dieses Wachstum zu unterstützen und die Präsenz im Nahen Osten zu festigen, hatte Beond bereits zuvor Pläne bekannt gegeben, ein eigenes AOC in den Vereinigten Arabischen Emiraten anzustreben. Die Allianz mit New Pacific Airlines in den USA ist ein weiterer Beweis für die Strategie, ein globales Netz von Premium-Verbindungen aufzubauen, die auf die Bedürfnisse anspruchsvoller Reisender zugeschnitten sind.

Wettbewerbsumfeld und der US-Markt für Premium-Schmalrumpfjets

Die Entscheidung von Beond, in den US-Markt einzutreten, fällt in eine Zeit, in der das Segment der Premium-Schmalrumpf-Charterflüge verstärkt in den Fokus rückt. Dieses Nischensegment bietet Kunden, die Wert auf Privatsphäre, direkten Zugang zu regionalen Flughäfen und höchsten Komfort legen, eine Alternative zu traditionellen Linienflügen und den oft noch teureren Privatjets.

New Pacific Airlines selbst hat eine strategische Partnerschaft mit Private Jet Services, einem Broker der Elevate Aviation Group, und verfügt über Erfahrung im Charterbetrieb. Die Airline war zuvor auch als Betreiber der kürzlich eingestellten Regionalfluggesellschaft Ravn Alaska bekannt, was ihre operative Basis und ihre Erfahrung in verschiedenen Marktsegmenten unterstreicht.

Der Wettbewerb im US-Premium-Chartermarkt zieht weitere Akteure an. Kurz vor der Ankündigung von Beond hatte auch das Start-up Magnifica Air Pläne zur Eroberung des US-Marktes für All-Premium-Schmalrumpf-Charterflüge offengelegt. Magnifica Air plant den Einsatz von VIP-konfigurierten A220-300 und A321-200NX. Die Marktpräsenz der Boeing 757-200 von New Pacific Airlines, die ebenfalls in einer Premium-Konfiguration betrieben wird, ist ein Indikator dafür, dass das Interesse an exklusiven Charterlösungen in den USA steigt.

Die endgültige Genehmigung durch die FAA wird der nächste kritische Punkt sein, der über den offiziellen Start von Beond America entscheidet. Die Allianz zwischen der maledivischen Luxusairline und dem US-Betreiber schafft eine interessante Mehrebenen-Struktur, die Beond die Möglichkeit geben könnte, ihren globalen Fußabdruck rasch zu erweitern und eine bedeutende Rolle im Premium-Reisesegment zu spielen.

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