Drei polnische Fußballanhänger sind am Sonntag auf dem Malta International Airport von der Flughafenpolizei festgenommen worden, nachdem sie während ihres Fluges aus Warschau mutmaßlich für erhebliche Störungen gesorgt hatten. Nach Berichten des polnischen Fernsehsenders TVP World und Augenzeugenberichten ignorierten die Männer die Anweisungen der Kabinenbesatzung, sorgten durch lautes Geschrei für Unruhe und beeinträchtigten das Wohlbefinden anderer Passagiere. Die Festnahme erfolgte unmittelbar nach der Landung, im Vorfeld des letzten, wenn auch sportlich weitgehend bedeutungslosen, WM-Qualifikationsspiels der polnischen Nationalmannschaft in Malta.
Der Vorfall, der sich wahrscheinlich an Bord des LOT Polish Airlines Fluges LO671 von Warschau nach Malta ereignete, lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf das Problem ungebührlichen Verhaltens von Passagieren, insbesondere im Kontext von Großveranstaltungen. Bei ihrer Festnahme führten die Anhänger Berichten zufolge noch Alkohol mit sich. Das Verhalten der drei Männer stand im krassen Gegensatz zur Anreise Tausender polnischer Fans, die für das Spiel am Montagabend nach Malta reisten. Obwohl Polen bereits einen Play-off-Platz für die Weltmeisterschaft gesichert hatte und kaum noch Chancen auf den Gruppensieg gegen die Niederlande bestanden, war die Atmosphäre unter den anreisenden Fans angespannt.
Der Vorfall an Bord: Schreie und Missachtung von Anweisungen
Der Flug, bei dem es sich mutmaßlich um LOT Polish Airlines LO671, durchgeführt mit einer Boeing 737 Max 8 (Registrierung SP-LVP), handelte, wurde durch das Fehlverhalten der drei Anhänger massiv gestört. Zahlreiche Zeugenaussagen, darunter die eines an Bord befindlichen Journalisten des polnischen Kanal Sportowy, bestätigen die Schwere der Störungen.
Der Journalist berichtete, das Trio habe während der gesamten Flugdauer „ständig geschrien“ und Anweisungen des Kabinenpersonals wiederholt missachtet. Solche Vorfälle, bei denen Passagiere die Anweisungen der Crew ignorieren, fallen unter die Kategorie der Unruly Passenger (störende Passagiere) und können die Sicherheit sowie den Komfort der gesamten Besatzung und der Mitreisenden ernsthaft gefährden. Die Missachtung von Anweisungen kann von der unsachgemäßen Nutzung elektronischer Geräte bis hin zum Nichtbefolgen von Sicherheitsvorschriften reichen.
Das Kabinenpersonal ist nach internationalen Luftfahrtbestimmungen und den Richtlinien der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) dazu verpflichtet, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Ordnung und Sicherheit an Bord aufrechtzuerhalten. Im Falle schwerwiegender Verstöße kann die Crew die Hilfe von Polizeibehörden am Zielflughafen anfordern, wie es in diesem Fall geschehen ist. Die Tatsache, dass die Männer bei der Festnahme noch Alkohol mit sich führten, deutet auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und dem disziplinlosen Verhalten hin, ein häufiges Problem bei Flugreisen zu Sportereignissen.
Festnahme und juristische Konsequenzen in Malta
Unmittelbar nach der Landung der Boeing 737 Max 8 in Malta wurde die Flughafenpolizei aktiv. Die drei polnischen Anhänger wurden direkt im Terminal von Beamten abgefangen, in Handschellen gelegt und zur weiteren Bearbeitung abgeführt. Der Einsatz von Handschellen durch die maltesische Polizei signalisiert, dass die Beamten die Schwere der gemeldeten Störungen als hoch einstuften.
Nach maltesischem Recht, das die einschlägigen EU-Verordnungen und internationalen Abkommen zur Luftsicherheit umsetzt, können Passagiere, die die Sicherheit und Ordnung an Bord stören, mit empfindlichen Strafen belegt werden. Dies umfasst nicht nur Geldstrafen, sondern in schweren Fällen auch Freiheitsstrafen. Die genauen Vorwürfe gegen die Männer werden von den maltesischen Behörden geprüft, wobei die Missachtung von Anweisungen der Crew (Disobeying the lawful commands of a crew member) und die Störung des Flugbetriebs (Conduct likely to endanger the safety of the aircraft or of persons on board) zentrale Anklagepunkte darstellen dürften.
Zusätzlich zu den strafrechtlichen Konsequenzen drohen den Betroffenen auch zivilrechtliche Forderungen seitens der Fluggesellschaft. Fluggesellschaften haben das Recht, von Passagieren, die durch ihr Verhalten eine Störung verursachen, Schadenersatz für entstandene Kosten, wie beispielsweise Reinigungs- oder Verzögerungskosten, zu verlangen. Zudem ist eine dauerhafte Sperre für zukünftige Flüge mit der betreffenden Fluggesellschaft, in diesem Fall LOT Polish Airlines, wahrscheinlich.
Der Kontext der Reise: Sportliche Bedeutung und Fan-Anreise
Der Vorfall ereignete sich im Kontext der Anreise Tausender polnischer Fans zum letzten Qualifikationsspiel der Gruppe J gegen Malta, das am folgenden Montag stattfand. Die Partie hatte sportlich nur noch geringe Bedeutung für Polen. Das Team hatte bereits einen Platz in den Play-offs für die Weltmeisterschaft gesichert. Der Gruppensieg war praktisch unerreichbar, da die Niederlande uneinholbar an der Spitze lagen.
Trotz der geringen sportlichen Brisanz reisten traditionell viele polnische Fans zu den Auswärtsspielen ihrer Nationalmannschaft, was typisch für die intensive Fan-Kultur in vielen europäischen Ländern ist. Solche Großereignisse führen regelmäßig zu einer erhöhten Anzahl von Charter- und Linienflügen, wobei Fluggesellschaften und Flughäfen besondere Vorkehrungen treffen müssen, um mögliche Störungen durch feiernde oder stark alkoholisierte Anhänger zu vermeiden. Die Fluggesellschaft LOT Polish Airlines hätte in Kenntnis der Reiseabsicht der Passagiere besondere Vorkehrungen treffen können, beispielsweise durch eine stärkere Besetzung der Kabinen-Crew oder strengere Kontrollen vor dem Boarding, insbesondere im Hinblick auf den Konsum von Alkohol. Solche Vorfälle verdeutlichen die anhaltende Herausforderung für die Luftfahrtindustrie, das Gleichgewicht zwischen der Beförderung großer Passagiergruppen zu Sportereignissen und der Aufrechterhaltung der strengen Sicherheits- und Disziplinstandards an Bord zu finden.