Mit einem neu gegründeten slowakischen Ableger prüft Skyalps derzeit den Einstieg ins Liniengeschäft ab slowakischen Airports. Eine finale Entscheidung ist laut dem Management der Regio-Airline aber noch nicht gefallen.
Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Eigentümer der Südtiroler Regionalfluggesellschaft Skyalps unter dem Namen „Sky Alps Europe s.r.o.“ eine Schwesterfirma in Bratislava gegründet hat. Gegenüber Aviation.Direct bestätigte die Zivilluftfahrtbehörde der Slowakischen Republik, dass es erste Gespräche mit dem Management gegeben hat. Skyalps hingegen schwieg sich zunächst aus. Nun äußerte sich das Management zum Projekt in der Slowakei.
Auf die Frage warum man ein weiteres Unternehmen, das potentiell zu einer Fluggesellschaft entwickelt werden kann, antwortete man wie folgt: „Sky Alps Europe s.r.o. wurde im Rahmen der strategischen Entwicklung der Gruppe gegründet. Im Hinblick auf mögliche künftige regulatorische Entwicklungen – einschließlich der Möglichkeit, ein slowakisches AOC oder OL zu erhalten – folgen wir derzeit dem Standardverfahren. Noch kein Termin verfügbar“. Auch René Molnár, Generaldirektor der Zivilluftfahrtbehörde der Slowakei, bestätigte, dass erste Gesprächsrunden mit Vertretern von Sky Alps Europe gegeben hat. Weitergehend wollte sich der Amtsleiter jedoch noch nicht äußern.
Auf die Frage, ob die in Bozen ansässige Skyalps durch die Neugründung in Bratislava „ersetzt“ werden soll, antwortete das Skyalps-Management: „Unabhängig davon sind derzeit keine Änderungen hinsichtlich des Betriebsstatus der italienischen SkyAlps geplant. Derzeit gehen wir von einer parallelen und komplementären Koexistenz beider Unternehmen aus. Eine Rückgabe des italienischen AOC an die ENAC wird nicht in Betracht gezogen“. Daraus lässt sich ableiten, dass Skyalps beabsichtigt künftig mit zwei Flugbetrieben in der Luft zu sein. Die bestehende Airline verfügt über italienische Zertifikate und die Neugründung plant diese in der Slowakei zu erlangen.
Möglicherweise könnte so die Slowakei eine neue Regionalfluggesellschaft bekommen, denn: „Linienflüge, die auf eigene Rechnung durchgeführt werden – insbesondere von oder zu slowakischen Flughäfen – gehören zu den Möglichkeiten, die derzeit intern geprüft werden. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen“, so das Skyalps-Management. Weiters prüft man auch mit Sky Alps Europe s.r.o im Auftrag von anderen Airlines und/oder Reiseveranstaltern unterwegs zu sein. Dazu führt man gegenüber Aviation.Direct weiters aus: „Was den operativen Schwerpunkt von Sky Alps Europe s.r.o. betrifft, prüfen wir verschiedene Optionen, darunter Aktivitäten auf dem Charter- und ACMI/Wet-Lease-Markt, die je nach Marktbedingungen und regulatorischem Rahmen noch näher definiert werden“.
Hinsichtlich der Flottenplanung würde die de Havilland Dash 8-400 naheliegen, denn die Südtiroler Skyalps verfügt bereits über zahlreiche Exemplare. Allerdings äußerte sich Eigentümer Josef Gostner wiederholt, dass in den nächsten Jahren auch Regionaljets, beispielsweise aus der Embraer E1- oder E2-Reihe eingeflottet werden könnten. Diese könnten, zumindest hypothetisch gesehen, auch von Sky Alps Europe s.r.o. betrieben werden. Das Airline-Management will sich jedenfalls noch auf keinen Maschinentyp für die slowakische Skyalps-Schwester festlegen und erklärt zur künftigen Flotte: „Was die Flottenplanung betrifft, so befinden wir uns derzeit in Gesprächen und führen Marktanalysen durch. Die Auswahl potenzieller Flugzeugtypen hängt von operativen und strategischen Faktoren ab und steht daher noch nicht fest“.