Die in Bozen ansässige Regionalfluggesellschaft Skyalps hat unter dem Firmennamen „Sky Alps Europe s.r.o.“ ein Schwesterunternehmen mit Sitz am Flughafen Bratislava bekommen. Erste Gespräche, die zur Erlangung von slowakischen Zertifikaten führen könnten, hat man bereits mit der örtlichen Zivilluftfahrtbehörde geführt. Skyalps schweigt sich zur Gründung der Schwestergesellschaft aus.
Am 22. August 2025 wurde unter der Firmenbuchnummer (ICO) 57 152 578 das Unternehmen „Sky Alps Europe sro“ ins Register des Stadtgericht Bratislava III eingetragen. Als Geschäftsführer fungieren Alex Spinato und Josef Gostner, die bei der bestehenden Skyalps in Südtirol vergleichbare Positionen ausüben. Eigentümer des slowakischen Ablegers sind Fri-El Ruffano S.r.l. und Fri-El Hydro S.r.l., die dem Firmenimperium des Josef Gostner zugeordnet werden können. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 5.000 Euro und verteilt sich mit 4.250 Euro auf den zuerstgenannten Gesellschafter und mit 750 Euro auf die zweite Firma.
Skyalps hat sich trotz mehrfachen Erinnerungen nicht zur Neugründung in Bratislava geäußert und demnach auch die Frage, ob man einen Ableger neben der Regionalfluggesellschaft, die über italienische Zertifikate verfügt aufbauen möchte oder aber ob diese als Nachfolger, also eine Art „Ausflaggung“ geplant ist, nicht beantwortet. Das Unternehmen hat – trotz Vorlage eines offiziellen Auszugs aus dem Handelsregisters – überhaupt nicht reagiert.
Wesentlich auskunftsfreudiger zeigte sich die Zivilluftfahrtbehörde der Slowakischen Republik. Deren Generaldirektor, René Molnár, stellt gegenüber Aviation.Direct zunächst klar, dass „Sky Alps Europe sro“ „nicht über von der Zivilluftfahrtbehörde der Slowakischen Republik ausgestellte AOC-Lizenz verfügt“. Allerdings bestätigt der Behördenleiter, dass es erste Gespräche gegeben hat: „Es fanden Treffen mit Vertretern des Unternehmens statt, deren Ziel es war, sich gegenseitig über die Möglichkeiten und Bedingungen für den Erhalt einer AOC-Lizenz zu informieren“.
Sämtliche weiteren Fragen, beispielsweise zur beabsichtigten Flotte oder wann mit der Erteilung von AOC und Betriebsgenehmigung zu rechnen ist, konnte Molnár unter Hinweis auf „laufende Prozesse derzeit nicht beantworten“. Zumindest konnte der Generaldirektor der Zivilluftfahrtbehörde der Slowakischen Republik bestätigen, dass es erste Gesprächsrunden mit Skyalps-Vertretern gegeben hat.
Aus welchem Grund sich die Skyalps-Verantwortlichen offensichtlich für die Erlangung von AOC und Betriebsgenehmigung in der Slowakei über die neugegründete „Sky Alps Europe sro“ interessieren, bleibt mangels Stellungnahme der Südtiroler Airline, deren Spitzen-Management ident mit jenem der Neugründung ist, interessiert und wie weit das Projekt fortgeschritten ist, kann mangels Statement des Unternehmens nicht berichtet werden. Auch bleibt völlig offen, ob man beabsichtigt Linien- und/oder Charterflüge ab slowakischen Airports anzubieten oder aber das forcierte, jedoch eher schleppend laufende ACMI-Geschäft, auf ein mögliches neues AOC „auszulagern“.