Bombardier CRJ-900 (Foto. Jan Gruber).
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Lufthansa strafft ihr Regionalgeschäft: Neue Dachgesellschaft steuert CityLine und City Airlines

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Die Lufthansa Group hat mit der Gründung der neuen Tochtergesellschaft Lufthansa Aviation einen strategischen Schritt zur Neuordnung und Konzentration ihres Regionalflugbetriebs unternommen. Diese neue Einheit dient als gemeinsame Führungs- und Koordinationsstelle für die beiden regionalen Kapazitätsanbieter des Konzerns, Lufthansa CityLine und die jüngst gegründete Lufthansa City Airlines.

Während die beiden Fluggesellschaften vorerst als eigenständige Betriebe bestehen bleiben, sieht der langfristige Plan des Konzerns die schrittweise Einstellung des Betriebs von Lufthansa CityLine zugunsten einer vollständigen Überführung aller Flugzeuge und operativen Aufgaben an Lufthansa City Airlines vor. Dieser Konsolidierungsschritt soll Verwaltungsprozesse und Wartungsabläufe optimieren und eine reibungslosere Steuerung des regionalen Flugnetzes gewährleisten.

Die neue Führungsstruktur soll in einem hart umkämpften Marktsegment zu einer effizienteren Nutzung der Flotte und des Personals beitragen. Die Lufthansa Aviation hat ihren Hauptsitz am Flughafen München und wird von Peter Albers geleitet, der bereits als Geschäftsführer von Lufthansa City Airlines fungiert. Die Entscheidung zur Schaffung dieser neuen Holding unterstreicht die Bemühungen der Lufthansa Group, ihre Betriebskosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Zubringer- und Regionaldienste zu erhöhen.

Strategische Neuausrichtung des Hub-Verkehrs

Die Regionalfluggesellschaften spielen eine unverzichtbare Rolle im Geschäftsmodell der Lufthansa Group. Sie sind primär dafür zuständig, Passagiere von kleineren und mittleren Flughäfen zu den großen Drehkreuzen Frankfurt und München zu befördern, von wo aus die Langstreckenflüge der Lufthansa abheben. Diese sogenannten „Feeder“- oder Zubringerflüge sind essenziell, um die Auslastung der Langstreckenflüge zu maximieren und die globale Netzwerkanbindung des Konzerns sicherzustellen.

Lufthansa CityLine blickt auf eine jahrzehntelange Geschichte als fester Bestandteil des Konzerns zurück. Das Unternehmen betreibt derzeit eine Flotte, die hauptsächlich aus Embraer E190/195 und Airbus A319 Flugzeugen besteht. Die Flottenzusammensetzung der regionalen Partner ist ein wichtiger Faktor bei der strategischen Entscheidung zur Konsolidierung. Die neue Lufthansa City Airlines, die 2023 gegründet wurde, soll als die zukünftige zentrale Plattform für diesen Hub-Zubringerverkehr etabliert werden. Ihre Gründung wurde als notwendige Maßnahme angesehen, um mit neuen Tarifstrukturen und einem flexibleren Betriebsmodell auf die sich ändernden Marktbedingungen und die Notwendigkeit einer effizienteren Kostenstruktur zu reagieren.

Die Schaffung von Lufthansa Aviation als zentraler Managementstelle dient der Harmonisierung der Prozesse. Die neue Tochtergesellschaft soll administrative Aufgaben, die technische Wartung (Maintenance) und die operationelle Koordination zwischen den beiden unabhängigen Airlines bündeln. Dies vermeidet Doppelstrukturen und ermöglicht eine einheitlichere Steuerung der Flotten- und Personalressourcen, was für die angestrebte Effizienzsteigerung unabdingbar ist.

Der Weg zur vollständigen Integration

Der langfristige Plan der Lufthansa Group sieht die schrittweise Auflösung von Lufthansa CityLine und die Übertragung aller Flugzeuge und Flugrechte an Lufthansa City Airlines vor. Dieser Prozess wird nicht über Nacht erfolgen, sondern soll sukzessive umgesetzt werden. Experten gehen davon aus, dass die Übergangsphase mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird, um einen reibungslosen Flugbetrieb zu gewährleisten und die komplexen Übergänge im Hinblick auf Arbeitsverträge, Wartungszertifikate und Flugzeugregistrierungen zu bewältigen.

Ein wesentlicher Treiber für die Konzentration des Regionalbetriebs ist der Wunsch, die Flottenstruktur zu vereinfachen und das Fluggerät zu modernisieren. Lufthansa City Airlines hat bereits begonnen, moderne Airbus A220-Flugzeuge in ihre Flotte zu integrieren. Diese Flugzeuge der neuesten Generation sind für ihre Betriebseffizienz bekannt und bieten zudem ein verbessertes Kabinenerlebnis für Passagiere. Die Flottenmodernisierung ist ein kontinuierlicher Prozess, der im Zuge der Konsolidierung beschleunigt werden soll.

Die Steuerung der neuen Tochtergesellschaft vom Standort München aus signalisiert eine klare geografische Fokussierung. Der Flughafen München hat in den letzten Jahren an Bedeutung als zweites großes Langstrecken-Drehkreuz der Lufthansa Group gewonnen. Die zentrale Steuerung des Regionalverkehrs von diesem Standort aus unterstreicht seine Wichtigkeit für die Netzwerkstrategie des gesamten Konzerns.

Wettbewerbsdruck und Kostenstruktur

Die Neuausrichtung des Regionalgeschäfts erfolgt vor dem Hintergrund eines anhaltend harten Wettbewerbs, insbesondere im europäischen Kurz- und Mittelstreckensegment, das stark von Billigfluggesellschaften dominiert wird. Für traditionelle Netzwerk-Carrier wie die Lufthansa Group ist es eine ständige Herausforderung, die Kosten für den Zubringerverkehr so zu gestalten, dass das Gesamtnetzwerk wirtschaftlich tragfähig bleibt.

Die Einführung der Lufthansa City Airlines wurde von Beginn an von der Notwendigkeit einer optimierten Kostenbasis begleitet. Oftmals erlauben neu gegründete Fluggesellschaften den Abschluss von Tarifverträgen, die an die aktuellen Marktbedingungen angepasst sind, im Gegensatz zu den historisch gewachsenen und oft kostenintensiveren Tarifstrukturen etablierter Betriebe wie Lufthansa CityLine. Diese strategische Manöver sind in der Luftfahrtindustrie ein gängiges Mittel, um operative Flexibilität zu erhöhen und die Lohnkostenstrukturen effizienter zu gestalten.

Die Schaffung von Lufthansa Aviation als Dachgesellschaft ermöglicht es, Synergien im Management und in der Administration zu heben und die operativen Entscheidungen zentralisiert zu treffen. Dies soll nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Reaktionsfähigkeit der Regionalflotte auf Marktanforderungen verbessern. Die Fähigkeit, kurzfristig Kapazitäten zwischen den Hubs zu verschieben oder auf saisonale Schwankungen zu reagieren, wird durch eine einheitliche Leitungsstruktur erleichtert. Die Gruppe strebt damit eine stärkere vertikale Integration der regionalen Abläufe an, was zu einer erhöhten Kontrolle über die Qualität der Dienstleistung und die Einhaltung betrieblicher Standards führen soll. Die Konsolidierung ist somit ein Schlüsselprojekt, um die Profitabilität im Regionalverkehr langfristig zu sichern und die Position der Lufthansa Group in ihrem Heimatmarkt zu stärken.

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1 Comment

  • Eric Liss , 11. Dezember 2025 @ 21:09

    Sehr lückenhaft Recherche.

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