Passagiere an einem Gate (Foto: Unspalsh/Chuttersnap).
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Luftfahrtsektor muss digitale Infrastruktur und Cyber-Resilienz prioritär stärken

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Die globale Luftfahrt- und gesamte Reisebranche sieht sich mit einer kritischen Herausforderung konfrontiert: Veraltete Informationstechnologie-Systeme (IT) drohen angesichts exponentiell steigender Passagierzahlen und einer sich dramatisch verschärfenden Bedrohungslandschaft durch Cyberkriminalität an ihre Grenzen zu stoßen.

Angesichts dieses Szenarios richtet SITA, der führende IT-Anbieter für den Luftverkehrssektor, einen eindringlichen Appell an die Branche, die Stärkung der betrieblichen Resilienz als höchste Priorität zu behandeln und erhebliche Investitionen in moderne, skalierbare und sichere Infrastrukturen zu tätigen. Der Schutz von Betriebsabläufen, die Wahrung der Reputation und die Sicherheit sensibler Passagierdaten erfordern laut SITA die dringende Abkehr von veralteten Architekturen hin zu cloud-nativen Lösungen und Secure Access Service Edge (SASE)-basierten Netzwerken. Dieser Paradigmenwechsel ist unabdingbar, um die notwendige Agilität und Widerstandsfähigkeit im dynamischen globalen Umfeld zu gewährleisten.

Cybersicherheit rückt in den Fokus der Prioritätenliste

Die Ergebnisse der aktuellen SITA Air Transport IT Insights-Studie belegen die wachsende Bedeutung der Cybersicherheit. Die Daten zeigen einen klaren Konsens über die Notwendigkeit robuster Abwehrmaßnahmen: 66 Prozent der Fluggesellschaften und 73 Prozent der Flughäfen zählen Cybersicherheit zu ihren drei wichtigsten Investitions- und Strategiebereichen. Dies ist eine direkte Reaktion auf die zunehmende Häufigkeit und Komplexität digitaler Angriffe, die kritische Systeme, Buchungsplattformen und Passagierinformationen ins Visier nehmen.

Diese erhöhte Aufmerksamkeit ist nicht nur auf strategische Weitsicht zurückzuführen, sondern auch auf das signifikant gestiegene finanzielle Risiko. Wie aus parallel veröffentlichten Daten von IBM hervorgeht, belaufen sich die durchschnittlichen Kosten einer Sicherheitsverletzung bei großen, global agierenden Unternehmen auf schätzungsweise 4,44 Millionen US-Dollar. Im Falle der Luftfahrtbranche können diese Kosten durch Betriebsunterbrechungen, Entschädigungszahlungen und erhebliche Reputationsschäden noch höher ausfallen.

Martin Smillie, Senior Vice President für Communications and Data Exchange bei SITA, betont, dass die Branche angesichts dieser zunehmend komplexen und kostspieligen Bedrohungen entschlossen handeln müsse, um ihr digitales Rückgrat zu stärken. Die Transformation beginne unweigerlich mit der Modernisierung der IT-Infrastruktur, der Migration zu cloud-nativen Plattformen und der Einführung zukunftssicherer Netzwerkarchitekturen wie SASE.

Das SASE-Modell als neues Fundament der Sicherheit

Die von SITA geforderte strategische Neuausrichtung sieht die Implementierung von SASE (Secure Access Service Edge) als zentralen Bestandteil vor. SASE ist ein Architekturkonzept, das Netzwerk-Konnektivität mit umfassenden Sicherheitsfunktionen in einem cloud-basierten Dienst bündelt. Im Gegensatz zu traditionellen IT-Architekturen, bei denen Sicherheitsebenen einzeln und oftmals reaktiv hinzugefügt werden, bietet SASE von Grund auf mehrere Schutzschichten.

Smillie erläutert, dass die Einführung von SASE-basierten Netzwerken in der Luftfahrt erhöhte Transparenz über den gesamten Datenverkehr und eine beschleunigte Reaktionsfähigkeit auf Sicherheitsvorfälle ermögliche. Dies ist insbesondere im hochkomplexen und interoperablen Umfeld von Flughäfen, an denen diverse Akteure (Fluggesellschaften, Abfertigungsdienste, Zoll, Sicherheit) nahtlos zusammenarbeiten müssen, von entscheidender Bedeutung. Durch die Vereinheitlichung der Sicherheits- und Netzwerkdienste lassen sich die betriebliche Komplexität reduzieren und gleichzeitig die Verfügbarkeit der Systeme (Uptime) maximieren.

Die Agilität, Flexibilität und Resilienz, die notwendig sind, um in einem sich rasch wandelnden globalen Umfeld erfolgreich zu sein, müssen von einer mutigen Vision begleitet sein, so Smillie. Er fordert, Cybersicherheit in das Fundament der Unternehmensstrategie einzubetten, anstatt sie auf eine nachgeordnete Funktion zu reduzieren. Sicherheit müsse jede Entscheidung beeinflussen – von der Investition in die Infrastruktur über die digitale Transformation bis hin zur Gestaltung des Kundenerlebnisses und der Betriebskontinuität.

SITA Connect Go als transformative Lösung

Als konkretes Beispiel für diesen Wandel präsentiert SITA die Lösung SITA Connect Go. Diese Plattform wurde speziell für die Anforderungen der Luftverkehrsbranche entwickelt und bietet eine sichere, cloud-native Konnektivität. Sie vereinfacht komplexe Netzwerkarchitekturen und erhöht die Betriebszeit durch die Möglichkeit, Systeme ohne Unterbrechung zu betreiben.

SITA Connect Go zielt darauf ab, die Kerninfrastruktur zu stärken und nahtlose Betriebsabläufe sowohl am Hauptsitz der Fluggesellschaften als auch an dezentralen Standorten, wie Check-in-Schaltern oder Gates weltweit, zu ermöglichen. Die Architektur der Lösung ist darauf ausgelegt, die Betriebsabläufe zukunftssicher zu machen, indem sie schnelle Innovation, Kostensenkung und die Unterstützung von Echtzeitanalysen ermöglicht. Durch die Schaffung dieser Grundlage können neue, disruptive Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Biometrie und Automatisierung integriert werden, die die nächste Ära des Luftverkehrs definieren werden.

Investitionsbereitschaft signalisiert Wachstumsstrategie

Die Notwendigkeit dieser tiefgreifenden Transformation wird durch die prognostizierten IT-Ausgaben der Branche untermauert. Gemäß der SITA-Insight-Umfrage werden die gesamten IT-Ausgaben in der Branche voraussichtlich erheblich steigen: Fluggesellschaften werden voraussichtlich 37 Milliarden US-Dollar und Flughäfen 9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 investieren.

Diese massiven Investitionen sind ein klares Signal für ein breiteres Engagement für Innovation. Neben der Infrastrukturmodernisierung und Cybersicherheit fließen diese Mittel auch in Bereiche wie Biometrie für einen effizienteren Passagierfluss und KI zur Steigerung der betrieblichen Effizienz und zur Verbesserung des Kundenerlebnisses. Smillie betont jedoch, dass diese Innovationen auf einem soliden Fundament aus Sicherheit aufgebaut sein müssen. Angesichts der Zunahme von Cyberangriffen müssen Flug- und Reiseunternehmen ihre Resilienz verdoppeln – beginnend mit einer Infrastruktur, die intelligent ist und sich weiterentwickeln kann.

Die Passagiernachfrage steigt kontinuierlich, Flughäfen werden voller und der Druck, effizienter und sicherer zu operieren, war noch nie so groß. Die Transformation der Netzwerkinfrastruktur ist daher zu einem geschäftskritischen Faktor geworden, um sicherzustellen, dass Fluggesellschaften und Flughäfen die Geschwindigkeit, Resilienz und Agilität besitzen, die sie benötigen, um mit dem Marktwachstum und den steigenden Erwartungen der Reisenden Schritt zu halten. Die Branche stehe an einem Scheideweg, so Smillie abschließend. Um den Anforderungen einer digital vernetzten Welt gerecht zu werden und intelligentere Reisen zu ermöglichen, müsse die Transformation der Infrastruktur mit Cybersicherheit im Zentrum vorangetrieben werden.

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