Die Frachttochter der Lufthansa hat das Jahr 2025 mit einer positiven Bilanz im Bereich der Spezialtransporte abgeschlossen und dabei die operative Bandbreite ihres globalen Logistiknetzes unterstrichen. Ein Schwerpunkt lag auf der Beförderung von über 1.000 Flugzeugtriebwerken, die aufgrund ihrer Ausmaße und mechanischen Empfindlichkeit eine millimetergenaue Handhabung erfordern.
Neben der Luftfahrtkomponentenlogistik verzeichnete das Unternehmen eine hohe Auslastung bei der Verschiffung von Halbleiterfertigungsmaschinen, die unter strenger Temperaturkontrolle und permanenter Sensorüberwachung zu weltweiten Produktionsstandorten transportiert wurden. Auch der Transport eines seltenen BMW-Oldtimers von Prag nach Tokio verdeutlichte die Anforderungen der Automobilindustrie an spezialisierte Luftfrachtlösungen für hochwertige Einzelstücke.
Im Segment der Tiertransporte festigte der Frankfurter Flughafen seine Position als zentrales Drehkreuz. Die Frankfurt Animal Lounge fertigte im Jahr 2025 rund 3.500 Pferde ab, was einem deutlichen Wachstum gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Portfolio reichte von etwa 12.000 Haustieren bis hin zu 80 Millionen Zierfischen. Besondere logistische Vorbereitungen erforderten zudem rund 200 Zootiere, darunter Pandas und Flusspferde. Ein fachlicher Schwerpunkt lag auf Artenschutzprojekten, wie der Repatriierung von zwölf seltenen Krokodilschwanzechsen nach Vietnam und dem Transport von Spürhunden nach Südafrika, die zur Identifizierung illegaler Wildtierprodukte eingesetzt werden.
Ein strategisch bedeutender Bereich bleibt der Transport pharmazeutischer und medizinischer Güter. In Zusammenarbeit mit dem Lions World Vision Institute wurden rund 10.000 Sendungen mit menschlichen Hornhauttransplantaten befördert. Diese als zeitkritisch eingestuften Güter erhielten eine Prioritätsbehandlung inklusive Live-Tracking, um die Verwendbarkeit des organischen Gewebes sicherzustellen. Die Zertifizierung der Infrastruktur nach internationalen Standards für Pharmatransporte ermöglichte zudem die weltweite Verteilung von Impfstoffen und sensiblen Arzneimitteln unter Einhaltung strenger Kühlketten.
Um die Effizienz am Hub Frankfurt weiter zu steigern, investiert Lufthansa Cargo kontinuierlich in die Modernisierung des LCC-Frachtzentrums. Der Einsatz von automatisierten Lagersystemen und die Erweiterung der Kapazitäten für Spezialfracht sollen die Abwicklungsgeschwindigkeiten optimieren. Mit einer Flotte aus Boeing 777F-Frachtern und zusätzlichen Kapazitäten in den Unterdecks von Passagiermaschinen deckt das Unternehmen ein Streckennetz von rund 300 Zielorten ab. Die Kombination aus technischer Präzision bei Großbauteilen und spezialisiertem Know-how im Umgang mit lebenden Tieren oder medizinischen Proben bildet weiterhin die Grundlage für das operative Geschäft des Konzerns.