Der weltweit agierende Luftfrachtdienstleister Swissport hat sein Frachtzentrum am Flughafen Düsseldorf erfolgreich nach dem internationalen IATA CEIV Pharma-Standard zertifiziert. Mit diesem Schritt erweitert das Unternehmen sein globales Netzwerk an spezialisierten Pharmazentren auf insgesamt 24 zertifizierte Standorte.
Die Neuerung in Düsseldorf ist Teil einer umfassenden Investitionsstrategie in temperaturgeführte Infrastrukturen, die im Jahr 2025 bereits durch Erweiterungen in Manchester, New York (JFK) und Shanghai vorangetrieben wurde. Das Unternehmen reagiert damit auf die steigende Produktion von Biologika und hochgradig temperaturempfindlichen Therapien in der Pharmaindustrie, die eine lückenlose Kühlkette und spezialisierte Abwicklungsprozesse erfordern.
Das Logistikmodell in Düsseldorf orientiert sich an dem 2024 in Basel eingeführten „Cool and Connect“-Konzept. Dieses System sieht eine strikte Trennung und Überwachung verschiedener Temperaturbereiche vor, wobei ein besonderer Fokus auf der Infrastruktur für Kühlcontainer im Bereich von 2 bis 8 Grad Celsius liegt. Swissport nutzt zur Sicherstellung der Produktintegrität digitale Überwachungssysteme, die eine Temperaturkontrolle in Echtzeit sowie eine vollständige Rückverfolgbarkeit über alle Schnittstellen hinweg ermöglichen. Proaktive Warnmeldungen erlauben es dem Bodenpersonal, bei drohenden Temperaturabweichungen sofort einzugreifen und so den Verlust empfindlicher medizinischer Güter zu verhindern.
Im vergangenen Geschäftsjahr schlug Swissport weltweit rund 5 Millionen Tonnen Fracht um, wobei pharmazeutische Sendungen etwa 10 Prozent des Gesamtvolumens ausmachten. Angesichts der zunehmenden Komplexität der Präparate setzt das Unternehmen auf eine Kombination aus zertifizierter Hardware und umfassenden Schulungsprogrammen für die Belegschaft. Neben der IATA-Zertifizierung hält Swissport an verschiedenen Standorten weitere Branchenzulassungen, wie die der britischen Aufsichtsbehörde MHRA oder Zertifikate gemäß der Good Distribution Practice (GDP). Diese Standards sind Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit globalen Pharmaherstellern und spezialisierten Speditionen.
Die Expansion am Standort Düsseldorf stärkt die Position des nordrhein-westfälischen Flughafens als wichtiger Knotenpunkt für Life-Science-Exporte aus der Region. Durch die Vernetzung mit anderen zertifizierten Hubs wie Madrid, London Heathrow, Toronto und Nairobi bietet der Dienstleister standardisierte Prozesse für globale Transportketten an. Die Integration digitaler Lösungen zur Dokumentation der Produktkette dient dabei der Risikominimierung und sorgt für die notwendige Transparenz gegenüber den Herstellern und den gesetzlichen Regulierungsbehörden im internationalen Warenverkehr.