Der Flughafen Hamburg hat den Zeitplan für die routinemäßigen Wartungsarbeiten an seinen Start- und Landebahnen für das Jahr 2026 veröffentlicht. Um die Betriebssicherheit und die strukturelle Integrität der Flugbetriebsflächen dauerhaft zu gewährleisten, wird die Piste 05/23 (Nordost-Südwest) voraussichtlich im Zeitraum vom 17. Juni bis zum 1. Juli für den gesamten Flugverkehr gesperrt. In einem zweiten Bauabschnitt folgt die Piste 15/33 (Nordwest-Südost), die vom 9. bis zum 23. September aufgrund von Instandhaltungsmaßnahmen nicht zur Verfügung stehen wird. Während dieser zweiwöchigen Intervalle wird der gesamte Flugbetrieb über die jeweils verbleibende Bahn abgewickelt, was zu veränderten An- und Abflugrouten über dem Hamburger Stadtgebiet führt.
Die technischen Maßnahmen während der Sperrphasen sind vielfältig und für den sicheren Flugbetrieb essenziell. Dazu gehört primär die großflächige Entfernung von Gummiabrieb, der durch die Reifen landender Flugzeuge in den Aufsetzzonen entsteht und bei Nässe die Griffigkeit der Fahrbahn reduziert. Parallel dazu werden Beton- und Asphaltfugen saniert, Risse verfüllt und die elektrische Infrastruktur der Pistenbefeuerung kontrolliert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erneuerung der Markierungen, die durch die hohe mechanische Belastung und Witterungseinflüsse regelmäßig verblassen. Diese Arbeiten sind nach internationalen Richtlinien der Zivilluftfahrt vorgeschrieben und dienen der Vorbeugung von größeren Schäden an der Bausubstanz.
Zusätzliche Recherchen im Umfeld der Flughafenlogistik verdeutlichen, dass solche Sperrungen eine präzise Koordination mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) erfordern. Da Hamburg über ein Kreuzpisten-System verfügt, bleibt der Flughafen zwar voll betriebsfähig, jedoch verringert sich die maximale Kapazität der Flugbewegungen pro Stunde. Dies kann insbesondere in Stoßzeiten zu Verzögerungen im Flugplan führen. Die Wahl der Termine erfolgt traditionell außerhalb der Hauptreisezeit der Hamburger Sommerferien, um die Auswirkungen auf das Passagieraufkommen so gering wie möglich zu halten. Dennoch müssen sich Anwohner in den Stadtteilen, die normalerweise weniger überflogen werden, auf eine temporäre Zunahme des Fluglärms einstellen.
Die Kosten für die Instandhaltung der über drei Kilometer langen Bahnen belaufen sich jährlich auf Millionenbeträge. Neben den Oberflächenarbeiten werden auch die Entwässerungssysteme und die angrenzenden Grasflächen gewartet. Der Flughafen nutzt die Sperrungen zudem für Vermessungsarbeiten, die im laufenden Betrieb kaum durchführbar wären. Diese Investitionen in die Infrastruktur sind notwendig, um den Status als bedeutender internationaler Verkehrsflughafen in Norddeutschland zu sichern. Nach Abschluss der Arbeiten im September 2026 werden beide Pisten wieder voll belastbar für den herbst- und winterlichen Flugverkehr zur Verfügung stehen.