Am späten Abend des zweiten Weihnachtstages hat eine erneute Drohnensichtung den Betrieb am Flughafen Hannover-Langenhagen für mehrere Stunden vollständig zum Erliegen gebracht. Nach offiziellen Angaben des Flughafens wurde der Luftraum gegen 21.47 Uhr gesperrt, nachdem mindestens ein unbemanntes Flugobjekt in der Nähe des Geländes identifiziert worden war. Die Sperrung dauerte bis weit nach Mitternacht an und wurde erst um 0.16 Uhr wieder aufgehoben. Insgesamt waren sieben landende Maschinen direkt von der Maßnahme betroffen. Diese mussten auf umliegende Flughäfen wie Paderborn, Bremen, Düsseldorf und Frankfurt am Main ausweichen, was für Passagiere und Fluggesellschaften erhebliche logistische Probleme am Ende der Feiertage bedeutete.
Die Auswirkungen der nächtlichen Sperrung zogen sich bis in den darauffolgenden Samstag. Da zwei Maschinen aufgrund der Umleitungen nicht planmäßig in Hannover landen konnten, fehlten sie für die morgendlichen Rotationen. Infolgedessen mussten wichtige Linienverbindungen nach Paris und Frankfurt ersatzlos gestrichen werden. Berichten zufolge wurde die erste Drohne zunächst in einer Höhe von etwa 80 Metern über einem nahegelegenen Modellflugplatz gesichtet, bevor etwa eine Stunde später weitere Sichtungen von mindestens zwei Drohnen in unmittelbarer Nähe der Start- und Landebahnen erfolgten. Die Bundespolizei leitete umgehend Fahndungsmaßnahmen im Flughafenumfeld ein, konnte jedoch bislang keine Tatverdächtigen festnehmen.
Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie von Sicherheitsstörungen am Flughafen Hannover ein. Erst im November 2025 musste der Flugverkehr für 45 Minuten unterbrochen werden, nachdem Drohnenpiloten in die Kontrollzone eingedrungen waren. Experten weisen darauf hin, dass illegale Drohnenflüge in Flughafennähe schwerwiegende Straftaten darstellen, die den gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr zum Tatbestand haben. Trotz strenger Verbotszonen und der Pflicht zur Registrierung von Drohnen ab einem bestimmten Gewicht kommt es bundesweit immer wieder zu solchen Störungen. Die Detektion kleiner Flugobjekte stellt die Flughafensicherheit weiterhin vor technische Herausforderungen, da Radarsysteme oft primär auf größere Verkehrsmaschinen ausgelegt sind.
Für den Flughafen Hannover-Langenhagen, der als einziger norddeutscher Flughafen über eine 24-Stunden-Betriebsgenehmigung verfügt, sind solche nächtlichen Ausfälle besonders kostspielig. Die Betreiber fordern eine Verschärfung der Abwehrmaßnahmen und eine konsequente strafrechtliche Verfolgung. Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf die Auswertung von Zeugenaussagen und Radardaten der Deutschen Flugsicherung, um den Startpunkt der Drohnen zu lokalisieren. Da die Geräte oft ferngesteuert über mehrere Kilometer operieren können, gestaltet sich die Ergreifung der Piloten auf frischer Tat im weitläufigen Umland von Langenhagen als äußerst schwierig.