Libyen bereitet den Start einer neuen nationalen Fluggesellschaft unter dem Namen Libyan United Airlines vor. Das Unternehmen soll nach Regierungsangaben bereits im ersten Quartal 2026 den Flugbetrieb aufnehmen. Als Basis für die neue Fluglinie dient der Flugzeugtyp Airbus A320, der aufgrund seiner Vielseitigkeit für Kurz- und Mittelstreckenverbindungen innerhalb Nordafrikas und des Nahen Ostens als ideal gilt. Zum ersten Vorstandsvorsitzenden wurde Ziad Farhoud ernannt, der die Aufgabe hat, von Tripolis aus ein modernes Streckennetz aufzubauen und Libyen wieder stärker an den internationalen Luftverkehr anzubinden. Die Gründung ist Teil einer umfassenden Strategie der libyschen Luftfahrtbehörden, den Sektor nach Jahren der Instabilität zu professionalisieren.
Zusätzliche Recherchen verdeutlichen die schwierige Ausgangslage im libyschen Markt. Die bisherigen staatlichen Anbieter, Libyan Airlines und Afriqiyah Airways, verfügen derzeit nur über eine sehr begrenzte Anzahl einsatzbereiter Flugzeuge. Finanzielle Engpässe und die Folgen langjähriger Konflikte haben eine Modernisierung der Bestände bisher verhindert. Libyan United Airlines soll dieses Vakuum füllen und durch eine klare Unternehmensführung sowie den Einsatz geleaster Airbus-Maschinen eine verlässliche Alternative schaffen. Parallel dazu plant die Regierung die Gründung einer nationalen Luftfahrtholding, um die zersplitterten Kapazitäten des Landes zu bündeln und die Investitionskoordination zu verbessern.
Der Fokus auf den Airbus A320 ermöglicht der neuen Gesellschaft einen effizienten Start, da dieser Flugzeugtyp in der gesamten Region weit verbreitet ist und die Rekrutierung von zertifiziertem Personal sowie die Wartung vereinfacht. Ziel ist es, zunächst wichtige regionale Wirtschaftszentren anzufliegen, um den Handel und die Mobilität zu fördern. Branchenexperten weisen darauf hin, dass der Erfolg des Projekts maßgeblich von der politischen Stabilität im Land sowie der Aufhebung internationaler Restriktionen abhängt. In den vergangenen Monaten konnten bereits Fortschritte bei der technischen Zertifizierung libyscher Flughäfen erzielt werden, was als Voraussetzung für die Ausweitung internationaler Flugverbindungen gilt.
Die Neugründung wird als notwendiger Neustart für die libysche Infrastruktur gewertet. Während Details zur genauen Flottengröße und den konkreten Zielorten noch unter Verschluss gehalten werden, signalisiert die Ernennung von Fachpersonal eine Abkehr von bisherigen Strukturen. Die Regierung erhofft sich durch die neue Airline nicht nur eine Steigerung der Transportkapazitäten, sondern auch einen wirtschaftlichen Impuls für das gesamte Land. Sollte die Inbetriebnahme wie geplant Anfang 2026 erfolgen, könnte Libyen seine Position als regionaler Verkehrsknotenpunkt in Nordafrika schrittweise zurückgewinnen.