Die pakistanische Regierung hat den Verkauf der staatlichen Fluggesellschaft Pakistan International Airlines (PIA) erfolgreich abgeschlossen. Ein Konsortium unter der Führung des Wertpapierhandelshauses Arif Habib Limited erhielt den Zuschlag für einen Anteil von 75 Prozent an der nationalen Fluggesellschaft.
Zu den weiteren Partnern der Käufergruppe gehören die Fatima Fertilizer Group sowie die AKD Group. Das erfolgreiche Gebot beläuft sich auf 135 Milliarden Pakistanische Rupien, was etwa 482 Millionen US-Dollar entspricht. Die Privatisierung der chronisch defizitären Fluglinie war eine zentrale Bedingung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Rahmen eines finanziellen Stabilisierungsprogramms für den pakistanischen Staat.
Der Verkaufsprozess gestaltete sich im Vorfeld schwierig. Ein früherer Versuch scheiterte aufgrund mangelnden Interesses, während an der nun abgeschlossenen Auktion auch Wettbewerber wie die Fluggesellschaft Airblue und das Unternehmen Lucky Cement teilnahmen. Die vertragliche Gestaltung sieht vor, dass die pakistanische Regierung lediglich 10 Milliarden Rupien in bar erhält. Der überwiegende Teil der Kaufsumme muss von den neuen Eigentümern direkt in die Restrukturierung und technische Erneuerung der Airline investiert werden. Zudem besteht eine Beschäftigungsgarantie, nach der alle Mitarbeiter für mindestens zwölf Monate zu unveränderten Konditionen übernommen werden müssen. Die vollständige operative Übernahme ist für April 2026 geplant.
Hinter der Fluggesellschaft liegen Jahre schwerer Krisen. Nach einem Absturz im Jahr 2020 geriet PIA international in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass zahlreiche Piloten mit gefälschten Lizenzen flogen. Dies führte zu langjährigen Flugverboten im europäischen und britischen Luftraum. Erst im Dezember 2024 hob die europäische Luftsicherheitsagentur EASA die Sperre auf, gefolgt von den britischen Behörden im Oktober 2025. Das neue Konsortium steht nun vor der Aufgabe, das verlorene Vertrauen bei Regulierungsbehörden und Passagieren zurückzugewinnen und den Flugbetrieb wirtschaftlich profitabel zu gestalten.
Aktuell verfügt Pakistan International Airlines über eine aktive Flotte von 19 Flugzeugen, bestehend aus elf Maschinen der Airbus A320-Familie, zwei ATR42-Turboprops sowie sechs Boeing 777 für Langstreckenflüge. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Modernisierung dieses Bestands und die Tilgung der massiven Altschulden höchste Priorität haben. Das Investorenkonsortium hält zudem eine Option auf den Erwerb der verbleibenden 25 Prozent der Anteile innerhalb weniger Monate nach dem offiziellen Übergabetermin. Die Privatisierung gilt als historischer Wendepunkt für den pakistanischen Luftverkehrssektor, der seit Jahrzehnten durch staatliche Subventionen gestützt wurde.