Der europäische Touristikkonzern Tui Airlines hat von der kenianischen Zivilluftfahrtbehörde (KCAA) die offizielle Genehmigung für die Aufnahme von Charterflügen nach Mombasa erhalten. Die Lizenz mit einer Laufzeit von einem Jahr trat am 10. November 2025 in Kraft und beendet eine monatelange Phase abgelehnter Anträge. Tui wird fortan zweimal wöchentlich die Verbindung Amsterdam–Sansibar–Mombasa–Amsterdam bedienen. Zum Einsatz kommen Flugzeuge vom Typ Boeing 787 Dreamliner, die auf dem Teilstück zwischen Sansibar und Mombasa gemäß internationaler Luftverkehrsbestimmungen keine Passagiere aufnehmen oder absetzen dürfen.
Die Entscheidung der kenianischen Behörden folgte auf einen erneuten Antrag im August 2025, nachdem ein erstes Gesuch im Juni noch abgewiesen worden war. Mit der neuen Flugverbindung reagiert das Unternehmen auf die steigende Nachfrage europäischer Urlauber nach Destinationen am Indischen Ozean. Zusätzliche Recherchen in ostafrikanischen Wirtschaftsmedien verdeutlichen, dass Kenia durch diese Kapazitätserweiterung versucht, im Wettbewerb mit konkurrierenden Standorten wie Tansania oder den Seychellen Boden gutzumachen. Vor allem während der europäischen Wintermonate ist die direkte Fluganbindung ein entscheidender Faktor für die Auslastung der Hotelkapazitäten an der kenianischen Küste.
In lokalen Branchenkreisen stieß die Genehmigung jedoch auf geteiltes Echo. Kenianische Tourismusverbände äußerten die Befürchtung, dass vertikal integrierte Großkonzerne wie Tui durch Pauschalangebote lokale Anbieter unter Druck setzen könnten. Kritiker argumentieren, dass durch die Bündelung von Flug, Unterkunft und Transport ein erheblicher Teil der Wertschöpfung im Ausland verbleibt. Die Regulierungsbehörde KCAA verteidigte den Schritt hingegen als notwendige Maßnahme zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Man setze auf das Volumenwachstum im Inbound-Tourismus, um die regionale Wirtschaft insgesamt zu beleben und die Marktanteile im ostafrikanischen Luftverkehrssektor zu festigen.
Für Tui Airlines stellt die neue Lizenz eine strategische Erweiterung des globalen Netzwerks dar, das bereits weite Teile Afrikas, Asiens und Amerikas umfasst. Technisch gesehen nutzt die Airline ihre Boeing 787-Flotte für hocheffiziente Langstreckenverbindungen, die durch ihre Reichweite und Kapazität direkte Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ermöglichen. Die Einbindung von Mombasa in das Streckennetz gilt als wichtiger Baustein, um die Marktposition im Segment der Fernreisen ab Amsterdam zu sichern. Experten erwarten, dass bei erfolgreichem Verlauf der einjährigen Lizenzperiode eine langfristige Verlängerung sowie eine Ausweitung der Frequenzen angestrebt wird.