KLM am Flughafen Amsterdam-Schiphol (Foto: Unsplash/Aron Marinelli).
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Tarifeinigung bei KLM: Neuer Kollektivvertrag für das Kabinenpersonal unter Dach und Fach

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Die niederländische Fluggesellschaft KLM hat sich mit den Gewerkschaften VNC, FNV Cabine und De Unie auf einen neuen Tarifvertrag für das Kabinenpersonal geeinigt. Nach einer umfassenden Abstimmungsrunde haben die Mitglieder der Verbände den Vereinbarungen zugestimmt, womit eine Phase der Unsicherheit für das Unternehmen endet.

Der Kontrakt tritt rückwirkend zum 1. März 2025 in Kraft und weist eine Laufzeit bis Ende Februar 2027 auf. Kern der Einigung ist eine stufenweise Anhebung der Gehälter um insgesamt 3,25 Prozent. Die Erhöhungen erfolgen in drei Schritten: ein Prozent zum 1. Dezember 2025, 1,25 Prozent zum 1. Juli 2026 sowie ein finales Prozent zum 1. Januar 2027. Zur kurzfristigen finanziellen Entlastung wird den Angestellten zudem im Januar 2026 eine einmalige Nettozahlung in Höhe von 750 Euro gewährt.

Über die rein monetären Aspekte hinaus beinhaltet das Vertragswerk weitreichende Regelungen zur Arbeitsplatzgestaltung und Flexibilisierung. Besonders hervorzuheben ist die Verlängerung der sogenannten 80-90-100-Regelung. Dieses Modell erlaubt es den Flugbegleitern, ihre Arbeitszeit auf 80 Prozent zu reduzieren, während sie weiterhin 90 Prozent ihres Gehalts beziehen und volle 100 Prozent ihrer Rentenansprüche behalten. Ergänzend dazu wurde eine neue befristete Option für den vorzeitigen Ruhestand geschaffen, die dem demografischen Wandel innerhalb der Belegschaft Rechnung tragen soll. Ein integriertes Rückkehrmodell sichert zudem jenen Mitarbeitern eine Option auf ihre ursprüngliche Funktion zu, die vorübergehend in bodengebundene Positionen gewechselt sind.

Zusätzliche Branchenrecherchen zeigen, dass dieser Abschluss vor dem Hintergrund eines strikten Sparprogramms bei der KLM-Muttergesellschaft Air France-KLM steht. Das Unternehmen zielt darauf ab, die operative Marge durch Effizienzsteigerungen zu erhöhen, während gleichzeitig der Fachkräftemangel in der Luftfahrtbranche eine attraktive Vergütung erforderlich macht. Die Verhandlungen waren geprägt von der Forderung nach einer besseren Work-Life-Balance und stabileren Dienstplänen, die nun in Form von verbindlichen Zulagenregelungen und Ruhezeitvorgaben im Vertrag verankert wurden. Branchenexperten werten den Abschluss als Kompromiss, der die Wettbewerbsfähigkeit der Airline sichert, ohne die Lohnkosten überproportional steigen zu lassen.

Die Umsetzung des Tarifvertrags erfolgt in einer Zeit, in der KLM mit Kapazitätsengpässen am Heimatdrehkreuz Schiphol und steigenden Flughafengebühren konfrontiert ist. Durch die langfristige Friedenspflicht bis Anfang 2027 kann sich das Management nun verstärkt auf die Flottenmodernisierung und die operative Stabilität konzentrieren. Die Gewerkschaften zeigten sich zufrieden, dass neben der Gehaltskomponente auch soziale Absicherungen und flexible Ausstiegsmodelle verstetigt wurden. Der Vertrag gilt als wegweisend für kommende Verhandlungen in anderen Konzernbereichen, da er klassische Lohnsteigerungen mit innovativen Arbeitszeitmodellen verbindet.

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