Mit dem Beginn der Wintersaison rücken die österreichischen Regionalflughäfen in Innsbruck, Salzburg und Linz wieder in das Zentrum der wirtschaftlichen Aufmerksamkeit. Besonders in Innsbruck werden zwei Drittel des jährlichen Passagieraufkommens in den Wintermonaten abgewickelt, wobei Urlauber aus Großbritannien und den Niederlanden die wichtigste Kundengruppe darstellen.
Vor diesem Hintergrund fordern die Tourismuslandesräte aus Tirol, Salzburg und Oberösterreich eine vollständige Abschaffung der nationalen Flugabgabe, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Standorte zu sichern. Nach Ansicht der Landespolitiker belastet die Ticketsteuer, die Flüge pro Strecke um etwa 12 bis 15 Euro verteuert, den Tourismusstandort und schwächt die globale Anbindung der Regionen.
Verkehrsminister Peter Hanke hat diesen Forderungen jedoch eine deutliche Absage erteilt. Unter Verweis auf die angespannte Haushaltslage des Bundes erklärte sein Büro gegenüber dem Kurier, dass man auf die Einnahmen aus der Flugabgabe nicht verzichten könne. Jährlich fließen durch diese Steuer rund 168 Millionen Euro in den Staatshaushalt. Die Argumentation der Politik steht dabei im Kontrast zur aktuellen Marktlage: Trotz der Abgabe bleiben Flugverbindungen von Regionalflughäfen nach London oder Amsterdam mit Preisen ab etwa 130 Euro für Hin- und Rückflug oft kostengünstiger als vergleichbare Bahnreisen innerhalb Österreichs. Branchenkenner beobachten, dass Billigfluggesellschaften die Steuerkosten bisher weitgehend abfedern konnten, ohne dass die Passagierzahlen im Wintersegment einbrachen.
Luftfahrtexperten bewerten die Wirksamkeit einer möglichen Steuerstreichung für die Anbindung an große Drehkreuze skeptisch. Zwar könnte der Wegfall der Abgabe zusätzliche Billigflieger anlocken, das Kernproblem der Regionalflughäfen – der Verlust wichtiger Zubringerflüge – bliebe jedoch bestehen. So haben Innsbruck und Linz ihre direkten Verbindungen zum Drehkreuz Frankfurt verloren. Experten weisen darauf hin, dass die Lufthansa ihre Flottenstrategie harmonisiert und sich von kleineren Flugzeugtypen trennt, die für diese Strecken ideal wären. Globale Luftfahrtkonzerne agieren rein profitorientiert; politische Appelle aus den Bundesländern haben auf deren Netzwerkplanung kaum Einfluss, solange sich die Routen nicht dauerhaft rechnen.
In Oberösterreich wird derzeit versucht, durch eine sogenannte Anschubfinanzierung eine Wiederaufnahme der Frankfurt-Route zu erzwingen. Fachleute warnen jedoch vor der Nachhaltigkeit solcher Subventionen. Sobald staatliche Fördergelder auslaufen, drohe bei mangelnder Rentabilität die sofortige Einstellung der Dienste. Die Stabilisierung der Regionalflughäfen hängt somit weniger von der Flugabgabe ab als vielmehr von der schwierigen Suche nach Partnern, welche die hohen Qualitätsanforderungen großer Allianzen erfüllen können. Während der Wintertourismus dank Charter- und Billigflügen boomt, bleibt die Anbindung an das weltweite Liniennetz für die Wirtschaftsstandorte abseits von Wien eine langfristige strategische Herausforderung.