Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer hat das Jahr 2025 mit einem deutlichen Wachstum abgeschlossen und seine eigene Gesamtprognose übertroffen. Insgesamt lieferte das Unternehmen 244 Flugzeuge in den Sparten Geschäftsreiseflugzeuge, Verkehrsflugzeuge sowie Verteidigung und Sicherheit aus.
Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 206 Einheiten übergeben wurden, entspricht dies einer Steigerung um rund 18 Prozent. Damit liegt das Ergebnis über der ursprünglich kommunizierten Zielspanne von 222 bis 240 Maschinen. Das Unternehmen festigt damit seine Position als weltweit drittgrößter Hersteller von Zivilflugzeugen hinter Airbus und Boeing.
Den stärksten Beitrag zum Unternehmenserfolg leistete das Segment der Executive Aviation. Hier stiegen die Auslieferungszahlen von 130 auf 155 Business Jets, was punktgenau dem oberen Ende der Prognose entsprach. Besonders die Nachfrage nach größeren Modellen der Praetor-Serie sowie den erfolgreichen Phenom-Leichtjets trieb das Ergebnis voran. Analysten führen diesen Erfolg auf die hohe Marktakzeptanz der technischen Ausstattung und die vergleichsweise stabilen Lieferketten in Brasilien zurück, während Wettbewerber in Nordamerika und Europa teils mit erheblichen Verzögerungen bei Zulieferteilen zu kämpfen hatten.
In der kommerziellen Luftfahrt verzeichnete Embraer ein moderateres Wachstum. Mit 78 ausgelieferten Maschinen, primär aus der E2-Familie, lag das Segment am unteren Ende der Erwartungen. Trotz der stabilen Nachfrage nach Regionaljets im Bereich von 70 bis 150 Sitzen bremsen Kapazitätsengpässe bei Triebwerksherstellern die Ausweitungspläne. Demgegenüber steht eine dynamische Entwicklung im Bereich Defense & Security: Die Auslieferungen stiegen von drei auf elf Maschinen. Hier steht vor allem das Transportflugzeug C-390 Millennium im Fokus, das im Jahr 2025 weitere Exportaufträge aus europäischen NATO-Staaten wie den Niederlanden und Österreich sichern konnte, was die globale Relevanz der Militärsparte stärkt.
Der Auftragsbestand von Embraer erreichte zum Jahreswechsel 2025/2026 einen Rekordwert von über 20 Milliarden US-Dollar. Zusätzliche Marktanalysen deuten darauf hin, dass die Diversifizierung des Portfolios dem Konzern hilft, Schwankungen in einzelnen Marktsegmenten auszugleichen. Während die kommerzielle Sparte durch Großaufträge von Airlines aus den USA und Asien stabilisiert wird, sorgt die Verteidigungssparte für technologische Impulse. Für das laufende Jahr 2026 plant das Management eine weitere Kapazitätsausweitung, um dem hohen Orderrückstau gerecht zu werden und die Marktanteile im Segment der mittelgroßen Business Jets weiter auszubauen.