Airbus A330-300 (Foto: Jan Gruber).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Aer Lingus kündigt Schließung der Langstreckenbasis in Manchester an

Werbung

Die irische Fluggesellschaft Aer Lingus bereitet die Einstellung ihres Langstreckenbetriebs am Flughafen Manchester vor. Wie aus Branchenkreisen und Berichten der „Irish Times“ hervorgeht, steht die dortige Basis, an der etwa 200 Mitarbeiter beschäftigt sind, vor dem Aus. Betroffen sind die lukrativen Direktverbindungen nach New York, Orlando und Barbados. Die Fluggesellschaft hat bereits angekündigt, den Ticketverkauf für diese Destinationen ab Manchester mit Wirkung zum 31. März einzustellen. In den kommenden Tagen sollen Konsultationen mit dem betroffenen Personal stattfinden, um betriebsbedingte Kündigungen nach Möglichkeit zu minimieren oder Versetzungen innerhalb des Konzerns zu prüfen.

Obwohl die Basis in Manchester operativ Gewinne erwirtschaftete, blieb die Rentabilität nach offiziellen Angaben deutlich hinter den Margen des restlichen Streckennetzes zurück. Ein wesentlicher Faktor für diese Entscheidung sind die anhaltenden Arbeitskonflikte und Streikdrohungen am Standort, die in der jüngeren Vergangenheit zu operativen Instabilitäten führten. Die Konzernmutter International Airlines Group (IAG) verfolgt derzeit eine Strategie der strikten Kapitalallokation, bei der Kapazitäten vorrangig an den profitabelsten Drehkreuzen, insbesondere in Dublin, konzentriert werden. Dort profitiert Aer Lingus zudem von den effizienten Umsteigeprozessen für US-Reisende durch die dortige Grenzkontroll-Vorabfertigung (US Preclearance).

Der Kurzstreckenverkehr zwischen irischen Flughäfen und Manchester bleibt von diesen Maßnahmen unberührt und soll planmäßig fortgeführt werden. Die Schließung der Basis bedeutet jedoch einen Rückschlag für den Flughafen Manchester, der sich in den letzten Jahren als alternatives nordenglisches Drehkreuz für Transatlantikflüge positionieren wollte. Branchenexperten gehen davon aus, dass die freiwerdenden Kapazitäten und Flugzeuge des Typs Airbus A330 nun verstärkt auf Routen ab Dublin eingesetzt werden, um die dortige Marktposition gegenüber Wettbewerbern zu festigen. Für die Passagiere aus Nordengland bedeutet dieser Schritt künftig längere Reisezeiten, da Direktverbindungen in die USA und die Karibik wegfallen oder über London oder Dublin umgeleitet werden müssen.

Zusätzliche Daten zum britischen Luftverkehrsmarkt zeigen, dass der Wettbewerb auf der Langstrecke ab Regionalflughäfen durch steigende Betriebskosten und eine Konsolidierung der großen Carrier schwieriger geworden ist. Aer Lingus hatte die Basis in Manchester ursprünglich im Jahr 2021 eröffnet, um eine Marktlücke zu füllen, die durch den Rückzug anderer Anbieter entstanden war. Die nun erfolgte Kehrtwende verdeutlicht den hohen Druck auf die Fluggesellschaften, ihre Flottennutzung zu optimieren. Während der Standort Manchester für den Zubringerverkehr nach Irland weiterhin essenziell bleibt, endet mit dem Abzug der Langstreckenflugzeuge ein ambitioniertes Kapitel der irischen Airline im britischen Ausland.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung