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Wintereinbruch bremst Luftverkehr an bayerischen Flughäfen aus

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Massiver Schneefall und gefrierender Regen haben zum Wochenbeginn im Januar 2026 zu erheblichen Einschränkungen im bayerischen Flugverkehr geführt. Am Drehkreuz München wurden bereits am Vormittag 15 von insgesamt 736 geplanten Flugbewegungen annulliert.

Auch am Flughafen Nürnberg kam es bei 69 geplanten Starts und Landungen zu ersten Ausfällen. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor die zweithöchste Unwetterwarnstufe für den gesamten Freistaat ausgerufen, was die Airlines dazu veranlasste, Flugpläne vorsorglich auszudünnen. Neben den lokalen Wetterbedingungen in Bayern sorgten auch Einschränkungen an anderen europäischen Hubs, insbesondere in Frankfurt am Main, für Kettenreaktionen und Verspätungen im bayerischen Luftraum.

Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, leisten die Winterdienste an den Standorten München, Nürnberg und Memmingen derzeit Schwerstarbeit. Allein in München müssen Flächen von rund 5,6 Millionen Quadratmetern schnee- und eisfrei gehalten werden. Das Verfahren sieht vor, die zwei Start- und Landebahnen wechselseitig zu räumen, damit der Flugverkehr nicht vollständig zum Erliegen kommt. In Nürnberg umfasst der Räumbereich rund 618.000 Quadratmeter. Ein kritischer Faktor im Zeitplan ist die obligatorische Enteisung der Flugzeuge unmittelbar vor dem Start. Hierbei werden Tragflächen und Leitwerke mit speziellen Flüssigkeiten behandelt, um die aerodynamische Sicherheit zu gewährleisten, was pro Maschine mehrere Minuten in Anspruch nimmt.

Zusätzliche Komplikationen ergeben sich durch die Vorgaben der Deutschen Flugsicherung (DFS). Bei schlechten Sichtverhältnissen, wie sie durch dichten Schneefall oder Nebel entstehen, müssen die zeitlichen Abstände zwischen den Landungen aus Sicherheitsgründen vergrößert werden. Dies reduziert die Kapazität der Landebahnen erheblich und führt zu Warteschleifen im Anflug. Branchenberichte zeigen, dass solche Wetterlagen auch die Bodenlogistik vor Herausforderungen stellen, da die Abfertigung des Gepäcks und die Betankung unter Glatteisbedingungen langsamer ablaufen. Passagiere sind angehalten, den Status ihres Fluges kontinuierlich online zu prüfen, da kurzfristige Streichungen aufgrund der dynamischen Wetterlage jederzeit möglich bleiben.

Infrastrukturell sind die bayerischen Flughäfen zwar mit leistungsstarken Räumflotten ausgestattet, doch die Kombination aus gefrierendem Regen und hohem Verkehrsaufkommen führt unweigerlich zu Engpässen. Während in München spezialisierte Kehrblasgeräte in Formation die Bahnen befreien, kommen in Memmingen vermehrt kompakte Räumeinheiten für das Vorfeld zum Einsatz. Experten weisen darauf hin, dass die Sicherheit im Luftverkehr bei solchen Unwetterlagen absolute Priorität vor Pünktlichkeit hat. Die personellen Kapazitäten der Winterdienste wurden für diesen Zeitraum an allen bayerischen Stationen auf das Maximum hochgefahren, um die Auswirkungen auf den Reiseverkehr so gering wie möglich zu halten.

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